Schlagwort-Archiv: Schilddrüsenoperation

Früherkennung von Nachblutungen nach chirurgischen Eingriffen an der Schilddrüse

Es gibt eine Patent-Anmeldung für einen “Nachblutungsdetektor” (Bezeichnung: ISAR-M THYRO®, Hersteller: ISAR-M GmbH Medical Technology) der voraussichtlich 2019 auf den Markt gebracht wird. Weitere Informationen dazu auf der oben verlinkten Herstellerseite oder unter PCT/EP2011/056113 (WIPO = World Intellectual Property Organization).

Nachblutungen in den ersten Stunden nach einer Schilddrüsenoperationen sind zwar selten – aufgrund der möglichen Auswirkungen aber gefürchtet. Charakteristische Symptome die darauf hindeuten können sind Blutergüsse, Schwellungen, Druckgefühl und Atemnot.

Schilddrüsenerkrankungen: Vor einer Operation sollten verschiedene Fachärzte das Organ untersuchen

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als hunderttausend Menschen an der Schilddrüse operiert. Für viele Schilddrüsenerkrankungen ist es die beste und sogar die einzige Behandlungsmöglichkeit. Warum sich Patienten interdisziplinär, also von verschiedenen Fachärzten, untersuchen, beraten und behandeln lassen sollten, bevor die Entscheidung zur Operation fällt, darüber spricht eine Expertin auf der Pressekonferenz anlässlich der 89. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) am 8. Mai in Lübeck.

Etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung sind an der Schilddrüse erkrankt. Das kleine Organ auf Höhe der Luftröhre direkt unterhalb des Kehlkopfs produziert dann hierbei nicht selten zu viel oder zu wenig Hormone. „Schilddrüsenhormone sind an der Aufrechterhaltung verschiedener lebensnotwendiger Körperfunktionen beteiligt“, erläutert Privatdozentin Dr. med. Magis Mandapathil von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Asklepios St. Georg (Hamburg) im Vorfeld der 89. Jahrestagung. „Störungen haben unter anderem Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und den körperlichen Antrieb.“ Schilddrüsenerkrankungen: Vor einer Operation sollten verschiedene Fachärzte das Organ untersuchen weiterlesen

Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern oder auch den USA deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt.  Über die möglichen Gründe, insbesondere ob hierzulande die Entscheidung zur operativen Entfernung der Schilddrüse zu leichtfertig getroffen wird, wird seit längerem teilweise kontrovers diskutiert.

Vor wenigen Tagen, am 08. Januar 2018, ist zu dieser Thematik ein aktueller Artikel im Deutschen Ärzteblatt publiziert worden. Autoren: Detlef F. Bartsch, Markus Luster, Heinz J. Buhr, Dietmar Lorenz, Christoph-Thomas Germer, Peter E. Goretzki. Titel: Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen. Direktlink: Dtsch Arztebl Int 2018; 115(1-2): 1-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0001,  aerzteblatt.de

Weltweit erstmalig: Lebendspende-Transplantation einer isolierten Nebenschilddrüse

Das Team um Professor Dr. Ayman Agha unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Jürgen Schlitt am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) entwickelte einen neuen chirurgischen Therapieansatz, mit dem eine dauerhafte Unterfunktion der Nebenschilddrüse behandelt werden kann. Drei Jahre nach dem Eingriff ziehen die Mediziner Bilanz.

Am 18. Juni 2013 hat das chirurgische Team des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) weltweit erstmals eine isolierte Nebenschilddrüse eines lebenden Fremdspenders transplantiert. In einer Fallstudie wurde dieser bislang nach wie vor einzigartige Eingriff nun publiziert. Weltweit erstmalig: Lebendspende-Transplantation einer isolierten Nebenschilddrüse weiterlesen

Schilddrüsen-OP: ABBA sorgt für makellosen Hals

Frauen, die sich aufgrund eines Knotens der Schilddrüse einer Operation unterziehen müssen, können aufatmen. Dank der Methode des „Axillo Bilateral Breast Approach“ – kurz ABBA – kann der Eingriff ohne den sonst üblichen queren Schnitt in der Halsregion erfolgen. Die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden gehört deutschlandweit zu den wenigen Krankenhäusern, die diese Schlüsselloch-OP nun anbieten kann. Eine 32-jährige Dresdnerin ist die erste von dem Team um Klinikdirektor Prof. Jürgen Weitz operierte Patientin – der Eingriff fand Anfang Februar statt. Schilddrüsen-OP: ABBA sorgt für makellosen Hals weiterlesen

Schilddrüsenoperation bei einem Kind mit Morbus Basedow

In der Online-Ausgabe der Zeit wurde vor einigen Tagen ein Artikel veröffentlicht, den ich hier gern weiterempfehlen möchte. Es geht um ein 14jähriges Mädchen, welches wegen einer Morbus Basedow-Erkrankung an der Schilddrüse operiert wurde. Mit dem Text “Kinder im Krankenhaus. Jetzt musst du tapfer sein” ermöglicht der Autor Christian Heinrich den Eltern betroffener Kinder eine gute Einschätzung dessen was auf ihre Familie im Zusammenhang mit einer notwendigen Operation der Schilddrüse zukommt.

