Universitätsklinikum Frankfurt erhält schnellste Ultraschalltechnik gegen Schilddrüsenknoten

Mit dem HIFU Beamotion können Schilddrüsenknoten jetzt in einer deutlich kürzeren Behandlungszeit entfernt werden.

Am Universitätsklinikum Frankfurt wurde am 5. Januar die neueste Generation der schonenden Ultraschalltechnologie für die Therapie von Schilddrüsenknoten installiert: HIFU Beamotion. Das Gerät für hochintensiv fokussierten Ultraschall (HIFU) bietet Patienten den Vorteil einer sehr deutlich reduzierten Behandlungszeit: Sie verkürzt sich um circa 70 Prozent.  Mit dem HIFU Beamotion können sowohl gutartige als auch bösartige Knoten entfernt werden, ohne dass die Ärzte einen einzigen Schnitt im Körper machen müssen. Es wird nur das erkrankte Gewebe zerstört, während die Haut und die restliche Schilddrüse verschont bleiben und ihre normale Funktion behalten. Nach der Behandlung sind im Regelfall keine Schilddrüsenmedikamente mehr nötig. 

Außergewöhnliche Technik macht Behandlung besonders schonend und komfortabel.

Fast 20 Prozent der Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Die dadurch verursachte Vergrößerung der Schilddrüse kann sich für die Betroffenen sehr unangenehm auswirken: Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, ein unangenehmes Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang können die Folge sein. Früher wurden die Knoten oft durch eine Operation entfernt. Das ist allerdings für die Patienten belastend und mit Risiken verbunden. Mit dem HIFU Beamotion können die Geschwulste sehr schonend behandelt werden. Es ist ein Verfahren der Thermoablation, bei dem erkranktes Gewebe durch Hitze beseitigt wird. Bei den meisten dieser Techniken wird dafür eine Nadel in den Körper eingeführt. Das Besondere an der Ultraschallbehandlung ist, dass sie überhaupt keinen Schnitt im Körper des Patienten benötigt. Sie beseitigt den Knoten unter der Haut, ohne diese zu beschädigen. Hierbei werden Ultraschallwellen ähnlich wie Sonnenstrahlen durch eine Lupe auf einen präzisen Punkt innerhalb der Schilddrüse gebündelt. Damit wird eine lokale Erwärmung des Gewebes erreicht, ohne das umgebende Gewebe zu beeinflussen. Die Hitze zerstört die erkrankten Zellen des Schilddrüsenknotens, die danach vom Körper selbstständig abgebaut werden. Mit dem HIFU Beamotion kann dieses Verfahren nun viel schneller durchgeführt werden. Verantwortlich dafür ist eine minimale Rotation des Behandlungskopfs. Dadurch deckt der Strahl des Ultraschalls eine größere Fläche ab – mit durchschlagendem Erfolg: Bei einem beispielsweise fünf Milliliter großen Knoten wird nur noch circa eine Viertelstunde Behandlungszeit benötig, während man dafür mit den bisherigen Geräten fast eine Stunde brauchte. Das macht die Behandlung für die Patienten deutlich komfortabler.

Das richtige Verfahren für jeden Patienten

Die Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt hat das HIFU-Verfahren international etabliert. Im Jahr 2014 hatte sie die erste Ultraschallbehandlung von Schilddrüsenknoten in Deutschland durchgeführt. Die Therapie ist eine von verschiedenen Varianten der Thermoablation von Schilddrüsengewebe, die als Alternative zur Schilddrüsenoperation an diesem Standort angeboten werden. Das Universitätsklinikum nimmt auch international eine Führungsposition bei der Weiterentwicklung und dem Einsatz der Technologie ein. So hat das Frankfurter Ärzteteam unter der Leitung von PD Dr. Hüdayi Korkusuz und Prof. Frank Grünwald das „Frankfurter Protokoll“ zur optimalen Durchführung der HIFU-Therapie entwickelt. Mittlerweile nutzen verschiedene Zentren weltweit das Protokoll zur Behandlung. Neben der Ultraschallbehandlung bietet das Universitätsklinikum auch die Radiojodtherapie, die Mikrowellen- und die Radiofrequenzablation an. Um die Verfahren weiterzuentwickeln, die Expertise weiterzugeben und Patienten über Alternativen zur Schilddrüsenoperation zu informieren, wurde 2014 das Deutsche Zentrum für Thermoablation von Schilddrüsenknoten (www.dzta.de) gegründet. Die Institution hat das Ziel, die Thermoablation von Schilddrüsenknoten in Deutschland zu optimieren und den ärztlichen Austausch über Erfahrungen mit den verschiedenen thermoablativen Verfahren zu fördern. Ärzte können dort auch ihre Kenntnisse der Thermoablation von Schilddrüsenknoten prüfen und zertifizieren lassen. Damit sichert das DZTA eine hohe Behandlungsqualität über den Standort Frankfurt hinaus.

Quelle: kgu.de