{"id":1159,"date":"2024-07-18T09:25:07","date_gmt":"2024-07-18T07:25:07","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=1159"},"modified":"2025-08-20T09:23:25","modified_gmt":"2025-08-20T07:23:25","slug":"grundlagen-der-therapie-mit-schilddruesenhormonen-teil3-kombinationstherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/grundlagen-der-therapie-mit-schilddruesenhormonen-teil3-kombinationstherapie\/","title":{"rendered":"Grundlagen der Therapie mit Schilddr\u00fcsenhormonen, Teil 3: Kombinationstherapie"},"content":{"rendered":"<p><strong>In den am h\u00e4ufigsten verordneten Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4paraten ist T4 der alleinige Wirkstoff. Es gibt aber auch Medikamente die T3 als Wirkstoff haben oder Kombinationspr\u00e4parate die beide Schilddr\u00fcsenhormone T3 und T4 enthalten.<\/strong><!--more--><\/p>\n<aside class=\"info-box\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 1em; background-color: #f9f9f9; margin: 1em 0 2em 0;\"><strong>Tipp:<\/strong> 3-teilige Serie zur <strong>Therapie mit Schilddr\u00fcsenhormonen<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/grundlagen-der-therapie-mit-schilddruesenhormonen-teil1-behandlungsbeginn\/\">Teil 1: Behandlungsbeginn<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/grundlagen-der-therapie-mit-schilddruesenhormonen-teil2-therapiekontrolle\/\">Teil 2: Therapiekontrolle<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/grundlagen-der-therapie-mit-schilddruesenhormonen-teil3-kombinationstherapie\/\">Teil 3: Kombinationstherapie<\/a><\/aside>\n<p>Viele Patientinnen mit Hashimoto-Thyreoiditis profitieren von gezielten N\u00e4hrstoffpr\u00e4paraten und speziellen Heilpflanzen. In meiner umfassenden \u00dcbersicht zu bew\u00e4hrten Produkten f\u00fcr Schilddr\u00fcsenpatientinnen finden Sie Empfehlungen, die den Krankheitsverlauf positiv unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Informieren Sie sich hier \u00fcber hochwertige Erg\u00e4nzungen und praktische Hilfsmittel. \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/hilfreiche-produkte-fuer-schilddruesenpatientinnen\/\">Zu den bew\u00e4hrten Produkten f\u00fcr Schilddr\u00fcsenpatientinnen<\/a><\/p>\n<h2>Warum brauchen manche PatientInnen zum T4 zus\u00e4tzlich noch T3?<\/h2>\n<h3>Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Kombinationstherapie?<\/h3>\n<p>Es besteht eine Konversionsst\u00f6rung, d. h. die k\u00f6rpereigene Umwandlung von T4 in T3 funktioniert nicht ausreichend. An den Blutwerten ist dies z. B. an einem erh\u00f6hten fT4 bei niedrigen oder erniedrigten fT3-Werten feststellbar. Die Umwandlung von T4 in T3 wurde auch durch die zus\u00e4tzliche Einnahme von 200 \u00b5g Selen t\u00e4glich nicht wesentlich erh\u00f6ht. Stark beeintr\u00e4chtigende Symptome wie Ersch\u00f6pfung, Konzentrationsst\u00f6rungen, Ged\u00e4chtnisschw\u00e4che, Depressionen, Wassereinlagerungen und \u00dcbergewicht besserten sich unter der alleinigen T4-Einnahme nicht oder nur wenig. Allerdings kommt es nicht bei allen Personen unter einer Kombinationstherapie zu einer Besserung ihrer Krankheitssymptome.<\/p>\n<h2>Weshalb ist die Kombinationstherapie so umstritten?<\/h2>\n<h3>Bessere Lebensqualit\u00e4t durch die Kombinationstherapie?