{"id":138,"date":"2012-04-17T15:44:01","date_gmt":"2012-04-17T13:44:01","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=138"},"modified":"2025-08-05T08:55:04","modified_gmt":"2025-08-05T06:55:04","slug":"aktuelles-zahlenmaterial-zur-jodversorgung-fehlt-bislang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/aktuelles-zahlenmaterial-zur-jodversorgung-fehlt-bislang\/","title":{"rendered":"Aktuelles Zahlenmaterial zur Jodversorgung fehlt bislang"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Nuklearmedizin e.V. hat heute nachfolgende Pressemitteilung mit dem Titel &#8222;<strong>Zunahme von Schilddr\u00fcsenerkrankungen zu erwarten<\/strong>&#8220; ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n<p>Nachdem in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte in der Jodversorgung der Bev\u00f6lkerung in Deutschland gemacht wurden, zeichnet sich nun eine erneute Verschlechterung der Situation ab. Als Konsequenz ist eine Zunahme von Schilddr\u00fcsenerkrankungen zu erwarten, die Dank nuklearmedizinischer Diagnose- und Therapieverfahren aber in fr\u00fchen Stadien erkannt und mit gro\u00dfem Erfolg behandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Deutschland galt lange als Jodmangelgebiet: Unsere B\u00f6den enthalten zu wenig dieses Spurenelements, so dass es in der tierischen und menschlichen Nahrung fehlte. Jod ist ein essentieller N\u00e4hrstoff, der f\u00fcr den k\u00f6rpereigenen Aufbau von Schilddr\u00fcsenhormonen ben\u00f6tigt wird. Ein lang anhaltender Jodmangel f\u00fchrt zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, indem sich die Schilddr\u00fcse krankhaft vergr\u00f6\u00dfern kann. <!--more--><\/p>\n<p>In den vergangenen 20 Jahren hatte sich die Jodversorgung in Deutschland unter anderem durch entsprechende Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen deutlich verbessert. Derzeit verwenden 75 bis 80 Prozent der Privathaushalte jodiertes Speisesalz, ein Produkt das auch bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln zun\u00e4chst verst\u00e4rkt eingesetzt wurde. Die Jodversorgung der deutschen Bev\u00f6lkerung erreichte so im Jahr 2007 einen Stand, der die Weltgesundheitsorganisation dazu veranlasste, Deutschland von der Liste der L\u00e4nder mit unzureichender Jodversorgung zu streichen. Besonders im Bereich der Nahrungsmittel verarbeitenden Industrie nimmt die Verwendung von jodiertem Speisesalz inzwischen aber leider wieder kontinuierlich ab. Die Ursache liegt u.a. in der zunehmenden Internationalisierung der Lebensmittelindustrie. Gro\u00dffirmen, die f\u00fcr den internationalen Markt produzieren, m\u00f6chten ihre Produkte kosteng\u00fcnstig herstellen und sind daf\u00fcr darauf angewiesen, identische Produkte f\u00fcr den gesamten Markt zu produzieren. Die einheitliche Verwendung von jodiertem Speisesalz ist f\u00fcr sie aufgrund der in den unterschiedlichen L\u00e4ndern stark variierenden, gesetzlich empfohlenen Obergrenze der Jodaufnahme nicht m\u00f6glich. Infolgedessen werden die Produktionen zunehmend wieder auf die Verwendung von jodfreiem Salz umgestellt. Eine Initiative der Europ\u00e4ischen Union mit dem Ziel, den Salzgehalt in Lebensmitteln zur allgemeinen Verbesserung der Gesundheit zu senken, verst\u00e4rkt das Problem noch. Als ung\u00fcnstiger Nebeneffekt dieser grunds\u00e4tzlich begr\u00fc\u00dfenswerten Initiative sinkt aber auch der Anteil an Jod, der in der Regel \u00fcber das Speisesalz aufgenommen wird.