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Selen und Schilddrüse

Von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie wurde im Rahmen der Publikationsreihe Endokrinologische Informationen aktuell das kostenlose Sonderheft 2014 als PDF-Datei veröffentlicht. 11.10.17 Link wurde gelöscht, weil er ins Leere lief.

Darin findet sich gleich zu Beginn der sehr lesenswerte Artikel „Selen und Schilddrüse“. Autor ist Dr. Joachim Feldkamp (Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie, Pneumologie und Infektiologie des Klinikums Bielefeld) der auch für die Bielefelder Selen-Studie verantwortlich war.

Feldkamp beschäftigt sich in seinem Text ausführlich mit der Studienlage zu Selen im Hinblick auf die unterschiedlichen Krankheiten der Schilddrüse. Interessant ist diesbezüglich insbesondere seine Einschätzung dazu inwieweit bei der Hashimoto-Thyreoiditis, dem Morbus Basedow und der Struma die Selen-Therapie sinnvoll ist.

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Selen beeinflusst Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis positiv

Die Gabe von 200 µg Selen täglich kann die für die Hashimoto-Thyreoiditis typischen Antikörper senken und zu einer Besserung des Wohlbefindens beitragen

Wurde Selen früher wegen seiner Giftigkeit gefürchtet, steht es heute wie kein anderes Spurenelement im Blickpunkt medizinischen Interesses. Als Hauptbestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase wirkt es antioxidativ, indem es durch freie Radikale entstandene schädliche Peroxide abbaut.

Wie wirkt sich Selen auf die Hashimoto-Thyreoiditis aus?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist das Spurenelement Selen auf zweifache Weise nützlich:

1. Das selenabhängige Enzym Jodthyronin-Dejodase ist für die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 (Speicherform z. B. als Levothyroxinnatrium) in die stoffwechselaktive Form T3 zuständig.

2. Selen kann, fest an das Enzym Glutathionperoxidase gebunden, die spezifischen Antikörper (TPO-AK u. TG-AK) senken. Es wirkt dabei als Antioxidans (Radikalfänger) und verbessert die Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Dieser Effekt wurde durch mehrere Studien belegt. Selen beeinflusst Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis positiv weiterlesen

Das Spurenelement Selen vorsichtig dosieren!

Über Sinn und Zweck der zusätzlichen Einnahme des Spurenelements Selen bei der Hashimoto-Thyreoiditis wurde zwischenzeitlich schon viel geschrieben. Auch auf die jeweils aktuelle Studienlage zum Anwendungsgebiet von Selen bei Schilddrüsenerkrankungen ist bereits in etlichen Veröffentlichungen eingegangen worden. Dieser Artikel beschreibt im Gegensatz dazu ganz konkret was bei der Einnahme eines Selen-Präparates zu beachten ist.

Welches Selen-Präparat ist empfehlenswert?

Das Spurenelement Selen liegt in den unterschiedlichen Selen-Präparaten entweder als organische Verbindung (Selenmethionin, „Selenhefe“) oder als anorganische Verbindung (Natriumselenit) vor.

Bei längerfristiger Einnahme von Selen, insbesondere in höheren Dosierungen, gilt Natriumselenit als gesundheitlich unbedenklicher. Andererseits scheint es nach meiner Erfahrung so zu sein, dass Selenmethionin von SchilddrüsenpatientInnen oft besser vertragen wird.

Wie wird das Selen-Präparat richtig dosiert?

Der Tagesbedarf an Selen liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei 30 bis 70 µg Selen pro Tag. Bei der unterstützenden Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten wie der Hashimoto-Thyreoiditis werden allerdings deutlich höhere Dosierungen von 200 bis 300 µg Selen täglich eingesetzt. Von noch höheren Dosierungen ist ausdrücklich abzuraten!

Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Selen-Einnahme einschleichend zu beginnen. beispielsweise

in der 1. Woche: einmal täglich 50 µg Selen

2. bis 4. Woche: 100 µg Selen pro Tag

5. bis 12. Woche: 200 µg Selen pro Tag

Das Spurenelement Selen sollte nicht dauerhaft, sondern immer nur kurmässig für 3 bis 6 Monate eingenommen werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Selen-Therapie ist im allgemeinen gut verträglich, aber es gibt auch Ausnahmen. So treten bei einigen SchilddrüsenpatientInnen als Folge der Selen-Einnahme Beschwerden auf, die für eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) charakteristisch sind. Dazu gehören insbesondere Unruhezustände sowie Angst- und Panikattacken. In diesen Fällen sollte das Selen-Praparat nach Rücksprache mit dem Arzt niedriger dosiert oder ganz abgesetzt werden.

Unangenehmer Körpergeruch, trockene Haut, Haarausfall oder übelriechender Durchfall können auf eine Selen-Vergiftung hindeuten. Diese Gefahr besteht allerdings nicht bei den weiter oben genannten Dosierungen, sondern erst wenn viel zu große Mengen Selen (mehr als 750 µg Selen pro Tag) eingenommen werden.

Wann muss eine Untersuchung des Selen-Spiegels im Blut erfolgen?

Der Selen-Spiegel im Blut wird auch bei Schilddrüsenpatienten nur selten untersucht. Bei der empfohlenen dreimonatigen Einnahme von maximal 200 µg Selen täglich ist das auch nicht unbedingt notwendig. Der Selen-Spiegel wird eigentlich nur kontrolliert um eine mögliche Überversorgung mit dem Spurenelement Selen nach einer länger als sechs Monate durchgeführten Therapie mit einem hochdosierten Selen-Präparat auszuschliessen.