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Ich möchte heute an dieser Stelle kurz auf den am 08. Februar 2018 auf news.doccheck.com veröffentlichten Artikel “Der Hashimoto läuft sich warm” verweisen. Sicher sind nicht alle darin gemachten Aussagen unumstritten (wie auch die angeregte Diskussion in den Kommentaren zeigt), aber ich finde ihn gerade deshalb sehr lesenswert.

Vor wenigen Tagen wurde von Prof. Schatz im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie der interessante Artikel “Levothyroxingabe steigert die Ovarialfunktion bei unfruchtbaren Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis und einem TSH von >/= 2,5 mU/l” veröffentlicht. Hintergrund ist eine japanische Untersuchung im Rahmen derer bei PatientInnen mit Hashimoto-Thyreoiditis unter der Therapie mit Levothyroxin positive Veränderungen der Spiegel des Anti-Müller-Hormons gemessen wurden. Die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons wird insbesondere zur Fertilitätsdiagnostik genutzt weil es Aufschluss über die Funktion der Eierstöcke gibt.

Aktuelle Zahlen zu Schilddrüsenkrebs

Am 06. Dezember 2017 wurde vom Robert-Koch-Institut eine aktuelle Auswertung der fortlaufend zum Thema Schilddrüsenkrebs erhobenen Daten (Kapitel 3.24 Schilddrüse / Krebs in Deutschland) veröffentlicht.

Neu an Schilddrüsenkrebs erkrankten demnach fast dreimal so viele Frauen wie Männer (beispielsweise im Jahr 2014 rund 4.280 Frauen und 1.840 Männer). Am häufigsten von einer Neudiagnose betroffen sind Menschen im Lebensalter von 50 bis 55 Jahren. Als Risikofaktoren gelten insbesondere vorangegangene Strahlenbelastungen (Strahlentherapie, radioaktive Strahlung). Weitere Auslöser konnten indes noch nicht zweifelsfrei belegt werden.

Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern oder auch den USA deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt.  Über die möglichen Gründe, insbesondere ob hierzulande die Entscheidung zur operativen Entfernung der Schilddrüse zu leichtfertig getroffen wird, wird seit längerem teilweise kontrovers diskutiert.

Vor wenigen Tagen, am 08. Januar 2018, ist zu dieser Thematik ein aktueller Artikel im Deutschen Ärzteblatt publiziert worden. Autoren: Detlef F. Bartsch, Markus Luster, Heinz J. Buhr, Dietmar Lorenz, Christoph-Thomas Germer, Peter E. Goretzki. Titel: Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen. Direktlink: Dtsch Arztebl Int 2018; 115(1-2): 1-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0001,  aerzteblatt.de

Jodblockade – Verteilung von Jodtabletten

Die Schilddrüse braucht natürlich vorkommendes Jod, um Schilddrüsenhormone herstellen zu können. In Kernkraftwerken entsteht aber gefährliches radioaktives Jod, welches bei einem Reaktorunfall freigesetzt wird. Dieses wird genauso wie natürlich vorkommendes Jod in die Schilddrüse eingelagert und kann dort zu Schilddrüsenkrebs führen. Um dieses Risiko im Katastrophenfall zu vermindern werden in einigen Gegenden Deutschlands hochdosierte Jodtabletten verteilt. Zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wird die Schilddrüse mit dem natürlich vorkommenden Jod in diesen Medikamenten so gesättigt, dass sie das gefährliche radioaktive Jod nicht mehr aufnehmen kann. Das bezeichnet man auch als Jodblockade. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.jodblockade.de).

Aktueller Artikel zur Bedeutung von Jod, Selen, Vitamin D und Gluten bei Hashimoto-Thyreoiditis

Lesenswerter, englischsprachiger Fachtext zum potentiell negativen Einfluß von Jod auf den Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis, den positiven Effekten von Selen und Vitamin D sowie der derzeit weiterhin ungeklärten Rolle von Gluten. Also allesamt Themen, die derzeit von etlichen Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen diskutiert werden.

Michael I. Liontiris, Elias E. Mazokopakis “A concise review of Hashimoto thyroiditis (HT) and the importance of iodine, selenium, vitamin D and gluten on the autoimmunity and dietary management of HT patients.Points that need more investigation”, veröffentlicht  am 20. April 2017 auf www.nuclemed.gr. Fulltext free (PDF-Version)

Aufregung in Frankreich um veränderte Rezeptur eines Schilddrüsenhormonpräparates

Frankreich: PatientInnen beklagen Unverträglichkeitsreaktionen nach geänderter Zusammensetzung von Levothyrox®. Auf deutschlandfunk.de wurde heute ein lesenswerter Artikel zum oben genannten Thema veröffentlicht. Titel: Schilddrüsen-Medikament mit Nebenwirkungen. Hintergrund der Diskussion ist die Tatsache, dass der Hersteller des in die Kritik geratenen Schilddrüsenhormonpräparates, das Pharmaunternehmen Merck den bisher enthaltenen Zusatzstoff Laktose durch Zitronensäure und Mannitol ersetzt hat. Das deutsche Pendant zum französischen Levothyrox® ist Euthyrox®. Bei diesem ist die Zusammensetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch unverändert, so das deutsche SchilddrüsenpatientInnen nicht betroffen sind.

Kindgerechte Erklärung von Fehlfunktionen der Schilddrüse

Von der Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. gibt es seit inzwischen drei Jahren eine → Schilddrüsenbroschüre mit dem Titel “Luckys Welt” die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet.

Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home
Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home

Jetzt wurde zudem noch eine Online-Version von Lucky’s Welt entwickelt. Schöne Idee, die hoffentlich vielen schilddrüsenkranken Kindern und ihren Eltern weiterhilft!

Lieferengpässe bei Schilddrüsenpräparaten

In den vergangenen Jahren haben sich die Lieferschwierigkeiten der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH bzgl. der Schilddrüsenpräparate gehäuft. Die möglichen Ursachen dafür beleuchtet der am 06. Januar 2017 auf doccheck.com veröffentlichte Artikel “Lieferengpässe: Wer ist schuld?“.

Siehe dazu auch unter gelbe-liste.de:

  • Lieferengpass L-Thyroxin Henning® Pulver, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Ab 05.01.2017 wieder lieferbar)
  • Lieferengpass Thyrotardin®-inject, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Lieferengpass bis voraussichtlich Ende Februar 2017)
  • Lieferengpass L-Thyroxin Henning® Tropfen, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Seit 13.03.2015 Dauer der Lieferschwierigkeiten ist unbekannt). Siehe dazu auch die zweiseitige Information über Chargenrückrufe mehrerer Chargen L-THYROXIN Henning® Tropfen. ” Zitat: “Die Tabletten können auch in suspendierter Form verabreicht werden. Hierzu lässt man die Tablette [Anm.: L-Thyroxin Henning® 25 Tablette] in etwas Wasser (10 bis 15 ml) zerfallen und verabreicht die entstehende feine Verteilung (sie ist für jede Einnahme frisch  zuzubereiten!) mit etwas weiterer Flüssigkeit (5 bis 10 ml).” (Quelle: www.bfarm.de)
  • Lieferengpass Jodetten Henning 1 x wöchentlich (voraussichtlich 01.07.17 – 01.12.17)