{"id":128,"date":"2012-06-06T14:34:39","date_gmt":"2012-06-06T12:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=128"},"modified":"2025-08-05T08:54:03","modified_gmt":"2025-08-05T06:54:03","slug":"deutsche-gesellschaft-fuer-endokrinologie-raet-zu-aufklaerung-jodmangel-gefaehrdet-mutter-und-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/deutsche-gesellschaft-fuer-endokrinologie-raet-zu-aufklaerung-jodmangel-gefaehrdet-mutter-und-kind\/","title":{"rendered":"Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie r\u00e4t zu Aufkl\u00e4rung. Jodmangel gef\u00e4hrdet Mutter und Kind"},"content":{"rendered":"<p>Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann fatale Folgen haben: Ist die werdende Mutter nicht ausreichend mit dem f\u00fcr die Schilddr\u00fcse wichtigen Spurenelement versorgt, kann dies eine Fehl- oder Fr\u00fchgeburt ausl\u00f6sen. Beim Kind kann der Mangel Sprach- und H\u00f6rbeeintr\u00e4chtigungen verursachen, die geistige Entwicklung verz\u00f6gern und die Motorik einschr\u00e4nken. Diese Risiken sind vermeidbar, so die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE). Durch eine Hormonmessung im m\u00fctterlichen Blut in der fr\u00fchen Schwangerschaft l\u00e4sst sich ein Jodmangel nachweisen und entsprechend behandeln. Entgegen den allgemeinen Empfehlungen sollten Schwangere den Test bereits zu Beginn der Schwangerschaft durchf\u00fchren, r\u00e4t die DGE. Bislang \u00fcbernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. <!--more--><\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr eine normale Schilddr\u00fcsenfunktion ben\u00f6tigt eine werdende Mutter in der Fr\u00fchphase der Schwangerschaft etwa 50 Prozent mehr an Schilddr\u00fcsenhormonen&#8220;, erkl\u00e4rt Professor Dr. Dr. med. Dagmar F\u00fchrer, Vize-Pr\u00e4sidentin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie und Direktorin der Klinik f\u00fcr Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universit\u00e4tsklinikum Essen. &#8222;Die Funktionskontrolle der Schilddr\u00fcse sollte deshalb bereits ganz zu Beginn der Schwangerschaft &#8211; etwa in der sechsten Woche &#8211; stattfinden&#8220;, so die Expertin. In der Regel bieten \u00c4rzte die Untersuchung als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) im dritten Schwangerschaftsmonat an. Der Test kostet etwa 15 Euro.<\/p>\n<p>Der Schilddr\u00fcsenfunktionstest beruht auf einer Messung des sogenannten Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) im Blut. Ist dieser Wert erh\u00f6ht und werden zudem normale oder erniedrigte Werte des Schilddr\u00fcsenhormons Tetrajodthyronin (fT4) gemessen, ist dies ein Anzeichen f\u00fcr eine Unterfunktion der Dr\u00fcse. Zu niedrige TSH-Werte weisen auf eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion hin.<\/p>\n<p>&#8222;Die Investition in den Test ist in jedem Fall sinnvoll&#8220;, sagt Professor F\u00fchrer. &#8222;Sowohl eine Unter- als auch eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse beeinflussen den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes, beide k\u00f6nnen zu Komplikationen und Sch\u00e4den f\u00fchren&#8220;. W\u00e4hrend der Schwangerschaft komme es bei etwa 0,4 Prozent aller Frauen zu einer ausgepr\u00e4gten und bei 3 Prozent zu einer unterschwelligen Schilddr\u00fcsenunterfunktion. Eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse liege bei etwa 0,1 bis 0,4 Prozent der Schwangeren vor.