Verhängnisvolle, psychische Fehldiagnosen bei SchilddrüsenpatientInnen

Es ist unverändert an der Tagesordnung, dass ÄrztInnen anstelle einer Schilddrüsenerkrankung ein chronisches Erschöpfungssyndrom, einen Burnout, eine Depression oder eine Angststörung diagnostizieren.

PatientInnen die es wagen die ärztliche Einschätzung anzuzweifeln haben im Hinblick darauf allerdings meist schlechte Karten. Die vermeintlich uneinsichtige Gegenwehr gilt eher noch als Beweis für die psychische Erkrankung.

Aber was ist, wenn betroffene PatientInnen allen Grund haben sich zu wehren – eben weil die Diagnose schlichtweg falsch ist und statt der Psyche die Schilddrüse krank ist?

Dann werden sie allein gelassen, nicht ernst genommen, als Querulanten abgestempelt und teilweise sogar verspottet. Ihre verzweifelten Hilferufe werden nicht gehört. Eine sorgfältige, ärztliche Abklärung möglicher Differentialdiagnosen wie beispielsweise eine Schilddrüsenerkrankung unterbleibt nicht selten.

Und wenn ÄrztInnen doch an die Schilddrüse als mögliche Ursache für die psychischen Symptome denken wird im Regelfall lediglich der TSH-Wert bestimmt. Aber das reicht nicht! Ein normwertiger TSH-Wert ist nicht mit Schilddrüsengesundheit gleichzusetzen. Es muss immer zusätzlich eine Sonografie der Schilddrüse durchgeführt werden. Wirklich aussagekräftig ist eine Schilddrüsenuntersuchung sogar erst dann, wenn zusätzlich auch die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie die Schilddrüsenautoantikörper (TPO-AK, TG-AK, TRAK) bestimmt werden.

Nicole Rolfsmeier:

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