{"id":15454,"date":"2025-05-26T08:00:32","date_gmt":"2025-05-26T06:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=15454"},"modified":"2025-08-05T07:55:26","modified_gmt":"2025-08-05T05:55:26","slug":"wenn-der-koerper-nicht-abnehmen-will-interview-zu-adipositas-und-der-abnehmspritze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wenn-der-koerper-nicht-abnehmen-will-interview-zu-adipositas-und-der-abnehmspritze\/","title":{"rendered":"Wenn der K\u00f6rper nicht abnehmen will &#8211; Interview zu Adipositas und der Abnehmspritze"},"content":{"rendered":"<div class=\"hashimoto-teaser\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 15px; margin: 20px 0; background-color: #f9f9f9;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#x1f9e9;<\/span>Sind Sie schilddr\u00fcsenkrank und nehmen einfach nicht ab?<\/strong><br \/>\nIn diesem aktuelleren Beitrag erfahren Sie, wie Sie trotz langsamem Stoffwechsel erfolgreich abnehmen k\u00f6nnen \u2013 mit ganz konkreten, praxiserprobten Ern\u00e4hrungstipps.<br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"><a style=\"color: #008000; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/hashimoto-ernaehrung-erfolgreich-abnehmen-trotz-schilddruesenunterfunktion\/\">Hashimoto &amp; Ern\u00e4hrung: Erfolgreich abnehmen trotz Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a><\/span><\/div>\n<p>Adipositas erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr zahlreiche Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, aber auch psychische Erkrankungen. Prof. Dr. Kerstin Stemmer, Professorin f\u00fcr Molekulare Zellbiologie am Lehrstuhl f\u00fcr Biochemie und Molekularbiologie der Universit\u00e4t Augsburg erkl\u00e4rt die Rolle der Genetik beim Abnehmen und die Wirkung der sogenannten Abnehmspritze. Sie forscht zu der Frage, inwiefern Fettzellen direkt mit der Bauchspeicheldr\u00fcse kommunizieren k\u00f6nnen, um die Insulinproduktion anzukurbeln.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p><strong>Was ist Adipositas?<\/strong><\/p>\n<p>Adipositas gilt heute als chronische Erkrankung. Der K\u00f6rper lagert dabei zu viel Fett ein. Medizinisch wird sie ab einem Body-Mass-Index (BMI) \u00fcber 30 diagnostiziert und stellt ein ernstzunehmendes gesundheitliches Problem dar. Sie erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr zahlreiche Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Leiden, bestimmte Krebsarten, aber auch f\u00fcr Gelenkprobleme und psychische Erkrankungen. Seit 2020 wird Adipositas als eigenst\u00e4ndige chronische Erkrankung anerkannt, zuvor galt sie nur als Risikofaktor f\u00fcr die genannten Erkrankungen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2024 leben weltweit rund 43\u202fProzent der Erwachsenen mit Mehrgewicht, darunter 16\u202fProzent mit Adipositas. Besonders alarmierend: Seit 2022 gibt es erstmals weltweit mehr adip\u00f6se Kinder und Jugendliche als untergewichtige.<\/p>\n<p><strong>Wie ist es dazu gekommen?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Umwelt und unser Lebensstil haben sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch ver\u00e4ndert. Hochkalorische Lebensmittel sind jederzeit verf\u00fcgbar, k\u00f6rperliche Arbeit nimmt ab, Bewegung wird weniger \u2013 viele T\u00e4tigkeiten finden heute im Sitzen statt. Die Energiezufuhr \u00fcbersteigt dauerhaft den Verbrauch. Gleichzeitig ist unser K\u00f6rper noch immer auf das \u201e\u00dcberleben\u201c in Zeiten des Mangels programmiert: Er speichert Energie in Form von Fett und gibt sie nur ungern wieder her.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielt die Genetik beim Zunehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Viele denken: \u201eMan muss sich nur zusammenrei\u00dfen.