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Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse

Ich möchte an dieser Stelle kurz auf eine interessante Veröffentlichung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 03. Mai 2018 hinweisen. Titel: Neue Hoffnung für Patienten mit Depressionen und Angst. Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse.  Die dortigen Forscher konnten nachweisen, dass es eine deutliche Verknüpfung von depressiven Erkrankungen und Angststörungen mit einer Autoimmunthyreoiditis (autoimmun bedingte Entzündung der Schilddrüse, Hashimoto-Thyreoiditis) gibt.

Patientenrecht: Kopie der Schilddrüsenwerte

Es kommt sehr häufig vor, dass SchilddrüsenpatientInnen ihre aktuellen Schilddrüsenwerte nicht kennen. Einige wissen sogar noch nicht einmal an welcher Erkrankung der Schilddrüse sie eigentlich genau leiden.  Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und möglichst beschwerdefreies Leben mit einer zumeist chronischen Schilddrüsenkrankheit.

Jede/r Patient/in hat das Recht von Arztbriefen, Laborbefunden usw. eine Kopie zu verlangen und von diesem Recht sollte man auch Gebrauch machen. Für Ärztinnen bzw. Arzthelferinnen ist eine solche Bitte völlig normal und wird nicht als Misstrauen aufgefasst. Auch dem Wunsch sich eine Zweitmeinung einzuholen wird meist mit professionellem Verständnis begegnet.

Für alle, die ihre Rechte beim Arzt noch nicht so genau kennen, der Hinweis auf den 86-seitigen “Ratgeber für Patientenrechte” der Bundesregierung. Dieser kann entweder als PDF-Datei heruntergeladen oder als gedruckte Broschüre (beides kostenlos) bestellt werden.

Psychiatrische Fehldiagnose bei Hashimoto-Enzephalopathie

Die Hashimoto-Enzephalopathie ist eine ausgesprochen seltene und ÄrztInnen entsprechend wenig bekannte Erkrankung. Bei unklarer psychiatrischer Symptomatik in Verbindung mit hohen Schilddrüsenautoantikörperspiegeln sollte diese Differentialdiagnose jedoch in Erwägung gezogen werden. Einen englischsprachigen Fallbericht dazu haben Murugan Selvaraj Karthik, Kulothungan Nandhini, Viswanath Subashini, Ramasamy Balakrishnan (Hashimoto’s Encephalopathy Presenting with Unusual Behavioural Disturbances in an Adolescent Girl, National Institutes of Health (Gesundheitsministerium d. USA)) veröffentlicht.  Unter dem Titel “Der Schlangentanz” wurde der Fall auch von einer DocCheck-Bloggerin in deutscher Sprache noch einmal ausführlich dargestellt.

Ich möchte heute an dieser Stelle kurz auf den am 08. Februar 2018 auf news.doccheck.com veröffentlichten Artikel “Der Hashimoto läuft sich warm” verweisen. Sicher sind nicht alle darin gemachten Aussagen unumstritten (wie auch die angeregte Diskussion in den Kommentaren zeigt), aber ich finde ihn gerade deshalb sehr lesenswert.

Vor wenigen Tagen wurde von Prof. Schatz im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie der interessante Artikel “Levothyroxingabe steigert die Ovarialfunktion bei unfruchtbaren Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis und einem TSH von >/= 2,5 mU/l” veröffentlicht. Hintergrund ist eine japanische Untersuchung im Rahmen derer bei PatientInnen mit Hashimoto-Thyreoiditis unter der Therapie mit Levothyroxin positive Veränderungen der Spiegel des Anti-Müller-Hormons gemessen wurden. Die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons wird insbesondere zur Fertilitätsdiagnostik genutzt weil es Aufschluss über die Funktion der Eierstöcke gibt.

Aktuelle Zahlen zu Schilddrüsenkrebs

Am 06. Dezember 2017 wurde vom Robert-Koch-Institut eine aktuelle Auswertung der fortlaufend zum Thema Schilddrüsenkrebs erhobenen Daten (Kapitel 3.24 Schilddrüse / Krebs in Deutschland) veröffentlicht.

Neu an Schilddrüsenkrebs erkrankten demnach fast dreimal so viele Frauen wie Männer (beispielsweise im Jahr 2014 rund 4.280 Frauen und 1.840 Männer). Am häufigsten von einer Neudiagnose betroffen sind Menschen im Lebensalter von 50 bis 55 Jahren. Als Risikofaktoren gelten insbesondere vorangegangene Strahlenbelastungen (Strahlentherapie, radioaktive Strahlung). Weitere Auslöser konnten indes noch nicht zweifelsfrei belegt werden.

Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern oder auch den USA deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt.  Über die möglichen Gründe, insbesondere ob hierzulande die Entscheidung zur operativen Entfernung der Schilddrüse zu leichtfertig getroffen wird, wird seit längerem teilweise kontrovers diskutiert.

Vor wenigen Tagen, am 08. Januar 2018, ist zu dieser Thematik ein aktueller Artikel im Deutschen Ärzteblatt publiziert worden. Autoren: Detlef F. Bartsch, Markus Luster, Heinz J. Buhr, Dietmar Lorenz, Christoph-Thomas Germer, Peter E. Goretzki. Titel: Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen. Direktlink: Dtsch Arztebl Int 2018; 115(1-2): 1-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0001,  aerzteblatt.de

Jodblockade – Verteilung von Jodtabletten

Die Schilddrüse braucht natürlich vorkommendes Jod, um Schilddrüsenhormone herstellen zu können. In Kernkraftwerken entsteht aber gefährliches radioaktives Jod, welches bei einem Reaktorunfall freigesetzt wird. Dieses wird genauso wie natürlich vorkommendes Jod in die Schilddrüse eingelagert und kann dort zu Schilddrüsenkrebs führen. Um dieses Risiko im Katastrophenfall zu vermindern werden in einigen Gegenden Deutschlands hochdosierte Jodtabletten verteilt. Zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wird die Schilddrüse mit dem natürlich vorkommenden Jod in diesen Medikamenten so gesättigt, dass sie das gefährliche radioaktive Jod nicht mehr aufnehmen kann. Das bezeichnet man auch als Jodblockade. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.jodblockade.de).