Magnesium

Der nachfolgende Artikel wurde am 12.09.18 aktualisiert.

Zu den wenig beachteten Folgen einer Unterfunktion der Schilddrüse gehört die unzureichende Versorgung mit dem Mineralstoff Magnesium.

Abbildung = Amazon-Partnerlink

Der Gesamtbestand an Magnesium im menschlichen Körper beträgt etwa 25 g. Der größte körpereigene Magnesiumspeicher sind die Knochen, in denen sich etwa 60 % befindet. Knapp 40 % sind im Bindegewebe und in der Muskulatur enthalten. Im Blut sind nur etwa 1 – 2 % des Körpermagnesiums gelöst. Da der menschliche Körper nicht in der Lage ist Magnesium selbst zu produzieren, muss dieser wichtige Mineralstoff dem Körper durch die Nahrung von außen zugeführt werden. Der tägliche Bedarf liegt laut DGE bei circa 300 – 400 mg. Magnesium ist an vielen Vorgängen im Körper beteiligt. Es ist für die Aktivierung von mehr als 300 Enzymen wichtig. Magnesium spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, bei der Eiweißherstellung, der Zellerneuerung, der Übertragung von Nervenimpulsen, der Muskeltätigkeit und dem Knochenaufbau.

Bei einer länger bestehenden Schilddrüsenunterfunktion wird aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels nicht ausreichend Magnesium aus der Nahrung aufgenommen. Selbst bei erhöhter Zufuhr kann ein bestehender Mangel dann nur sehr schlecht ausgeglichen werden. Eine japanische Studie an 84 Patienten belegte, dass der Magnesiumstoffwechsel bei Schilddrüsenerkrankungen nicht nur grundsätzlich von den Schilddrüsenhormonen beeinflusst wird, sondern dass dabei die Krankheitsdauer eine ganz entscheidende Rolle spielt. (Y. Shibutani, T. Yokota, S. Iijima, A. Fujioka, S. Katsuno, K. Sakamoto: “Plasma and erythrocyte magnesium concentrations in thyroid disease: relation to thyroid function and the duration of illness” Jpn J Med 1989, 4 (28):496 – 502)

Insbesondere zu Beginn der Therapie mit Schilddrüsenhormonen kommt es dadurch zu Problemen. Das Schilddrüsenhormon Thyroxin verbessert zwar die Magnesiumaufnahme in die Zellen, erhöht aber durch die allgemeine Stoffwechselanregung auch den Bedarf und fördert die Magnesiumausscheidung. Dabei haben Betroffene dann oft das Gefühl, Über- und Unterfunktionssymptome würden gleichzeitig bestehen oder sich in schneller zeitlicher Folge abwechseln. Insbesondere wenn alle Schilddrüsenwerte im Normalbereich sind, ist es wichtig an diese Möglichkeit zu denken. Gerade weil sich die möglichen Magnesiummangelsymptome nur so schwer von den durch die Hashimoto-Thyreoiditis bedingten hormonellen Beschwerden abgrenzen lassen, ist ein Substitutionsversuch sinnvoll. Continue reading „Magnesium“