\u201c Aber so einfach ist es nicht. Genetik spielt eine wichtige Rolle. In den meisten F\u00e4llen liegt jedoch nicht eine einzelne genetische Ursache vor, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Genetik, Umweltfaktoren und Verhalten. Sogar Vorlieben f\u00fcr bestimmte gesunde oder ungesunde Nahrungsmittel, oder ob wir uns gerne sportlich bet\u00e4tigen, liegen in unseren Genen. Heute sind mehrere hundert Genvarianten bekannt, also kleine individuelle Ver\u00e4nderungen in den Genen, die einen unterschiedlichen Einfluss auf das K\u00f6rpergewicht nehmen k\u00f6nnen. So passiert es, dass manche Menschen trotz \u00e4hnlichen Lebensstils schneller zunehmen als andere. Bis zu einem gewissen Ma\u00df k\u00f6nnen wir unsere genetische Veranlagung beeinflussen, indem wir beispielsweise versuchen, schlechte Ern\u00e4hrungsgewohnheiten zu ver\u00e4ndern. Meistens fallen wir nach kurzer Zeit aber wieder in alte Muster zur\u00fcck, vor allem da wir in einer stark Adipositas-f\u00f6rdernden Umwelt leben. In sehr seltenen F\u00e4llen liegt ein genetischer Defekt vor. Auch eine \u2013 ebenfalls seltene \u2013 Resistenz gegen das Hormon Leptin kann \u00dcbergewicht f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>Warum ist Abnehmen so schwer \u2013 und warum kommt das Gewicht oft wieder?<\/strong><\/p>\n<p>Langfristig schlank zu bleiben, erfordert daher mehr als Disziplin: Der K\u00f6rper \u201emerkt\u201c sich das alte Gewicht und strebt aktiv danach zur\u00fcck. Es ist wichtig zu verstehen, dass Personen mit einem BMI \u00fcber 30 ihr Mehrgewicht nicht dauerhaft durch eine Di\u00e4t loswerden k\u00f6nnen. Bei einer Di\u00e4t versucht der K\u00f6rper, die verlorene Energie wieder zur\u00fcckzuholen \u2013 er senkt den Ruheumsatz, also den Kalorienverbrauch des K\u00f6rpers im absoluten Ruhezustand, und steigert das Hungergef\u00fchl. Dieser Mechanismus ist tief im Stoffwechsel verankert und war fr\u00fcher \u00fcberlebenswichtig. Heute f\u00fchrt er dazu, dass viele Menschen nach dem Abnehmen wieder zunehmen \u2013 manchmal sogar noch mehr als vorher. Diesen Effekt nennt man Jo-Jo-Effekt. Er tritt h\u00e4ufig bei sogenannten Crash-Di\u00e4ten verst\u00e4rkt auf, bei denen man in sehr kurzer Zeit viel Gewicht verliert. In wissenschaftlichen Studien hat man herausgefunden, dass der Ruheumsatz noch Jahre sp\u00e4ter deutlich niedriger ist und die Betroffenen deshalb wieder schnell an Gewicht zunehmen.<\/p>\n<p><strong>Was kann nun die sogenannte \u201eAbnehmspritze\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Fortschritt in der Adipositastherapie ist die medikament\u00f6se Behandlung mit sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid. Dieses Medikament wirkt wie ein nat\u00fcrliches Hormon, das nach dem Essen ausgesch\u00fcttet wird. Es signalisiert dem Gehirn: \u201eDu bist satt.\u201c Semaglutid wirkt auf mehreren Ebenen: Es hemmt das Hungergef\u00fchl im Gehirn, auch Hei\u00dfhungerattacken werden seltener. Es verlangsamt die Magenentleerung, was auch zur S\u00e4ttigung beitr\u00e4gt und es verbessert die Blutzuckerregulation nach dem Essen. Studien zeigen: Mit einer w\u00f6chentlichen Injektion bis maximal 2,4\u202fmg Semaglutid k\u00f6nnen Betroffene im Schnitt etwa 15 Prozent ihres K\u00f6rpergewichts verlieren. Dabei scheint die Wirkung bei einem hohen BMI st\u00e4rker zu sein als bei einem niedrigen BMI.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Nebenwirkungen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, wie bei jedem Medikament. Die Abnehmspritze darf deshalb nur unter \u00e4rztlicher Verordnung eingenommen werden. Die h\u00e4ufigsten Nebenwirkungen sind Verdauungsst\u00f6rungen wie Durchfall, Erbrechen oder \u00dcbelkeit. Diese Beschwerden treten meist am Anfang auf und lassen mit der Zeit nach. Ernstere Nebenwirkungen wie Erkrankungen der Bauchspeicheldr\u00fcse und der Gallenblase oder allergische Reaktionen sind sehr selten. Auch wird untersucht, ob es durch den Wirkstoff zu einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Schilddr\u00fcsentumore beitr\u00e4gt oder bei Diabetikern zu einer Verschlechterung der diabetischen Retinopathie f\u00fchren kann.