{"id":11824,"date":"2023-12-13T09:00:33","date_gmt":"2023-12-13T08:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=11824"},"modified":"2025-08-11T13:42:07","modified_gmt":"2025-08-11T11:42:07","slug":"kranke-schilddruese-schaedigt-auch-unser-herz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/kranke-schilddruese-schaedigt-auch-unser-herz\/","title":{"rendered":"Kranke Schilddr\u00fcse sch\u00e4digt auch unser Herz"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_13721\" aria-describedby=\"caption-attachment-13721\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13721 size-full\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Schilddruese-Herz.jpg\" alt=\"Herz - Die Auswirkungen der Schilddr\u00fcse auf das Herz.\" title=\"Herz - Die Auswirkungen der Schilddr\u00fcse auf das Herz.\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Schilddruese-Herz.jpg 200w, https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Schilddruese-Herz-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13721\" class=\"wp-caption-text\">KI-generierte Grafik<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Eine Fehlfunktion der Schilddr\u00fcse wirkt sich auch auf Herz und Kreislauf aus. Auch Herzmedikamente k\u00f6nnen eine ung\u00fcnstige Wirkung auf die Schilddr\u00fcse haben.\u00a0Die Schilddr\u00fcse beeinflusst mit ihren Botenstoffen nahezu jede Zelle unseres K\u00f6rpers. Eine Fehlfunktion wirkt sich daher auch auf Herz und Kreislauf aus. Doch auch Herzmedikamente k\u00f6nnen ung\u00fcnstige Wirkung auf die Schilddr\u00fcse haben<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die Schilddr\u00fcse ist ein kleines, aber \u00e4u\u00dferst wirkm\u00e4chtiges Organ: Sie produziert Substanzen, die den kompletten Organismus beeinflussen \u2013 die Schilddr\u00fcsenhormone. Praktisch alle Zellen des K\u00f6rpers stehen unter der Regie dieser chemischen Botenstoffe. Besonders ausgepr\u00e4gt sind die Effekte der Schilddr\u00fcsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) auf Herz und Kreislauf, deren zentrale Steuerung durch das Gehirn erfolgt. Beide Hormone sind unerl\u00e4sslich f\u00fcr den Stoffwechsel des K\u00f6rpers und wahre Multiplayer. Schilddr\u00fcsenhormone<\/p>\n<ul>\n<li>regulieren den Energieverbrauch,<\/li>\n<li>sind wichtig f\u00fcr das Aufrechterhalten der K\u00f6rpertemperatur,<\/li>\n<li>regulieren Blutdruck und Cholesterinspiegel,<\/li>\n<li>bestimmen die Funktionen des Gehirns und der Muskeln,<\/li>\n<li>spielen entscheidend mit bei Wachstum und Entwicklung und noch vieles mehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eDas Herz ist ein wesentliches Zielorgan der Schilddr\u00fcsenhormone\u201c, betont der Hamburger Kardiologe Prof. Dr. Thomas Meinertz, Chefredakteur der Deutschen Herzstiftung, in der aktuellen Ausgabe von HERZ heute. \u201eDie Botenstoffe der Schilddr\u00fcse regulieren die Kraft des Herzens, die Herzschlagfolge, also die Herzfrequenz, und das zirkulierende Blutvolumen. Eine Funktionsst\u00f6rung der Schilddr\u00fcse wirkt sich deshalb immer auch auf Herz und Kreislauf aus.\u201c Bei einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems m\u00fcsse daher stets an die Schilddr\u00fcse gedacht werden, betont Meinertz, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung. \u201eTrotzdem wird die Diagnose oft erst mit Versp\u00e4tung und als Zufallsbefund gestellt.