Schlagwort-Archiv: Schilddrüsenvergrößerung

Schilddrüsenvergrößerung durch Belastung mit Nitrat und Huminsäure

Das ist keine neue Erkenntnis, aber in “aktuellen” Publikationen plötzlich wieder ein Thema. Die Aussagen zu Jod, Nitrat und Huminsäure beziehen sich jedoch vermutlich auf eine fast 20 Jahre alte Bundesdrucksache, auch wenn keiner der Autoren die Quelle explizit nennt.

Der Hintergrund: Bei der Jodmangelprophylaxe ging es ursprünglich auch darum den Mehrbedarf an Jod aufgrund von Belastungen des Trinkwassers mit  kropfbildenden Substanzen wie Nitrat und Huminsäure auszugleichen. Schilddrüsenvergrößerung durch Belastung mit Nitrat und Huminsäure weiterlesen

Größte gesamteuropäische Jodstudie startet

Wissenschaftler aus 27 europäischen Ländern wollen mit Hilfe der EU dem Jodmangel den Kampf ansagen. Mit dem Netzwerk EUthyroid stellt sich eine gesamteuropäische Initiative der Herausforderung,  die Jodversorgung der europäischen Bevölkerung wissenschaftlich zu erfassen und gemeinsam geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um die Jodversorgung in Europa nachhaltig zu verbessern.

Heute beginnt in Wien das dreitägige Kick-off Meeting. Die Koordinierung des EU–Forschungsprojektes mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Fördervolumen in Höhe von drei Millionen Euro übernimmt die Universitätsmedizin Greifswald. Größte gesamteuropäische Jodstudie startet weiterlesen

Endokrinologen starten Informationskampagne: “Hormongesteuert?!” klärt über Hormone und Stoffwechsel auf

Von Diabetes, Osteoporose oder Schilddrüsen-Erkrankungen sind in Deutschland Millionen von Menschen betroffen. Allen diesen Erkrankungen liegt eine Störung des Hormonstoffwechsels zugrunde. Um diese zielgerichtet zu behandeln, ist ein Experte aus dem Fachbereich der Endokrinologie, der Lehre von Hormonen und Stoffwechsel, gefragt. Dennoch ist die Endokrinologie in der Bevölkerung wenig bekannt. Mit einer Informationskampagne will die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) dies nun ändern. Auf der Pressekonferenz ihrer 58. Jahrestagung am 18. März 2015 in Lübeck informierten Experten über Hormone und Stoffwechselstörungen und geben den Startschuss für die Kampagne “Hormongesteuert?!”. Endokrinologen starten Informationskampagne: “Hormongesteuert?!” klärt über Hormone und Stoffwechsel auf weiterlesen

Chirurgische Therapie der Struma nodosa

Im Deutschen Ärzteblatt wurden aktuell gleich zwei Artikel zur chirurgischen Therapie der Struma nodosa veröffentlicht.

N. Rayes, D. Seehofer, P. Neuhaus: “Chirurgische Therapie bei beidseitiger benigner Struma nodosa: Abwägung zwischen Radikalität und Komplikationen“, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(10): 171-8; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0171

R. Gärtner: “Struma nodosa: Umsichtige Indikation zur Operation“, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(10): 169-70; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0169

Heiße oder kalte Knoten in der Schilddrüse sind ein relativ häufiger Befund. Aber auch wenn diese nur selten bösartig sind, haben viele betroffene PatientInnen Angst vor Schilddrüsenkrebs. Die Folge ist, dass sie gemeinsam mit ihren behandelnden ÄrztInnen oft vorschnell die Entscheidung zu einer operativen Entfernung der Schilddrüse treffen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf das vor wenigen Monaten veröffentlichte Interview mit Prof. Dr. Georg Brabant hinweisen, der sich zu diesem Umstand äussert und auf die Frage eingeht, wann eine Operation der Schilddrüse wirklich indiziert ist.

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Ergebnisse der Studie SHIP-Trend zur Prävalenz von Schilddrüsenerkrankungen

“SHIP – Leben und Gesundheit in Vorpommern” ist eine epidemiologische Studienreihe, die unter der Leitung von Prof. Dr. Henry Völzke (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald) durchgeführt wird.

SHIP = Study of Health in Pomerania.
SHIP-0 = erste Studienreihe
SHIP-Trend = zweite Studienreihe

Ausführliche Informationen zu SHIP (Probandeninformation, Studienbeschreibung, Dokumentation, Datennutzung, Publikationen usw.) sind auf der Internetseite der Universität Greifswald hier veröffentlicht.