<\/p>\n<p><strong>Wie lange muss man die Spritze nehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Wirkung h\u00e4lt nur an, solange das Medikament regelm\u00e4\u00dfig eingenommen wird. Wird es abgesetzt, kehren Appetit und Gewicht oft zur\u00fcck. Heute gehen wir davon aus, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist \u2013 also nicht heilbar. Das bedeutet: Viele Menschen brauchen eine langfristige oder sogar lebenslange Behandlung.<\/p>\n<p><strong>Gibt es auch neue Medikamente?<\/strong><\/p>\n<p>Ja. Seit 2024 ist mit Tirzepatid ein weiterer Wirkstoff auf dem Markt. Dieser kombiniert die Wirkung des GLP-1 mit einem \u00e4hnlich wirksamen zweiten Hormon, dem GIP. Der Kombinationswirkstoff unterdr\u00fcckt das Hungergef\u00fchl, regt aber durch GIP noch st\u00e4rker die Insulinproduktion an. In klinischen Studien war die Wirkung auf Blutzucker und Gewicht st\u00e4rker als bei Semaglutid. Zudem wird intensiv an Kombinationen mit weiteren Substanzen geforscht, die Fett-, Energie- und Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen, aber aktuell noch nicht zugelassen sind.<\/p>\n<p><strong>Und reicht die Spritze allein aus?<\/strong><\/p>\n<p>Nein. Die Medikamente helfen beim Einstieg \u2013 aber entscheidend ist der Lebensstil. Damit das Gewicht dauerhaft reduziert bleibt, m\u00fcssen neue, gesunde Gewohnheiten fest im Alltag verankert werden. Dazu geh\u00f6ren vor allem eine ausgewogene Ern\u00e4hrung und mehr Bewegung. Entscheidend ist aber, dass diese Umstellung mit Hilfe der Abnehmspritze viel h\u00e4ufiger gelingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p><strong>Woran forschen Sie zu diesem Thema?<\/strong><\/p>\n<p>Adipositas ist ein Risikofaktor f\u00fcr Typ-2-Diabetes, bei dem der K\u00f6rper zun\u00e4chst die F\u00e4higkeit verliert, auf das Blutzucker-senkende Hormon Insulin zu reagieren. In Folge sch\u00fcttet die Bauchspeicheldr\u00fcse mehr Insulin aus, um die r\u00fcckgehende Wirkung auszugleichen. Da Adipositas zun\u00e4chst durch eine Zunahme der Fettmasse charakterisiert ist, interessierte uns in Augsburg die Frage, ob Fettzellen direkt mit der Bauchspeicheldr\u00fcse kommunizieren k\u00f6nnen, um die Insulinproduktion anzukurbeln. Wir konnten zeigen, dass dies tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist: Fettzellen senden sogenannte extrazellul\u00e4re Vesikel aus \u2013 winzige Bl\u00e4schen, die Eiwei\u00dfe, Fette oder genetische Informationen enthalten. Diese Vesikel k\u00f6nnen die Funktion der Bauchspeicheldr\u00fcse beeinflussen \u2013 etwa die Insulinproduktion steigern oder ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ziele unserer Forschung sind: neue Therapieans\u00e4tze zu entwickeln, z.\u202fB. durch gezielte Beeinflussung dieser extrazellul\u00e4ren Vesikel, die Fr\u00fchzeichen f\u00fcr Diabetes noch fr\u00fcher und genauer zu erkennen sowie Wirkungen und Nebenwirkungen neuer Adipositas- und Diabetes-Medikamente noch besser zu verstehen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news852220\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#x1f9e9;Sind Sie schilddr\u00fcsenkrank und nehmen einfach nicht ab? In diesem aktuelleren Beitrag erfahren Sie, wie Sie trotz langsamem Stoffwechsel erfolgreich abnehmen k\u00f6nnen \u2013 mit ganz konkreten, praxiserprobten Ern\u00e4hrungstipps. Hashimoto &amp; Ern\u00e4hrung: Erfolgreich abnehmen trotz Schilddr\u00fcsenunterfunktion Adipositas erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr zahlreiche Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, aber auch psychische Erkrankungen. 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