<\/h3>\n<p>BUNEVICIUS untersuchte die unterschiedlichen Wirkungen eines T4-Monopr\u00e4parates und eines T3\/T4-Kombinationspr\u00e4parates an 33 hypothyreoten PatientInnen. Zun\u00e4chst erhielten die PatientInnen 5 Wochen lang ein T4-Monopr\u00e4parat, dann wurden 50 \u00b5g Levothyroxin durch 12,5 \u00b5g Trijodthyronin ersetzt. Fast 2\/3 der PatientInnen gaben an sich unter der Kombinationstherapie insgesamt deutlich besser zu f\u00fchlen. Insbesondere das allgemeine Leistungsverm\u00f6gen und die Konzentrationsf\u00e4higkeit stiegen an. Ungef\u00e4hr 1\/3 der PatientInnen bemerkte keinen Unterschied, stellte also weder einen Vorteil noch einen Nachteil unter der Kombinationstherapie fest (R. Bunevicius, G. Kazanavicius, R. Zalinkevicius, A. J. Prange: \u201eEffect of thyroxine as compared with thyroxine plus triiodthyronine in patients with hypothyroidism\u201c, N Engl J Med 1999, 6(340): 424 \u2013 429).<\/p>\n<p>Bei der Greifswalder T3\/T4-Studie wurden 26 PatientInnen (21 Frauen, 5 M\u00e4nner) im Alter von 23 bis 69 Jahren untersucht, die seit mindestens 2 Jahren ein T4-Monopr\u00e4parat in Dosierungen zwischen 100 und 175 \u00b5g einnahmen. Bei dieser Studie wurden 5% der bisherigen T4-Dosis durch T3 ersetzt. Das TSH sank unter der Kombinationstherapie signifikant ab und 8 PatientInnen wiesen einen supprimierten TSH-Wert auf. PatientInnen mit einer autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) hatten dabei signifikant niedrigere TSH-Werte. Die durchgef\u00fchrte Studie ergab bez\u00fcglich des Befindens der PatientInnen keinen Vorteil der Kombinationstherapie gegen\u00fcber der Monotherapie. Als Nebeneffekt wurde festgestellt, dass PatientInnen mit einer autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankung bei den neuropsychologischen Tests schlechter abschnitten. Diese Ergebnisse weisen nach Ansicht der Arbeitsgruppe darauf hin, dass bei autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankungen das Beschwerdespektrum nicht nur durch die Schilddr\u00fcsenhormonspiegel erkl\u00e4rt werden kann. (W. Siegmund, K. Spieker, A. I. Weike, T. Giessmann, C. Modess, T. Dabers, D. Kirsch, E. Sanger, G. Engel, A. O. Hamm, M. Nauck, W. Meng: \u201eReplacement therapy with levothyroxine plus triiodothyronine (bioavailable molar ratio 14 : 1) is not superior to thyroxine alone to improve well-being and cognitive performance in hypothyroidism\u201d, Clin Endoc 2004, 6(60): 750 \u2013 757).<\/p>\n<div style=\"border-left: 4px solid #4CAF50; background-color: #f9fdf9; padding: 12px 16px; margin: 24px 0; font-family: Arial, sans-serif; font-size: 15px; line-height: 1.5;\">\n<p style=\"margin: 0;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Zentrale Themenseite mit vertiefenden Informationen zur T3-T4-Behandlung \u2192 <\/strong><\/span><a style=\"color: #2e7d32; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenunterfunktion-optimal-behandeln-was-die-t3-t4-kombinationstherapie-leisten-kann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schilddr\u00fcsenunterfunktion optimal behandeln \u2013 was die T3-T4-Kombinationstherapie leisten kann<br \/>\n<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h3>Risiken einer Kombinationstherapie?