{"id":18191,"date":"2025-07-31T14:22:03","date_gmt":"2025-07-31T12:22:03","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=18191"},"modified":"2025-07-31T14:22:03","modified_gmt":"2025-07-31T12:22:03","slug":"erste-s3-leitlinie-zum-schilddruesenkarzinom-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/erste-s3-leitlinie-zum-schilddruesenkarzinom-veroeffentlicht\/","title":{"rendered":"Erste S3-Leitlinie zum Schilddr\u00fcsenkarzinom ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p>Neu im Leitlinienprogramm Onkologie: Die S3-Leitlinie zum Schilddr\u00fcsenkarzinom. Die Leitlinie fasst erstmals die aktuelle Evidenz f\u00fcr alle Phasen der Behandlung zusammen und leitet daraus konkrete Empfehlungen ab. Ziel ist es, Diagnose und Therapie zu verbessern und zu vereinheitlichen.<\/p>\n<p>Die Leitlinie entstand unter der Federf\u00fchrung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) vertreten durch die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK), der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE), der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Nuklearmedizin (DGN) und unter Mitwirkung von 21 weiteren Fachgesellschaften. Finanziert wurde die Erstellung der Leitlinie von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie.<!--more--><\/p>\n<p>Schilddr\u00fcsenkarzinome geh\u00f6ren zu den seltenen Tumoren. Laut Robert Koch-Institut erkrankten in Deutschland im Jahr 2022 etwa 6.000 Menschen an Schilddr\u00fcsenkrebs, die Inzidenz ist bei Frauen h\u00f6her als bei M\u00e4nnern. Die Prognose ist g\u00fcnstig: Bei Frauen liegt die relative 5-Jahres-\u00dcberlebensrate bei 94 Prozent, bei M\u00e4nnern bei 88 Prozent. Entscheidend sind f\u00fcr die \u00dcberlebensrate allerdings Tumorart und -stadium. Sie beeinflussen die Prognose wesentlich. Der \u00fcberwiegende Teil der Karzinome wird in einem sehr fr\u00fchen Stadium diagnostiziert. Es gibt unterschiedliche Typen des Karzinoms, unter anderem das papill\u00e4re, das follikul\u00e4re, das medull\u00e4re und das anaplastische Schilddr\u00fcsenkarzinom. Mit 65 Prozent tritt das papill\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinom am h\u00e4ufigsten auf.<\/p>\n<p>\u201eMit der neuen S3-Leitlinie zum Schilddr\u00fcsenkarzinom geben wir konkrete Empfehlungen von der Diagnostik \u00fcber die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Die Empfehlungen sollen helfen, Behandlungsfehler zu vermeiden und Standards zu vereinheitlichen\u201c, so Prof. Andreas Bockisch. Er ist Koordinator der Leitliniengruppe. \u201eZudem k\u00f6nnen sich nun auch Betroffene umfassend \u00fcber ihre Erkrankung und die Behandlungsm\u00f6glichkeiten informieren.\u201c<\/p>\n<div style=\"background-color: #f8f9fa; border: 2px solid #6c757d; padding: 20px; border-radius: 0; color: #343a40; font-family: Arial, sans-serif;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0;\">Wissensbaustein Schilddr\u00fcsenkrebs<\/h3>\n<p>Schilddr\u00fcsenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung der Schilddr\u00fcse. Fr\u00fch erkannt, sind die Heilungschancen in vielen F\u00e4llen gut. Deshalb ist es wichtig, Symptome ernst zu nehmen und sich umfassend \u00fcber Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten zu informieren. Auf der zentralen Seite &#8222;<strong>Was tun bei Schilddr\u00fcsenkrebs?<\/strong>&#8220; finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Erkrankung, Therapieformen und Nachsorge.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background-color: #28a745; color: white; padding: 10px 20px; border-radius: 5px; text-decoration: none; font-weight: bold; text-align: center;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs\/\">Mehr erfahren<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Chirurgische Behandlung: Am besten durch erfahrene Chirurg*innen im Zentrum<\/h2>\n<p>Die wichtigste Behandlungsmethode des Schilddr\u00fcsenkarzinoms ist die Operation, um den Tumor m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig zu entfernen. H\u00e4ufig wird dabei die komplette Schilddr\u00fcse entfernt \u2013 die neue S3-Leitlinie gibt jedoch auch Empfehlungen f\u00fcr F\u00e4lle, bei denen das nicht notwendig ist.