{"id":1058,"date":"2015-04-11T19:19:11","date_gmt":"2015-04-11T17:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=1058"},"modified":"2024-03-22T15:05:59","modified_gmt":"2024-03-22T14:05:59","slug":"risiken-der-schilddruesenoperation-teil-2-hypoparathyreoidismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-2-hypoparathyreoidismus\/","title":{"rendered":"Risiken der Schilddr\u00fcsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Definition<\/strong><\/h2>\n<p>Klassifikation nach ICD-10:<\/p>\n<p>Andere Bezeichnung: Nebenschilddr\u00fcsenunterfunktion<\/p>\n<p>Beim Hypoparathyreoidismus handelt es sich um einen Parathormonmangel aufgrund einer Unterfunktion der Nebenschilddr\u00fcsen. Die insgesamt vier Nebenschilddr\u00fcsen (Glandulae parathyroideae) liegen etwas unterhalb der Schilddr\u00fcse. Sie bilden das Parathormon. Dieses Hormon ist entscheidend, wenn es darum geht f\u00fcr einen ausreichend hohen Calciumspiegel im Blut zu sorgen. Wenn die Nebenschilddr\u00fcsen nicht richtig funktionieren bedeutet dies, dass sie zu wenig Parathormon aussch\u00fctten. Dies bezeichnen \u00c4rztInnen als Hypoparathyreoidismus. Fehlt das Parathormon kommt es in der Folge zwangsl\u00e4ufig auch zu einem Calciummangel, der sogenannten Hypokalz\u00e4mie.<!--more--><\/p>\n<h2><strong>Symptome<\/strong><\/h2>\n<p>Charakteristisch f\u00fcr einen Hypoparathyreoidismus sind ausgepr\u00e4gte Calciummangelsymptome.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlen beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li>Muskelschmerzen bis hin zu ausgepr\u00e4gten Muskelkr\u00e4mpfen<\/li>\n<li>Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen<\/li>\n<li>\u00c4ngstlichkeit, Reizbarkeit und Nervosit\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auff\u00e4llig sind beim Hypoparathyreoidismus auch oft das <strong>Chvostek-Zeichen<\/strong> (Unkontrolliertes Zucken des Mundwinkels als Reaktion auf das Beklopfen des Nervus facialis-Stammes vor einem Ohrl\u00e4ppchen.) und\/oder das <strong>Trousseau-Zeichen<\/strong> (Pf\u00f6tchenstellung der Hand als Reaktion auf das Aufpumpen der Blutdruckmanschette an dem betreffenden Arm).<\/p>\n<h2><strong>Ursachen<\/strong><\/h2>\n<p>Die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr einen Hypoparathyreoidismus ist eine Schilddr\u00fcsenoperation (Thyreoidektomie, chirurgische Entfernung der Schilddr\u00fcse). Bei gutartigen Schilddr\u00fcsenerkrankungen werden die Nebenschilddr\u00fcsen dabei manchmal versehentlich entfernt. Bei b\u00f6sartigen Schilddr\u00fcsenerkrankungen (Schilddr\u00fcsenkrebs, Karzinom der Schilddr\u00fcse) gibt es h\u00e4ufig keine andere M\u00f6glichkeit als neben der Schilddr\u00fcse auch die Nebenschilddr\u00fcsen mit zu entfernen.<\/p>\n<h2><strong>Behandlung<\/strong><\/h2>\n<p>Vor\u00fcbergehender Hypoparathyreoidismus (bis zu 25 %): Versehentlich entfernte Nebenschilddr\u00fcsen k\u00f6nnen durch eine Autotransplantation (Verpflanzung innerhalb des eigenen K\u00f6rpers) wieder einwachsen und nehmen nach einiger Zeit dann auch die Produktion des Parathormons wieder auf. Anfangs k\u00f6nnen z.B. intraven\u00f6se Calciumgaben erforderlich sein, aber langfristig reguliert sich auch der Calciumhaushalt wieder.<\/p>\n<p>Bleibender Hypoparathyreoidismus (ca. 1 %): Wenn die Nebenschilddr\u00fcsen nach einer Schilddr\u00fcsenoperation auf Dauer nicht mehr richtig funktionieren oder alle vier Nebenschilddr\u00fcsen bei der Schilddr\u00fcsenoperation entfernt wurden, m\u00fcssen die betroffenen Schilddr\u00fcsenpatientInnen lebenslang Calcium und Vitamin D in Tablettenform zu sich nehmen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10118\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/SDG-Tipp.png\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"48\" \/><\/p>\n<p>Dieser Artikel ist Teil einer Serie:<br \/>\nTeil 1 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-1-wundheilungsstoerungen\/\">Wundheilungsst\u00f6rungen<\/a><br \/>\nTeil 2 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-2-hypoparathyreoidismus\/\">Hypoparathyreoidismus<\/a><br \/>\nTeil 3 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-3-rekurrensparese\/\">Rekurrensparese<\/a><br \/>\nTeil 4 \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/risiken-der-schilddruesenoperation-teil-4-horner-syndrom\/\">Horner-Syndrom<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die letzte Aktualisierung war am 22. M\u00e4rz 2024.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definition Klassifikation nach ICD-10: Andere Bezeichnung: Nebenschilddr\u00fcsenunterfunktion Beim Hypoparathyreoidismus handelt es sich um einen Parathormonmangel aufgrund einer Unterfunktion der Nebenschilddr\u00fcsen. Die insgesamt vier Nebenschilddr\u00fcsen (Glandulae parathyroideae) liegen etwas unterhalb der Schilddr\u00fcse. Sie bilden das Parathormon. 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