Im Hinblick darauf wurde jetzt auch ein sehr interessanter Abschlussbericht der zweiten Studienreihe SHIP-Trend publiziert, die von 2008 bis 2012 durchgeführt wurde. Unter dem Titel “Monitoring der Prävalenz von Schilddrüsenerkrankungen in der Erwachsenenbevölkerung” gibt es sehr aufschlussreiche Informationen, die bei genauerer Betrachtung einiges an Diskussionsstoff liefern. So konnte die Studienreihe SHIP-Trend beispielsweise belegen, dass sowohl die Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen als auch die Häufigkeit von Schilddrüsenmedikationen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben.

Die 27seitige Zusammenfassung zur Prävalenz von Krankheiten der Schilddrüse ist als PDF-Datei auf der Internetseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hier abrufbar.

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Chirurgische Therapie von gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dr. Andrea Beuleke und Prof. Dr. Joachim Jähne (Klinik für Allgemein- u. Visceralchirurgie, Schwerpunkt endokrine u. onkologische Chirurgie, Henriettenstiftung Hannover).

1. Anatomische und funktionelle Grundlagen

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse liegt vor bzw. seitlich der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes. Sie gehört zu den endokrinen Drüsen des Menschen und produziert jodhaltige Hormone. Diese üben eine aktivierende Funktion auf Grundumsatz und Stoffwechsel aus und greifen somit in viele Funktionen des Körpers ein. Direkt hinter der Schilddrüse zieht beidseits neben der Luftröhre der Stimmbandnerv, der für eine intakte Sprachfunktion verantwortlich ist, zum Kehlkopf. Daneben finden sich auf beiden Seiten der Schilddrüse jeweils zwei sogenannten Nebenschilddrüsen, die für den Calcium-Stoffwechsel des Körpers von Bedeutung sind.

2. Erkrankungen der Schilddrüse

Die häufigste Erkrankung der Schilddrüse – die knotige oder auch gleichmäßige Vergrößerung, auch Kropf oder Struma genannt – wird durch Jodmangel hervorgerufen. Wird der Schilddrüse über die Nahrung zu wenig Jod zugeführt, versucht die Schilddrüse durch Wachstum und Vergrößerung diesen Jodmangel auszugleichen. Diese Vergrößerung kann mit Knotenbildung einhergehen und ist manchmal auch äußerlich sichtbar. Meistens liegt hierbei eine normale Stoffwechselfunktion der Schilddrüse vor.

Ferner gibt es Schilddrüsenerkrankungen, die sich durch Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auszeichnen. Diese können mit einer Vergrößerung oder Knotenbildung der Schilddrüse einhergehen. Außerdem gibt es auch bösartige Tumore (Karzinome) der Schilddrüse. Chirurgische Therapie von gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen weiterlesen

Morbus Basedow: Informationen zum Krankheitsbild

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Jutta Knopp.

Bei Morbus Basedow (Autoimmunhyperthyreose) handelt es sich um eine eng mit der Hashimoto-Thyreoiditis verwandte Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fehlerhaft reagiert und sich gegen körpereigenes Gewebe – in diesem Falle die Schilddrüse – richtet. Das Immunsystem bildet bestimmte organspezifische Autoantikörper gegen die Schilddrüse und stimulieren diese zu einer stark übersteigerten Schilddrüsenhormonproduktion, so dass es zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt.

Es ist die seltenere (ca. 1 – 6 % der Bevölkerung sind daran erkrankt), jedoch allgemein weitaus bekanntere Variante von autoimmuner Schilddrüsenerkrankung. Benannt wurde die Erkrankung nach Carl Adolph von Basedow, der die Erkrankung 1840 erstmals in Merseburg/Deutschland beschrieb. Im englischen Sprachraum ist Morbus Basedow als „Graves’ disease“ bekannt (benannt nach dem in Dublin/Irland praktizierenden Arzt Robert J. Graves, der die Krankheit bereits vor Basedow im Jahre 1835 beschrieb).

Am häufigsten von Morbus Basedow sind Frauen betroffen (Frauen erkranken 5-8 mal häufiger als Männer), die meisten erkranken zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr (das erklärt sich vermutlich aus den in diesem Alter häufigeren Hormonumschwüngen bedingt durch Schwangerschaften/Geburten/Wechseljahre). Seltener sind Kinder/Jugendliche betroffen.