<\/p>\n<p>Insbesondere bei der Behandlung von Schilddr\u00fcsenkrebs im Kindes- und Jugendalter empfiehlt die Leitlinie die Behandlung in spezialisierten Zentren, m\u00f6glichst durch erfahrene Operateur*innen mit hoher Fallzahl. Aber auch f\u00fcr andere Patient*innen solle gepr\u00fcft werden, ob die \u00dcberweisung an ein profiliertes Zentrum notwendig ist. \u201eDer positive Zusammenhang zwischen der Anzahl an durchgef\u00fchrten Operationen und der Ergebnisqualit\u00e4t ist belegt\u201c, sagt Bockisch. \u201eGerade bei einer seltenen Tumorart wie dem Schilddr\u00fcsenkarzinom ist es sinnvoll, sich f\u00fcr die Behandlung in einem zertifizierten Zentrum zu entscheiden. Hier liegt umfassende Erfahrung vor und bezogen auf die Chirurgie bedeutet das, dass die Wahrscheinlichkeit einer vollst\u00e4ndigen Tumorresektion h\u00f6her und die Komplikationsrate niedriger ist.\u201c<\/p>\n<h2>Umfassende Empfehlungsliste: Von Diagnostik \u00fcber Behandlung bis hin zur Nachsorge<\/h2>\n<p>Neben detaillierten Empfehlungen zu Diagnostik des Schilddr\u00fcsenkarzinoms sind auch die Therapieempfehlungen sehr differenziert: Unter anderem werden einzeln follikul\u00e4re Karzinome, das onkozyt\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinom und das papill\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinom betrachtet. Da verschiedene Varianten des Karzinoms Iod anreichern, k\u00f6nnen diese mit der Radioiodtherapie behandelt werden. Je nach Situation kann diese zur Unterst\u00fctzung nach einer Operation, zur Heilung oder im palliativen Setting zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden. In der neuen Leitlinie wird in einem eigenen Kapitel thematisiert, wann die Radioiodtherapie sinnvoll ist \u2013 und wann sie keinen Nutzen bringt.<\/p>\n<p>Auch die Nachsorge wird ausf\u00fchrlich thematisiert. Diese solle \u00fcber einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren stattfinden, da Fernmetasthasen und Lokalrezidive bei differenzierten Schilddr\u00fcsenkarzinomen auch nach vielen Jahren noch auftreten k\u00f6nnen. Eine der zentralen Untersuchungsmethoden in der Nachsorge ist die Halssonographie als risikofreie Methode. Da Rezidive vorrangig innerhalb der ersten f\u00fcnf Jahre der Nachsorge beobachtet werden, sind die Nachsorgeuntersuchungen in diesem Zeitraum besonders wichtig und sollen alle sechs Monate erfolgen. Nach f\u00fcnf Jahren sollen sie noch alle zw\u00f6lf Monate erfolgen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall von Tumorpersistenz, eines Rezidivs oder Metastasen enth\u00e4lt die Leitlinie Empfehlungen f\u00fcr das weitere Vorgehen. Hierbei werden auch systemische Therapien betrachtet.<\/p>\n<h2>Besonders seltene Tumoren: Das medull\u00e4re und das anaplastische Schilddr\u00fcsenkarzinom<\/h2>\n<p>Etwa f\u00fcnf Prozent aller Schilddr\u00fcsenkarzinome sind medull\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinome. Es entsteht aus den C-Zellen der Schilddr\u00fcse, die das Hormon Calcitonin bilden. Da es kein Iod speichert, ist eine Radioiodtherapie nicht m\u00f6glich. Es kann nur durch eine Operation geheilt werden und hat relativ gute Prognosen.<\/p>\n<p>Das anaplastische Schilddr\u00fcsenkarzinom ist eine seltene, hochaggressive Erkrankung. Meist f\u00e4llt sie durch eine schnell fortschreitende, schmerzlose Schwellung auf, die bei der Erstvorstellung h\u00e4ufig bereits Schluckbeschwerden oder Heiserkeit ausl\u00f6st. Aufgrund des schnellen Voranschreitens der Erkrankung ist hier z\u00fcgiges Handeln bei allen Schritten empfohlen.<\/p>\n<p>In der neuen Leitlinie sind der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge dieser Varianten ein jeweils eigenes Kapitel gewidmet.