Keine Mehrbedarfszuschläge für jodfreie Ernährung für schilddrüsenkranke ALG II-Empfänger

Nachtrag: Die nachfolgenden Informationen sind nicht mehr aktuell!

Personen, die Arbeitslosengeld II erhalten und aus medizinischen Gründen eine kostenaufwändigere Ernährung benötigen können unter bestimmten Voraussetzungen einen Mehrbedarf geltend machen. Entsprechendes Formular der Arbeitsagentur ist die Anlage MEB Antrag auf Gewährung eines Mehrbedarfs für kostenaufwändigere Ernährung.

Autoimmunerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) Mehrbedarf von 25,56 EUR jetzt 40,00 EUR für Vollkost

Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Zöliakie, Lactoseintoleranz)
Mehrbedarf von 66,47 EUR jetzt 80,00 EUR für gluten- bzw. lactosefreie Kost

(Schilddrüsen-) Krebs
Mehrbedarf von 25,56 EUR jetzt 40,00 EUR für Vollkost

Stoffwechselerkrankungen

Hyperlipidämie – Mehrbedarf von 35,79 EUR gibt es nicht mehr für lipidreduzierte Reduktionskost (bei Adipositas kein Mehrbedarf)

Hyperurikämie – Mehrbedarf von 30,68 EUR gibt es nicht mehr für purinreduzierte Reduktionskost (bei Adipositas kein Mehrbedarf)

Anträge auf Mehrbedarf wegen jodfreier Ernährung aufgrund einer Schilddrüsenautoimmunerkrankung (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) werden meines Wissens grundsätzlich abgelehnt. Ein Gerichtsurteil zu diesem Sachverhalt gibt es nach meiner Kenntnis bisher nicht. Eventuell kann jedoch über zusätzlich vorhandene Erkrankungen (s.o.) ein Mehrbedarf geltend gemacht werden.