Eine zentrale Rolle bei dieser Erkrankung nehmen die TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) ein, denn diese Antikörper sind letztendlich für die Krankheitsymptome verantwortlich, indem sie an den TSH-Rezeptoren der Schilddrüse andocken und die Schilddrüse zu einer übermäßigen Schilddrüsenhormonproduktion veranlassen. Daneben können die TRAK auch noch am Augenhintergrundgewebe andocken und dort eine endokrine Orbitopathie (EO) auslösen. Morbus Basedow: Informationen zum Krankheitsbild weiterlesen

Wird bei einer Schilddrüsenoperation immer die gesamte Schilddrüse entfernt?

Nein. Ob die Schilddrüse vollständig oder nur teilweise entfernt werden muss, hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Bei einem Schilddrüsenkarzinom wird immer eine möglichst vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse (Thyreoidektomie) angestrebt.

Eine Strumaresektion (Strumektomie) wird hingegen bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt. Dabei wird ein Teil des Schilddrüsengewebes stehen gelassen.

Manchmal reicht auch eine Hemithyreoidektomie (Entfernung eines Schilddrüsenlappens), wenn es beispielsweise durch einen Schilddrüsenknoten zu einer einseitigen Schilddrüsenvergrößerung gekommen ist und der zweite Schilddrüsenlappen gesund ist.

Bei einer Enukleation wird nur ein einzelner Schilddrüsenknoten entfernt und das umgebene Schilddrüsengewebe geschont. Allerdings kommt es danach häufig zu Rezidiven (Wiederauftreten von Schilddrüsenknoten) weswegen diese Operationsmethode heute nur noch selten angewendet wird.

→ Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter dem Tag “Schilddrüsenoperation”

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Was bedeuten die ICD-10 Diagnoseschlüssel?

ICD-10 steht für die aktuelle International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme). Dabei handelt es sich um ein weltweit anerkanntes, medizinisches Diagnose-Klassifikationssystem, welches von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt wurde. In Deutschland sind alle Ärzte verpflichtet, die von ihnen gestellten Diagnosen nach ICD-10 zu verschlüsseln. Was bedeuten die ICD-10 Diagnoseschlüssel? weiterlesen

Unterschiedliche Arten von Schilddrüsenvergrößerungen

Struma ist der medizinische Fachbegriff für eine Vergrößerung der Schilddrüse. Es gibt zahlreiche Arten und unzählige Bezeichnungen für Schilddrüsenvergrößerungen. Um da den Überblick zu behalten, muss man wirklich ein ausgewiesener Schilddrüsenexperte sein.

Einige Beispiele (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Struma adolescentium sive juvenilis = während der Pubertät auftretende Schilddrüsenvergrößerung (Pubertätskropf)
  • blande oder benigne Struma = gutartige Schilddrüsenvergrößerung
  • Struma colloidales = Schilddrüsenvergrößerung durch vergrößerte Schilddrüsenfollikel
  • Struma diffusa parenchymatosa = gleichmäßige, nicht scharf abgegrenzte Schilddrüsenvergrößerung
  • distope Struma = vergrößertes, verlagertes Schilddrüsengewebe, z.B. unter der Zunge oder in Richtung Brustkorb
  • eutope Struma = anatomisch normale Vergrößerung der Schilddrüse
  • euthyreote Struma = Schilddrüsenvergrößerung mit normaler Schilddrüsenfunktion
  • Struma fibrosa = harte, bindegewebsartige Schilddrüsenvergrößerung
  • hyperthyreote Struma = Schilddrüsenvergrößerung mit gleichzeitig bestehender Schilddrüsenüberfunktion
  • hypothyreote Struma = Schilddrüsenvergrößerung mit gleichzeitig bestehender Schilddrüsenunterfunktion
  • Jodmangelstruma = durch Jodmangel bedingte Schilddrüsenvergrößerung
  • Struma maligna = bösartige Schilddrüsenvergrößerung
  • Struma mollis = weiche Schilddrüsenvergrößerung durch veränderte Schilddrüsenzellen
  • Struma multinodosa = Schilddrüsenvergrößerung mit mehreren Schilddrüsenknoten
  • Struma neonatorum = angeborene Schilddrüsenvergrößerung bei einem Baby (Neugeborenenkropf)
  • Struma nodosa = Schilddrüsenvergrößerung mit Schilddrüsenknoten (Knotenkropf)
  • Struma uninodosa = Schilddrüsenvergrößerung mit einem einzelnen Schilddrüsenknoten
  • Struma vasculosa = Schilddrüsenvergrößerung mit veränderten Blutgefäßen

Hinzu kommen auch noch andere laienhafte Bezeichnungen wie Kropf, Drüsenschwellung oder heute nur noch wenig gebräuchlich Satthals.

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