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Jodblockade – Verteilung von Jodtabletten

Die Schilddrüse braucht natürlich vorkommendes Jod, um Schilddrüsenhormone herstellen zu können. In Kernkraftwerken entsteht aber gefährliches radioaktives Jod, welches bei einem Reaktorunfall freigesetzt wird. Dieses wird genauso wie natürlich vorkommendes Jod in die Schilddrüse eingelagert und kann dort zu Schilddrüsenkrebs führen. Um dieses Risiko im Katastrophenfall zu vermindern werden in einigen Gegenden Deutschlands hochdosierte Jodtabletten verteilt. Zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wird die Schilddrüse mit dem natürlich vorkommenden Jod in diesen Medikamenten so gesättigt, dass sie das gefährliche radioaktive Jod nicht mehr aufnehmen kann. Das bezeichnet man auch als Jodblockade. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.jodblockade.de).

Aktueller Artikel zur Bedeutung von Jod, Selen, Vitamin D und Gluten bei Hashimoto-Thyreoiditis

Lesenswerter, englischsprachiger Fachtext zum potentiell negativen Einfluß von Jod auf den Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis, den positiven Effekten von Selen und Vitamin D sowie der derzeit weiterhin ungeklärten Rolle von Gluten. Also allesamt Themen, die derzeit von etlichen Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen diskutiert werden.

Michael I. Liontiris, Elias E. Mazokopakis “A concise review of Hashimoto thyroiditis (HT) and the importance of iodine, selenium, vitamin D and gluten on the autoimmunity and dietary management of HT patients.Points that need more investigation”, veröffentlicht  am 20. April 2017 auf www.nuclemed.gr. Fulltext free (PDF-Version)

Aufregung in Frankreich um veränderte Rezeptur eines Schilddrüsenhormonpräparates

Frankreich: PatientInnen beklagen Unverträglichkeitsreaktionen nach geänderter Zusammensetzung von Levothyrox®. Auf deutschlandfunk.de wurde heute ein lesenswerter Artikel zum oben genannten Thema veröffentlicht. Titel: Schilddrüsen-Medikament mit Nebenwirkungen. Hintergrund der Diskussion ist die Tatsache, dass der Hersteller des in die Kritik geratenen Schilddrüsenhormonpräparates, das Pharmaunternehmen Merck den bisher enthaltenen Zusatzstoff Laktose durch Zitronensäure und Mannitol ersetzt hat. Das deutsche Pendant zum französischen Levothyrox® ist Euthyrox®. Bei diesem ist die Zusammensetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch unverändert, so das deutsche SchilddrüsenpatientInnen nicht betroffen sind.

Kindgerechte Erklärung von Fehlfunktionen der Schilddrüse

Von der Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. gibt es seit inzwischen drei Jahren eine → Schilddrüsenbroschüre mit dem Titel “Luckys Welt” die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet.

Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home
Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home

Jetzt wurde zudem noch eine Online-Version von Lucky’s Welt entwickelt. Schöne Idee, die hoffentlich vielen schilddrüsenkranken Kindern und ihren Eltern weiterhilft!

Lieferengpässe bei Schilddrüsenpräparaten

In den vergangenen Jahren haben sich die Lieferschwierigkeiten der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH bzgl. der Schilddrüsenpräparate gehäuft. Die möglichen Ursachen dafür beleuchtet der am 06. Januar 2017 auf doccheck.com veröffentlichte Artikel “Lieferengpässe: Wer ist schuld?“.

Siehe dazu auch unter gelbe-liste.de:

  • Lieferengpass L-Thyroxin Henning® Pulver, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Ab 05.01.2017 wieder lieferbar)
  • Lieferengpass Thyrotardin®-inject, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Lieferengpass bis voraussichtlich Ende Februar 2017)
  • Lieferengpass L-Thyroxin Henning® Tropfen, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Seit 13.03.2015 Dauer der Lieferschwierigkeiten ist unbekannt). Siehe dazu auch die zweiseitige Information über Chargenrückrufe mehrerer Chargen L-THYROXIN Henning® Tropfen. ” Zitat: “Die Tabletten können auch in suspendierter Form verabreicht werden. Hierzu lässt man die Tablette [Anm.: L-Thyroxin Henning® 25 Tablette] in etwas Wasser (10 bis 15 ml) zerfallen und verabreicht die entstehende feine Verteilung (sie ist für jede Einnahme frisch  zuzubereiten!) mit etwas weiterer Flüssigkeit (5 bis 10 ml).” (Quelle: www.bfarm.de)
  • Lieferengpass Jodetten Henning 1 x wöchentlich (voraussichtlich 01.07.17 – 01.12.17)

Behandlungsbedürftigkeit einer subklinischen Hypothyreose (TSH unter 10 mU/L)

Prof. Helmut Schatz “Soll man subklinische Hypothyreosen mit einem TSH unter 10 mU/L behandeln?” (blog.endokrinologie.net, 17.08.16)

Ja, Patient/innen bei denen ein TSH über 2,5 mU/L festgestellt wurde, sollten ein Schilddrüsenhormonpräparat erhalten, wenn außerdem

  • erhöhte Schilddrüsenautoantikörper gemessen wurden,
  • die Sonografie eine echoarme Schilddrüse zeigt,
  • Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beklagt werden,
  • Kinderwunsch (bzw. eine Schwangerschaft) besteht oder
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen diagnostiziert wurden

Nachtrag: In dem Zusammenhang auch interessant Dr. Johannes W. Dietrich “Variation von Schilddrüsenhormonen innerhalb des Referenzbereichs – Welche Bedeutung haben „sublatente“ Funktionsstörungen?” (blog.endokrinologie.net, 19.09.16)

Autoimmunerkrankungen auf der Spur

Die für heute Abend geplante Sendung “Mein Körper – mein Feind. Autoimmunerkrankungen auf der Spur” (20.15 Uhr 3Sat) kann man sich vorab auch schon online ansehen.

Daran anschließend findet ab 21.00 Uhr auf 3Sat auch noch eine Diskussion bei scobel mit dem Thema “Irrtum im Immunsystem” statt. Gäste sind die Rheumatologin Dr. Gabriela Riemekasten, Hansjörg Schild (Professor am Institut für Immunologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz) und der Facharzt für Neurologie Dr. Heinz Wiendl.