{"id":1062,"date":"2015-04-11T19:22:27","date_gmt":"2015-04-11T17:22:27","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=1062"},"modified":"2024-03-22T15:13:23","modified_gmt":"2024-03-22T14:13:23","slug":"risiken-der-schilddruesenoperation-teil-4-horner-syndrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-4-horner-syndrom\/","title":{"rendered":"Risiken der Schilddr\u00fcsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auch wenn Thyreoidektomien als unkompliziert gelten und heutzutage meist problemlos verlaufen, birgt auch die chirurgische Entfernung der Schilddr\u00fcse Risiken. Dazu geh\u00f6rt das bei PatientInnen relativ unbekannte Horner-Syndrom.<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Definition<\/strong><\/h2>\n<p>Klassifikation nach ICD-10: G90.2 Horner-Syndrom<\/p>\n<p>Andere Bezeichnungen: Horner-Trias, Claude Bernard-Horner-Syndrom, Pr\u00e4ganglion\u00e4res Horner-Syndrom<\/p>\n<p>1869 erstmals beschrieben von dem Schweizer Augenarzt Johann Friedrich Horner<\/p>\n<p><strong>Als Horner-Syndrom wird ein dreiteiliger Symptomkomplex (Verengung der Pupille, Herabh\u00e4ngen des Oberlids, Zur\u00fccksinken des Auges in die Augenh\u00f6hle) aufgrund einer Sch\u00e4digung des Ganglion stellatum bezeichnet.<\/strong> Das Ganglion stellatum ist eine komplizierte Ansammlung von Nerven im Bereich der unteren Halsregion.<!--more--><\/p>\n<h2><strong>Symptome<\/strong><\/h2>\n<p>Charakteristisch f\u00fcr das meist einseitig auftretende Horner-Syndrom sind folgende Krankheitszeichen:<\/p>\n<p>1. <strong>Verengung der Pupille (Miosis)<\/strong><\/p>\n<p>Betroffener Muskel: Musculus dilatator pupillae<\/p>\n<p>Auf der vom Horner-Syndrom betroffenen Seite ist die Pupille deutlich verengt. Auf einen Lichtreiz reagiert sie sehr langsam und erweitert sich auch im Dunkeln nur unvollst\u00e4ndig. Dadurch haben die erkrankten Patienten h\u00e4ufig Probleme beim Sehen in der Dunkelheit.<\/p>\n<p>2. <strong>Herabh\u00e4ngen des Oberlids (Ptosis, upside-down-ptosis)<\/strong><\/p>\n<p>Betroffener Muskel: Musculus tarsalis<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig beim Horner-Syndrom ist das dauerhafte Herabh\u00e4ngen eines Oberlids. Dieses kann willentlich nicht mehr oder nur noch geringf\u00fcgig angehoben werden. Als Folge des herabh\u00e4ngenden Oberlids kann das Gesichtsfeld sp\u00fcrbar eingeschr\u00e4nkt sein.<\/p>\n<p>3. <strong>Zur\u00fccksinken des Auges in die Augenh\u00f6hle (Enophthalmus)<\/strong><\/p>\n<p>Betroffener Muskel: Musculus orbitalis<\/p>\n<p>Dieser Aspekt des Horner-Syndroms gilt als umstritten. W\u00e4hrend einige AutorInnen darauf hinweisen, dass das betroffene Auge sehr tief liegend und deutlich in die Augenh\u00f6hle eingesunken ist sprechen andere Mediziner von einem vorget\u00e4uschten Enophthalmus.<\/p>\n<p>Neben den erw\u00e4hnten drei Hauptsymptomen kann es beim Horner-Syndrom au\u00dferdem zu einer verminderten Schwei\u00dfbildung (Hypohydrosis) im Bereich von Kopf, Hals und eventuell auch Oberk\u00f6rper auf der betroffenen K\u00f6rperh\u00e4lfte kommen. Als Harlekin-Syndrom werden hingegen die einseitige R\u00f6tung und Schwei\u00dfbildung auf der nicht vom Horner-Syndrom betroffenen Gesichtsh\u00e4lfte bezeichnet wie sie z.B. nach sportlichen Aktivit\u00e4ten auftreten.<\/p>\n<h2><strong>Ursachen<\/strong><\/h2>\n<p>Als Ursachen f\u00fcr das gl\u00fccklicherweise sehr selten im Zusammenhang mit Erkrankungen der Schilddr\u00fcse auftretende Horner-Syndrom gelten sowohl eine Nervenreizung durch eine erheblich vergr\u00f6\u00dferte Schilddr\u00fcse (z.B. als Folge von Schilddr\u00fcsenkrebs) als auch die Nervensch\u00e4digung im Verlauf einer Schildd\u00fcsenoperation.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung<\/strong><\/h2>\n<p>Das Horner-Syndrom kann bislang leider nicht urs\u00e4chlich behandelt werden. Gelegentlich bilden sich die Symptome nach der Schilddr\u00fcsenoperation innerhalb mehrerer Monate ohne weitere Behandlung von allein wieder zur\u00fcck. Dies h\u00e4ngt allerdings davon ab, ob das Nervengeflecht nur zeitweise gereizt war oder dauerhaft gesch\u00e4digt worden ist. Bleibt das Horner-Syndrom unver\u00e4ndert bestehen, kann das herabh\u00e4ngende Oberlid operativ angehoben werden. Leider sind die Ergebnisse f\u00fcr die erkrankten PatientInnen nicht immer zufriedenstellend und gelegentlich sind mehrere Korrekturen erforderlich. Deshalb ist es sehr ratsam sich vor einem Eingriff eine Zweitmeinung einzuholen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10118\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/SDG-Tipp.png\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"48\" \/><\/p>\n<p>Dieser Artikel ist Teil einer Serie:<br \/>\nTeil 1 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-1-wundheilungsstoerungen\/\">Wundheilungsst\u00f6rungen<\/a><br \/>\nTeil 2 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-2-hypoparathyreoidismus\/\">Hypoparathyreoidismus<\/a><br \/>\nTeil 3 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-3-rekurrensparese\/\">Rekurrensparese<\/a><br \/>\nTeil 4 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-4-horner-syndrom\/\">Horner-Syndrom<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die letzte Aktualisierung war am 22. M\u00e4rz 2024.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn Thyreoidektomien als unkompliziert gelten und heutzutage meist problemlos verlaufen, birgt auch die chirurgische Entfernung der Schilddr\u00fcse Risiken. Dazu geh\u00f6rt das bei PatientInnen relativ unbekannte Horner-Syndrom. 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