<\/p>\n<div class=\"frauen-teaser\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 15px; margin: 20px 0; background-color: #f9f9f9;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#x1f340;<\/span>Schilddr\u00fcse und Frau &#8211; alles was Sie zu dem Thema wissen m\u00fcssen<\/strong><br \/>\nDie Schilddr\u00fcse ist eng mit dem weiblichen Hormonhaushalt verkn\u00fcpft: Pubert\u00e4t, Zyklus, Verh\u00fctung, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillzeit, Wochenbettdepression, postpartale Thyreoiditis und Wechseljahre &#8211; f\u00fcr uns Frauen sind hormonelle Probleme immer auch ein Wechselbad der Gef\u00fchle.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/spezial-schilddruese-frauen\/\">Jetzt mehr dar\u00fcber erfahren!<\/a><\/div>\n<p>Wichtig sei es, schwangerschaftsbedingte Ver\u00e4nderungen der Schilddr\u00fcsenwerte von eigenst\u00e4ndigen Schilddr\u00fcsenfehlfunktionen abzugrenzen, so die Expertin aus Essen. Neben Jodmangel k\u00f6nne auch eine gest\u00f6rte, fehlgeleitete k\u00f6rpereigene Abwehr Ursache einer Schilddr\u00fcsenfehlfunktion sein. Besonders bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Typ-1-Diabetes, aber auch bei Frauen mit geh\u00e4uften Schilddr\u00fcsenerkrankungen in der Familie r\u00e4t die DGE-Expertin, bereits vor der Schwangerschaft die Schilddr\u00fcsenfunktion zu kontrollieren. Nehme eine Frau bereits Schilddr\u00fcsenhormone ein, m\u00fcsse die Dosis in der Schwangerschaft entsprechend angepasst werden. Wenn etwa unter der bisherigen Thyroxindosis eine normale Funktion vorliegt, so wird diese in der Regel um 30 Prozent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>\u00dcber eine Aufnahme der Schilddr\u00fcsenuntersuchung in den Katalog der Krankenkassenleistungen im Rahmen der &#8222;normalen&#8220; Schwangerschaftsvorsorge diskutiert die Fachwelt seit Jahren. &#8222;Noch liegen keine ausreichenden Studienergebnisse vor, die zu einem einheitlichen Votum gef\u00fchrt haben&#8220;, erkl\u00e4rt DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz aus Bochum. Die DGE pl\u00e4diert jedoch daf\u00fcr, dass Gyn\u00e4kologen gemeinsam mit ihren endokrinologischen Kollegen alle werdenden M\u00fctter \u00fcber die Bedeutung von Jod in der Schwangerschaft aufkl\u00e4ren. Um eine Unterfunktion der Schilddr\u00fcse zu vermeiden, sollten schwangere Frauen auf jeden Fall ausreichend Jod zu sich nehmen, betont Professor Schatz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bei Schwangerschaft eine Jodaufnahme von insgesamt 250 Mikrogramm pro Tag. Da in Deutschland die Verwendung von jodiertem Speisesalz \u00fcblich ist, sodass mit der Nahrung ungef\u00e4hr 100 Mikrogramm Jod pro Tag aufge-nommen werden, liegen die Empfehlungen der zus\u00e4tzlichen Jodzufuhr durch Tabletten w\u00e4hrend der Schwangerschaft bei 150 Mikrogramm am Tag.<\/p>\n<p>Literatur: D. F\u00fchrer-Sakel: Schilddr\u00fcsenerkrankungen und Schwangerschaft, Internist 2011, 52:1158-1166, DOI 10.1007\/s00108-011-2823-6, Online publiziert: 5. August 2011<\/p>\n<p>Quelle: endokrinologie.net<span style=\"color: #ff0000;\"> Direktlink funktioniert nicht mehr.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann fatale Folgen haben: Ist die werdende Mutter nicht ausreichend mit dem f\u00fcr die Schilddr\u00fcse wichtigen Spurenelement versorgt, kann dies eine Fehl- oder Fr\u00fchgeburt ausl\u00f6sen. Beim Kind kann der Mangel Sprach- und H\u00f6rbeeintr\u00e4chtigungen verursachen, die geistige Entwicklung verz\u00f6gern und die Motorik einschr\u00e4nken. 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