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Patienten in Japan akzeptieren „Active Surveillance“ bei Schilddrüsenkrebs

In der Online-Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes ist am 04. Februar 2019 der Artikel “Patienten in Japan akzeptieren „Active Surveillance“ bei Schilddrüsenkrebs” erschienen. Auch in Deutschland wird seit längerem darüber diskutiert, ob papilläre Mikrokarzinome immer sofort operiert werden müssen oder ob auch ein abwartendes Beobachten gerechtfertigt sein kann. Die im Text erwähnte japanische Spezialklinik bietet PatientInnen mit einer Frühform von papillärem Schilddrüsenkrebs seit einigen Jahren eine sogenannte „Active Surveillance“-Strategie an, bei der auf die sofortige Schilddrüsenentfernung verzichtet wird.

GREAT-Score zur Risikoabschätzung beim Morbus Basedow

Im Swiss Medical Forum ist der lesenswerte Übersichtsartikel “GREAT-Score zur Risikoabschätzung. Neue Entscheidungshilfe bei der Behandlung des Morbus Basedow .” erschienen. GREAT ist die Abkürzung für Graves’ Recurrent Events After Therapy. Dabei geht es um die Abschätzung des Rezidiv-Risikos (Gefahr eines Rückfalls) nach Beendigung der 12- bis 18-monatigen, thyreostatischen Therapie (Behandlung mit einem schilddrüsenhemmenden Medikament). Bei 40 bis 60 Prozent der Morbus Basedow-Erkrankten kommt es zu einem solchen Wiederauftreten der Schilddrüsenerkrankung der in der Regel eine definitive Therapie (Radiojodtherapie, Schilddrüsenoperation) notwendig macht.

Therapie endokrinologischer Notfälle

Mit Schilddrüsenerkrankungen verbindet man meistens keine lebensbedrohlichen Situationen in denen rasch gehandelt werden muss. Krankheiten der Schilddrüse verlaufen im Gegenteil für gewöhnlich eher schleichend. Endokrinologische Notfallsituationen gibt es in der Schilddrüsenmedizin aber auch, beispielsweise die kontrastmittelinduzierte Hyperthyreose, die thyreotoxische Krise oder das Myxödemkoma. Informativ im Hinblick darauf ist der am 12. September 2018 veröffentlichte Artikel “Endokrinologische Notfälle” der AutorInnen Dr. Rebekka Giger, Dr.Roman Trepp und Dr. Katrin Feller (Swiss Medical Forum).

Frauen sind deutlich häufiger als Männer von den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) betroffen. Zudem kommt es bei ihnen im Zusammenhang mit Phasen hormoneller Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) verstärkt zu Problemen. Der bereits 2015 in der Fachzeitschrift gyne veröffentlichte Artikel “Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen– Ätiologie, Epidemiologie und klinische Relevanz in der Frauenheilkunde” (PDF-Download) von Prof. Dr. Roland Gärtner ist im Hinblick darauf unverändert aktuell und ausgesprochen informativ.

Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse

Ich möchte an dieser Stelle kurz auf eine interessante Veröffentlichung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 03. Mai 2018 hinweisen. Titel: Neue Hoffnung für Patienten mit Depressionen und Angst. Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse.  Die dortigen Forscher konnten nachweisen, dass es eine deutliche Verknüpfung von depressiven Erkrankungen und Angststörungen mit einer Autoimmunthyreoiditis (autoimmun bedingte Entzündung der Schilddrüse, Hashimoto-Thyreoiditis) gibt.

Patientenrecht: Kopie der Schilddrüsenwerte

Es kommt sehr häufig vor, dass SchilddrüsenpatientInnen ihre aktuellen Schilddrüsenwerte nicht kennen. Einige wissen sogar noch nicht einmal an welcher Erkrankung der Schilddrüse sie eigentlich genau leiden.  Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und möglichst beschwerdefreies Leben mit einer zumeist chronischen Schilddrüsenkrankheit.

Jede/r Patient/in hat das Recht von Arztbriefen, Laborbefunden usw. eine Kopie zu verlangen und von diesem Recht sollte man auch Gebrauch machen. Für Ärztinnen bzw. Arzthelferinnen ist eine solche Bitte völlig normal und wird nicht als Misstrauen aufgefasst. Auch dem Wunsch sich eine Zweitmeinung einzuholen wird meist mit professionellem Verständnis begegnet.

Für alle, die ihre Rechte beim Arzt noch nicht so genau kennen, der Hinweis auf den 86-seitigen “Ratgeber für Patientenrechte” der Bundesregierung. Dieser kann entweder als PDF-Datei heruntergeladen oder als gedruckte Broschüre (beides kostenlos) bestellt werden.

Psychiatrische Fehldiagnose bei Hashimoto-Enzephalopathie

Die Hashimoto-Enzephalopathie ist eine ausgesprochen seltene und ÄrztInnen entsprechend wenig bekannte Erkrankung. Bei unklarer psychiatrischer Symptomatik in Verbindung mit hohen Schilddrüsenautoantikörperspiegeln sollte diese Differentialdiagnose jedoch in Erwägung gezogen werden. Einen englischsprachigen Fallbericht dazu haben Murugan Selvaraj Karthik, Kulothungan Nandhini, Viswanath Subashini, Ramasamy Balakrishnan (Hashimoto’s Encephalopathy Presenting with Unusual Behavioural Disturbances in an Adolescent Girl, National Institutes of Health (Gesundheitsministerium d. USA)) veröffentlicht.  Unter dem Titel “Der Schlangentanz” wurde der Fall auch von einer DocCheck-Bloggerin in deutscher Sprache noch einmal ausführlich dargestellt.