<\/p>\n<p>Die neue S3-Leitlinie ist auf dieser Webseite abrufbar: <a href=\"https:\/\/hub.leitlinienprogramm-onkologie.de\/leitlinie\/schilddruesenkarzinom\">https:\/\/hub.leitlinienprogramm-onkologie.de\/leitlinie\/schilddruesenkarzinom<\/a><\/p>\n<p>Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Weitere Informationen unter: https:\/\/www.leitlinienprogramm-onkologie.de\/app<\/p>\n<p><strong>Das Leitlinienprogramm Onkologie<\/strong><\/p>\n<p>Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen f\u00fcr Leistungserbringer und Patient*innen zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur F\u00f6rderung von Qualit\u00e4t und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begr\u00fcndeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu f\u00f6rdern und zu unterst\u00fctzen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 36 S3-Leitlinien, die zu einem gro\u00dfen Teil auch als laienverst\u00e4ndliche Patientenleitlinien vorliegen. Mehr unter: https:\/\/www.leitlinienprogramm-onkologie.de\/home<\/p>\n<p><strong>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)<\/strong><\/p>\n<p>Die DGAV ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft f\u00fcr Allgemein- und Viszeralchirurgie im deutschsprachigen Raum. Sie steht f\u00fcr eine chirurgische Versorgung, die h\u00f6chsten Qualit\u00e4tsstandards folgt, auf Wissen und Austausch basiert und Patientenorientierung mit wissenschaftlicher Exzellenz verbindet. Durch Leitlinienentwicklung, Studien, Innovation, Weiterbildung und die Zertifizierung chirurgischer Zentren setzt die DGAV Standards, die die Versorgung nachhaltig verbessern. Mehr unter: https:\/\/www.dgav.de\/<\/p>\n<p><strong>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie e.V. (DGE)<\/strong><\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) ist mit rund 1.600 Mitgliedern eine der gr\u00f6\u00dften wissenschaftlichen Fachgesellschaften f\u00fcr Hormon- und Stoffwechselerkrankungen in Europa. Seit ihrer Gr\u00fcndung 1953 f\u00f6rdert die DGE sowohl die Grundlagenforschung als auch die klinische Forschung und Patientenversorgung, unter anderem zu Osteoporose, Adipositas, Diabetes mellitus, Fertilit\u00e4tsst\u00f6rungen sowie Erkrankungen der Schilddr\u00fcse, Hypophyse und Nebenniere. Dar\u00fcber hinaus engagiert sich die DGE aktiv im interdisziplin\u00e4ren Wissensaustausch und in der \u00f6ffentlichen Aufkl\u00e4rung. Weitere Informationen unter https:\/\/www.endokrinologie.net\/<\/p>\n<p><strong>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Nuklearmedizin e.V. (DGN)<\/strong><\/p>\n<p>Die DGN ist eine der gr\u00f6\u00dften wissenschaftlichen Fachgesellschaften f\u00fcr Nuklearmedizin in Europa. Sie wurde 1977 gegr\u00fcndet und widmet sich der F\u00f6rderung von Forschung, Diagnostik, Therapie und Strahlenschutz in der Nuklearmedizin. Mit rund 1.550 Mitgliedern aus Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Gesundheitsberufen bietet die DGN eine interdisziplin\u00e4re Plattform f\u00fcr Austausch und Weiterbildung. Durch Konferenzen, Fortbildungen, ihre Fachzeitschrift und internationale Vernetzung tr\u00e4gt sie ma\u00dfgeblich zur Weiterentwicklung nuklearmedizinischer Verfahren und zur Verbesserung der Patientenversorgung bei. Weitere Informationen unter https:\/\/www.nuklearmedizin.de\/de<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news855977\">idw-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neu im Leitlinienprogramm Onkologie: Die S3-Leitlinie zum Schilddr\u00fcsenkarzinom. Die Leitlinie fasst erstmals die aktuelle Evidenz f\u00fcr alle Phasen der Behandlung zusammen und leitet daraus konkrete Empfehlungen ab. Ziel ist es, Diagnose und Therapie zu verbessern und zu vereinheitlichen. Die Leitlinie entstand unter der Federf\u00fchrung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Allgemein- und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_metis_text_type":"standard","_metis_text_length":9297,"_post_count":0,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[941],"class_list":["post-18191","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schilddruesenkrebs","tag-s3-leitlinie-schilddruesenkarzinom"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18191\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18191"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18191"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}