<\/p>\n<p>Somit ist eine Beeintr\u00e4chtigung der Jodversorgung der Bev\u00f6lkerung in Deutschland die unmittelbare Folge. Besonders bei j\u00fcngeren Frauen ist bereits eine Jodunterversorgung zu erkennen. Dies ist problematisch, da gerade w\u00e4hrend der Schwangerschaft und der Stillzeit ein deutlich erh\u00f6hter Bedarf an Jod sowohl f\u00fcr die Mutter wie auch das ungeborene Kind und das Neugeborene besteht. Datenerhebungen w\u00e4hrend der vergangenen drei Jahre lassen zum Teil wieder einen R\u00fcckgang der zuvor deutlich verbesserten Jodversorgung von Kindern erkennbar werden. Das Robert-Koch-Institut hat nun eine bundesweite repr\u00e4sentative Erhebung der Jodversorgung in Deutschland bei Erwachsenen durchgef\u00fchrt, die Daten werden mit Spannung im Sommer 2012 erwartet.<\/p>\n<p>Als eine Konsequenz der nicht ausreichenden Jodversorgung in Deutschland wird eine Zunahme von Schilddr\u00fcsenvergr\u00f6\u00dferungen mit und ohne knotige Ver\u00e4nderungen (Kr\u00f6pfe) erwartet. Langfristig ist bei einer Fortschreibung der geschilderten Entwicklung zudem von einer steigenden Zahl der so genannten \u201ehei\u00dfen Knoten\u201c und einer daraus resultierenden Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktionen auszugehen. Eine reduzierte Jodversorgung der Bev\u00f6lkerung kann zudem zum verst\u00e4rkten Auftreten verschiedener Formen des Schilddr\u00fcsenkrebses f\u00fchren. Nuklearmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren erm\u00f6glichen jedoch, diese gutartigen und b\u00f6sartigen Schilddr\u00fcsenerkrankungen oft bereits in fr\u00fchen Stadien zu erkennen und mit Erfolg bei geringen Nebenwirkungen zu behandeln. Mit Ausnahme der in Deutschland in internationalen Vergleich sehr hohen Rate an Operationen \u00fcbernimmt die Nuklearmedizin hier wichtige Schritte bei Diagnose und Therapie. Dank des Einsatzes dieser nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren l\u00e4sst sich so beispielsweise die Sterblichkeit bei b\u00f6sartigen Schilddr\u00fcsenerkrankungen drastisch senken: Mehr als 95 Prozent der betroffenen Patienten k\u00f6nnen durch entsprechende Behandlungen geheilt werden.<\/p>\n<p>Die Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bilden ein Schwerpunktthema auf der 50. Jahrestagung NuklearMedizin 2012 der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Nuklearmedizin e.V. Diese findet vom 25. bis 28. April auf dem Gel\u00e4nde der Messe Bremen statt. In bew\u00e4hrter Weise bietet die Kombination aus Kongress, f\u00fcr den international renommierte Referenten gewonnen werden konnten, einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland gr\u00f6\u00dften, branchenspezifischen Industrieausstellung eine ideale Plattform f\u00fcr wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit z\u00e4hlt die NuklearMedizin 2012 zu den international bedeutendsten und gr\u00f6\u00dften Tagungen f\u00fcr Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer \u2013 Mediziner, Naturwissenschaftler, medizinisch-technisches Personal und auch Pflegekr\u00e4fte \u2013 erwartet. S\u00e4mtliche Informationen zur NuklearMedizin 2012 stehen auf der Kongresshomepage www.nuklearmedizin2012.de ( <span style=\"color: #ff0000;\">defekter Link wurde entfernt<span style=\"color: #000000;\">)<\/span> <\/span>zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.idw-online.de\/pages\/de\/news472776\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de\u00a0<\/a>(<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 12.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Nuklearmedizin e.V. hat heute nachfolgende Pressemitteilung mit dem Titel &#8222;Zunahme von Schilddr\u00fcsenerkrankungen zu erwarten&#8220; ver\u00f6ffentlicht: Nachdem in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte in der Jodversorgung der Bev\u00f6lkerung in Deutschland gemacht wurden, zeichnet sich nun eine erneute Verschlechterung der Situation ab. 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