\u201c<\/p>\n<p>Die aktuelle Ausgabe HERZ heute 4\/2023 \u201eMitleidendes Herz\u201c mit dem Fokus auf Krankheiten wie beispieslweise Schilddr\u00fcsenerkrankungen oder die kardiale Amyloidose, die Herz und Kreislauf in Mitleidenschaft ziehen k\u00f6nnen, kann kostenfrei bei der Herzstiftung unter bestellung@herzstiftung.de oder per Telefon unter 069 955128-400 bestellt werden. Infos auch unter https:\/\/herzstiftung.de\/schilddruese-und-herz<\/p>\n<h2>Klein, aber wirkm\u00e4chtig<\/h2>\n<p>Kaum daumengro\u00df und nur 20 bis 30 Gramm schwer liegt die Schilddr\u00fcse wie ein Schild unterhalb des Kehlkopfs. Ihre beiden mit einer Gewebebr\u00fccke verbundenen Seitenlappen umspannen die Luftr\u00f6hre in der Form eines Schmetterlings. Daher spricht man h\u00e4ufig auch von der \u201eSchmetterlingsdr\u00fcse\u201c. In unserem Gehirn sitzt die kirschkerngro\u00dfe Hirnanhangdr\u00fcse (Hypophyse), die wiederum eng mit dem Hypothalamus verbunden ist, einem Areal im Zwischenhirn. Beide zusammen regeln \u00fcber Steuerhormone die Funktion aller Hormondr\u00fcsen. F\u00fcr die Schilddr\u00fcse zust\u00e4ndig ist das vom Hypothalamus gebildete Steuerhormon TRH (Thyreotropin Releasing Hormone). Es gelangt in die Hypophyse und veranlasst sie dazu, ein weiteres Hormon zu produzieren: das schilddr\u00fcsenstimulierende Hormon TSH. Mit dem Blut gelangt TSH in die Schilddr\u00fcse und beauftragt deren Zellen, die Schilddr\u00fcsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) zu bilden. Herzmuskelzellen sind haupts\u00e4chlich auf T3 angewiesen.<\/p>\n<h2>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion macht sich mit Herz-Kreislauf-Beschwerden bemerkbar<\/h2>\n<p>\u201eDass eine \u00fcberaktive Schilddr\u00fcse mit Herz-Kreislauf-Beschwerden einhergehen kann, sollten sowohl Patienten als auch ihr behandelnder Arzt mitbedenken, wenn entsprechende Symptome auftreten\u201c, betont der Internist Prof. Dr. Franz Rinninger, Facharzt f\u00fcr Endokrinologie und Diabetologie am Universit\u00e4tsklinikum Hamburg- Eppendorf (UKE). Eine solche \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse, in der Medizin Hyperthyreose genannt, kommt bei einer unter 100 Personen vor. Die Schilddr\u00fcse sch\u00fcttet dabei zu viele Hormone aus und kurbelt Herz und Kreislauf an, beide arbeiten unn\u00f6tigerweise auf Hochtouren. \u201eDie Folge sind dann Herzrasen oder Herzstolpern, Zittern, Nervosit\u00e4t und Unruhe sowie ein erh\u00f6hter Blutdruck\u201c, berichtet Rinninger.<\/p>\n<aside class=\"info-box\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 1em; background-color: #f9f9f9; margin: 1em 0 2em 0;\"><strong>Wichtig:<\/strong> Schilddr\u00fcsenmedikamente k\u00f6nnen durch andere Wirkstoffe beeinflusst werden. In diesem Beitrag finden Sie eine \u00dcbersicht zu <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wechselwirkungen-zwischen-schilddruesenhormonpraeparaten-und-weiteren-medikamenten\/\">m\u00f6glichen Wechselwirkungen mit h\u00e4ufig genutzten Medikamenten<\/a> \u2013 inklusive Tipps zur richtigen Einnahme.<\/aside>\n<p>Nicht oder nur unzureichend behandelt, k\u00f6nne eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beispielsweise zu Vorhofflimmern, f\u00fchren oder gar lebensbedrohlich verlaufen, so der Internist in der aktuellen HERZ heute. Bei der Hyperthyreose unterscheidet man zwei Verlaufsformen: die latente Form, die keine Beschwerden verursacht, und die manifeste mit deutlichen Beschwerden. Die latente Form wird h\u00e4ufig \u00fcbersehen, nicht selten ist Vorhofflimmern das einzige darauf hindeutende Zeichen. Eine manifeste \u00dcberfunktion zeigt in der Blutanalyse erh\u00f6hte T3- und T4-Werte. \u201eDie manifeste \u00dcberfunktion ist behandlungsbed\u00fcrftig und es werden Thyreostatika gegeben, die die Bildung der Schilddr\u00fcsenhormone hemmen\u201c, erkl\u00e4rt Rinninger<\/p>\n<h2>Funktionsst\u00f6rung der Schilddr\u00fcse durch Herzmedikamente<\/h2>\n<p>Bei Patienten mit Herzerkrankungen ist wiederum das Medikament Amiodaron nicht selten der Grund f\u00fcr eine Funktionsst\u00f6rung der Schilddr\u00fcse. Amiodaron ist der am h\u00e4ufigsten eingesetzte und effektivste Arzneistoff, um Herzrhythmusst\u00f6rungen zu behandeln, die mit einer