{"id":1041,"date":"2023-05-17T07:00:06","date_gmt":"2023-05-17T05:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=1041"},"modified":"2025-07-10T13:22:34","modified_gmt":"2025-07-10T11:22:34","slug":"vorsicht-bei-roentgenuntersuchungen-mit-jodhaltigen-kontrastmitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/vorsicht-bei-roentgenuntersuchungen-mit-jodhaltigen-kontrastmitteln\/","title":{"rendered":"Vorsicht bei R\u00f6ntgenuntersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Viele R\u00f6ntgenkontrastmittel enthalten Jod. Durch Messungen der Jodausscheidung im Urin in Abh\u00e4ngigkeit von der Kontrastmittelmenge wurde festgestellt, dass die Schilddr\u00fcse bei R\u00f6ntgenuntersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln gro\u00dfe Mengen Jod einlagert. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Dieses Jod beeinflusst die Schilddr\u00fcsenfunktionslage und kann insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen der Schilddr\u00fcse (Knotenstruma, Autonomie, Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion, Morbus Basedow) eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) ausl\u00f6sen oder verschlimmern.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<aside class=\"info-box\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 1em; background-color: #f9f9f9; margin: 1em 0 2em 0;\"><strong>Wichtig:<\/strong> Schilddr\u00fcsenmedikamente k\u00f6nnen durch andere Wirkstoffe beeinflusst werden. In diesem Beitrag finden Sie eine \u00dcbersicht zu <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wechselwirkungen-zwischen-schilddruesenhormonpraeparaten-und-weiteren-medikamenten\/\">m\u00f6glichen Wechselwirkungen mit h\u00e4ufig genutzten Medikamenten<\/a> \u2013 inklusive Tipps zur richtigen Einnahme.<\/aside>\n<h3>R\u00f6ntgenkontrastmittel bei Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/h3>\n<p>Insbesondere der TSH-Wert wird durch jodhaltige Kontrastmittel erniedrigt, so dass es zu einer kontrastmittelinduzierten Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) kommen kann. Diese Gefahr ist umso gr\u00f6\u00dfer, je niedriger das TSH bereits vor der Untersuchung mit dem jodhaltigen R\u00f6ntgenkontrastmittel gewesen ist. Deshalb sollte vor der Untersuchung immer der TSH-Wert bestimmt werden, um eine versteckte (subklinische) oder deutliche (manifeste) \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Schilddr\u00fcsenhormonkonzentrationen fT4 und fT3 bleiben bei einmaliger Untersuchung mit einem jodhaltigen R\u00f6ntgenkontrastmittel in der Regel unver\u00e4ndert.<\/p>\n<h3>Kontrastmittelgabe bei einer Unterfunktion der Schilddr\u00fcse<\/h3>\n<p>Bei einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion, die ad\u00e4quat mit einem Schilddr\u00fcsenhormonmedikament behandelt wird, sind keine besonderen Vorsichtsma\u00dfnahmen erforderlich.<\/p>\n<h3>Knotige Schilddr\u00fcsenver\u00e4nderungen und jodhaltige Kontrastmittel<\/h3>\n<p>Bei j\u00fcngeren, schilddr\u00fcsengesunden Menschen ist das Risiko, dass durch ein R\u00f6ntgenkontrastmittel eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse ausgel\u00f6st wird sehr gering. Die Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr liegt unter einem Prozent. Bei \u00e4lteren PatientInnen die h\u00e4ufig (unwissend) Schilddr\u00fcsenknoten haben nimmt dieses Risiko jedoch erheblich zu. Hier gilt das besondere Augenmerk der Knotenstruma sowie Autonomie der Schilddr\u00fcse (hei\u00dfen Schilddr\u00fcsenknoten).<\/p>\n<h3>Kontrastmitteluntersuchung bei Autoimmunthyreoiditis<\/h3>\n<p>Das Risiko f\u00fcr eine jodinduzierte Hypothyreose ist in Regionen mit ausreichender Jodversorgung und bei PatientInnen mit einer Autoimmunthyreoiditis (Schilddr\u00fcsenentz\u00fcndung) erh\u00f6ht. Insbesondere bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte deshalb vor jeder Kontrastmittelgabe der TSH-Wert bestimmt werden. Wenn dieser erniedrigt ist, haben \u00c4rztInnen die M\u00f6glichkeit ein die Schilddr\u00fcsenfunktion hemmendes Medikament (Perchlorat, Thiamazol) zu verabreichen. Das wird oft f\u00fcr einige Stunden\/Tage vor und mindestens 10 Tage nach der Untersuchung mit dem jodhaltigen Kontrastmittel verordnet. Einige Wochen nach der Kontrastmittelgabe sollte der TSH-Wert dann noch einmal kontrolliert werden. Die H\u00f6he der Antik\u00f6rper ver\u00e4ndert sich durch die einmalige Gabe eines jodhaltigen R\u00f6ntgenkontrastmittels nicht.<\/p>\n<p><strong>Wichtig: Weisen Sie die \u00c4rztin\/den Arzt unbedingt auf eine bestehende Erkrankung der Schilddr\u00fcse hin, wenn eine Untersuchung mit einem jodhaltigen R\u00f6ntgenkontrastmittel geplant ist!<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Dieser Artikel wurde aktualisiert und am 17.05.23 neu ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele R\u00f6ntgenkontrastmittel enthalten Jod. Durch Messungen der Jodausscheidung im Urin in Abh\u00e4ngigkeit von der Kontrastmittelmenge wurde festgestellt, dass die Schilddr\u00fcse bei R\u00f6ntgenuntersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln gro\u00dfe Mengen Jod einlagert. 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