<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend das eingenommene T4 eine stoffwechselinaktive Form ist, mit der die Schilddr\u00fcsenhormonspeicher aufgef\u00fcllt werden, ist T3 unmittelbar stoffwechselaktiv und wirkt somit sehr viel schneller als T4. Bei Einnahme des synthetisch hergestellten Schilddr\u00fcsenhormons T3 kann es aufgrund dieser beschleunigten Wirkung zu unphysiologischen, sto\u00dfweise an- und ab flutenden, pathologisch hohen T3-Spiegeln kommen. Diese unerw\u00fcnschten Effekte k\u00f6nnen durch ein Aufteilen der Tagesdosis allerdings etwas abgemildert werden. Da die Resorption von Schilddr\u00fcsenhormonen durch Nahrung beeintr\u00e4chtigt wird, ist dann allerdings schwer abzusch\u00e4tzen welche Menge aufgenommen wird. Grunds\u00e4tzlich nicht empfehlenswert ist die Einnahme von zus\u00e4tzlichem T3 bei Personen mit vor bestehenden Herzerkrankungen. Kontraindikationen sind Tachykardien, Herzrhythmusst\u00f6rungen, Angina pectoris, Myocarditis und Herzinfarkt, da es durch die st\u00e4rkere Wirkung von T3 zu lebensbedrohlichen Verschlechterungen kommen k\u00f6nnte. Da es unter der Therapie mit zus\u00e4tzlichem T3 standardm\u00e4\u00dfig zu einer Supprimierung des TSH kommt, wird diskutiert, ob eine Kombinationstherapie zu negativen Auswirkungen am Knochensystem mit dem Risiko einer Osteoporose f\u00fchrt. Obwohl der Zusammenhang zwischen einer Knochendichteverminderung und einem supprimierten TSH bislang nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte, sollten besonders postmenopausale Frauen, die bereits an einer Osteoporose leiden, Nutzen und Risiko sehr genau gegeneinander abw\u00e4gen. Auch bei \u00e4lteren Personen ist Vorsicht geboten. Neueren Studien zufolge kann bei ihnen ein dauerhaft supprimierter TSH das Demenzrisiko erh\u00f6hen.<\/p>\n<h2>Worauf muss man beim Wechsel auf eine T3\/T4-Kombination achten?<\/h2>\n<h3>Umstieg auf ein Kombinationspr\u00e4parat?<\/h3>\n<p>Es ist schwieriger mit der Kombination von T3 und T4 eine gute Schilddr\u00fcsenhormoneinstellung zu finden als unter Verwendung eines Monopr\u00e4parates. Bei dem Umstieg auf ein T3\/T4-Kombinationspr\u00e4parat ist es deshalb entscheidend eine\/einen \u00c4rztin\/Arzt zu finden, der sich damit auskennt und die\/den Patientin\/Patienten gut betreuen kann. Au\u00dferdem sollten in der Einstellungsphase regelm\u00e4\u00dfige Blutkontrollen im Abstand von sechs Wochen durchgef\u00fchrt werden. Grunds\u00e4tzlich ist es ratsam sehr langsam in kleinen Schritten umzusteigen, d. h. immer nur 25 \u00b5g Levothyroxin (T4) durch 5 \u00b5g Trijodthyronin (T3) zu ersetzen. T3 hat eine bessere Bioverf\u00fcgbarkeit. Es wird zu 90 \u2013 100 % resorbiert und seine Wirkung setzt oft schon nach wenigen Stunden ein. Schilddr\u00fcsenhormontabletten lassen sich mit einer scharfen Rasierklinge oder auch handels\u00fcblichen, in jeder Apotheke erh\u00e4ltlichen Tablettenteilern durchteilen.<\/p>\n<div style=\"background-color: #ffe6f0; border-left: 6px solid #e91e63; padding: 16px; margin: 20px 0; font-family: sans-serif;\">\n<p>Jetzt Medikamente online bestellen bei der Partner-Apotheke von www.schilddruesenguide.de! F\u00fcr Ihren Einkauf \u00fcber den Affiliate-Link <a style=\"color: #e91e63; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.awin1.com\/awclick.php?gid=371784&amp;mid=14485&amp;awinaffid=579973&amp;linkid=2490754&amp;clickref=\" rel=\"sponsored\">DocMorris \u2013 Europas gr\u00f6\u00dfte Versandapotheke<\/a> erhalte ich eine Provision, die dazu beitr\u00e4gt, Ihnen dieses umfangreiche Informationsangebot hier kostenfrei zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p>Letzte Aktualisierung: 20. August 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den am h\u00e4ufigsten verordneten Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4paraten ist T4 der alleinige Wirkstoff. 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