schnellen Herzschlagfolge einhergehen (tachykarde Herzrhythmusst\u00f6rung). Bei 20 bis 25 Prozent der l\u00e4nger mit Amiodaron behandelten Patienten kann das Medikament jedoch aufgrund seines hohen Jodgehalts funktionelle St\u00f6rungen der Schilddr\u00fcse ausl\u00f6sen. Es kann, abh\u00e4ngig von der geografischen Lage (Jodversorgung), zu einer Unterfunktion (Hypothyreose) oder einer \u00dcberfunktion (Hyperthyreose) kommen. Allerdings sind bei einer von Amiodaron ausgel\u00f6sten Hyperthyreose die typischen Zeichen einer \u00dcberfunktion oft abgeschw\u00e4cht oder gar nicht vorhanden. Blutuntersuchungen zeigen dann allerdings einen erniedrigten Wert des Steuerhormons TSH und deutlich erh\u00f6hte Werte des Schilddr\u00fcsenhormons T3, oft f\u00fcnffach \u00fcber den oberen Grenzwert hinaus. \u201eSchilddr\u00fcsennebenwirkungen sind unter einer Therapie mit dem Herzrhythmusmedikament Amiodaron so h\u00e4ufig, dass eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle der Schilddr\u00fcsenfunktion vor und w\u00e4hrend der Amiodaron-Therapie zwingend erforderlich ist\u201c, mahnt Prof. Rinninger.<\/p>\n<h2>Am meisten gef\u00fcrchtete Nebenwirkung: Stoffwechsel-Entgleisung<\/h2>\n<p>Die gef\u00fcrchtetste Nebenwirkung ist, wenn sie unentdeckt und unbehandelt bleibt, die \u201eAmiodaron-induzierte Thyreotoxikose\u201c (AIT), ein durch die Funktionsst\u00f6rung der Schilddr\u00fcse verursachtes Entgleisen des Stoffwechsels. Sie beruht auf zwei unterschiedlichen Mechanismen; hinsichtlich der Behandlung muss deshalb zwischen einer AIT vom Typ 1 und einer AIT vom Typ 2 unterschieden werden.<\/p>\n<p>Die AIT Typ 1 geht einher mit einer vermehrten Bildung von Schilddr\u00fcsenhormonen, die Beschwerden treten meist fr\u00fch auf. Die Betroffenen leiden zudem meist bereits vor Beginn der Amiodaron-Einnahme an einer Schilddr\u00fcsenerkrankung, etwa an einem Morbus Basedow oder an einer Schilddr\u00fcsenautonomie. \u201eBei derart vorbelasteten Patienten kann der hohe Jodgehalt des Medikaments die \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse provozieren. Bei Personen hingegen, bei denen keine Vorerkrankung der Schilddr\u00fcse besteht, ver\u00e4ndern sich die Schilddr\u00fcsenwerte unter einer Behandlung mit Amiodaron in der Regel nur geringgradig; die Funktion der Schilddr\u00fcse bleibt letztlich normal\u201c, erkl\u00e4rt Herzspezialist Prof. Meinertz. Bei einer AIT Typ 1 sei es erforderlich, Amiodaron abzusetzen. Zus\u00e4tzlich erfolge eine medikament\u00f6se Therapie mit Thyreostatika.<\/p>\n<p>Die AIT vom Typ 2 tritt sp\u00e4t, meist Monate nach Beginn der Amiodaron-Therapie auf. Das Medikament sch\u00e4digt die Zellen der Schilddr\u00fcse unmittelbar, es kommt zu einer zerst\u00f6rerischen Entz\u00fcndungsreaktion (destruktive Thyreoiditis). Infolgedessen werden Schilddr\u00fcsenhormone unkontrolliert freigesetzt. Eine AIT vom Typ 2 wird mit Glukokortikoiden, entz\u00fcndungshemmenden Medikamenten, behandelt. Nicht selten muss bei unzureichendem Therapierfolg dann die Schilddr\u00fcse operativ entfernt werden (Thyreoidektomie). Danach kann jedoch die Behandlung mit dem Rhythmusmedikament Amiodaron fortgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/herzstiftung.de\/service-und-aktuelles\/presse\/pressemitteilungen\/schilddruese-herz\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">herzstiftung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Fehlfunktion der Schilddr\u00fcse wirkt sich auch auf Herz und Kreislauf aus. Auch Herzmedikamente k\u00f6nnen eine ung\u00fcnstige Wirkung auf die Schilddr\u00fcse haben.\u00a0Die Schilddr\u00fcse beeinflusst mit ihren Botenstoffen nahezu jede Zelle unseres K\u00f6rpers. Eine Fehlfunktion wirkt sich daher auch auf Herz und Kreislauf aus. 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