Kompetenzzentren für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie

Jährlich werden in Deutschland circa 120.000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Für alle Patienten, die einen solchen Eingriff vor sich haben, stellt sich die Frage welche Klinik – möglichst in Wohnortnähe – über eine möglichst große Erfahrung und hohe Qualitätsstandards diesbezüglich verfügt.

DGAV
Quelle: dgav.de

Eine Orientierung bietet die von  der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV) veröffentlichte Liste mit Krankenhäusern die als Kompetenz- bzw. Referenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie (K-SD/NSD) oder Endokrine Chirurgie (K-EC) zertifiziert wurden.

Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom

Definition

Klassifikation nach ICD-10: G90.2 Horner-Syndrom

Andere Bezeichnungen: Horner-Trias, Claude Bernard-Horner-Syndrom, Präganglionäres Horner-Syndrom

1869 erstmals beschrieben von dem Schweizer Augenarzt Johann Friedrich Horner

Als Horner-Syndrom wird ein dreiteiliger Symptomkomplex (Verengung der Pupille, Herabhängen des Oberlids, Zurücksinken des Auges in die Augenhöhle) aufgrund einer Schädigung des Ganglion stellatum bezeichnet. Das Ganglion stellatum ist eine komplizierte Ansammlung von Nerven im Bereich der unteren Halsregion.

Symptome

Charakteristisch für das meist einseitig auftretende Horner-Syndrom sind folgende Krankheitszeichen:

1. Verengung der Pupille (Miosis)

Betroffener Muskel: Musculus dilatator pupillae

Auf der vom Horner-Syndrom betroffenen Seite ist die Pupille deutlich verengt. Auf einen Lichtreiz reagiert sie sehr langsam und erweitert sich auch im Dunkeln nur unvollständig. Dadurch haben die erkrankten Patienten häufig Probleme beim Sehen in der Dunkelheit.

2. Herabhängen des Oberlids (Ptosis, upside-down-ptosis)

Betroffener Muskel: Musculus tarsalis

Besonders auffällig beim Horner-Syndrom ist das dauerhafte Herabhängen eines Oberlids. Dieses kann willentlich nicht mehr oder nur noch geringfügig angehoben werden. Als Folge des herabhängenden Oberlids kann das Gesichtsfeld spürbar eingeschränkt sein.

3. Zurücksinken des Auges in die Augenhöhle (Enophthalmus)

Betroffener Muskel: Musculus orbitalis

Dieser Aspekt des Horner-Syndroms gilt als umstritten. Während einige Autoren darauf hinweisen, dass das betroffene Auge sehr tief liegend und deutlich in die Augenhöhle eingesunken ist sprechen andere Mediziner von einem vorgetäuschten Enophthalmus.

Neben den erwähnten drei Hauptsymptomen kann es beim Horner-Syndrom außerdem zu einer verminderten Schweißbildung (Hypohydrosis) im Bereich von Kopf, Hals und eventuell auch Oberkörper auf der betroffenen Körperhälfte kommen. Als Harlekin-Syndrom werden hingegen die einseitige Rötung und Schweißbildung auf der nicht vom Horner-Syndrom betroffenen Gesichtshälfte bezeichnet wie sie z.B. nach sportlichen Aktivitäten auftreten.

Ursachen

Als Ursachen für das glücklicherweise sehr selten im Zusammenhang mit Erkrankungen der Schilddrüse auftretende Horner-Syndrom gelten sowohl eine Nervenreizung durch eine erheblich vergrößerte Schilddrüse (z.B. als Folge von Schilddrüsenkrebs) als auch die Nervenschädigung im Verlauf einer Schilddüsenoperation.

Behandlung

Das Horner-Syndrom kann bislang leider nicht ursächlich behandelt werden. Gelegentlich bilden sich die Symptome nach der Schilddrüsenoperation innerhalb mehrerer Monate ohne weitere Behandlung von allein wieder zurück. Dies hängt allerdings davon ab, ob das Nervengeflecht nur zeitweise gereizt war oder dauerhaft geschädigt worden ist. Bleibt das Horner-Syndrom unverändert bestehen, kann das herabhängende Oberlid operativ angehoben werden. Leider sind die Ergebnisse für die erkrankten PatientInnen nicht immer zufriedenstellend und gelegentlich sind mehrere Korrekturen erforderlich. Deshalb ist es sehr ratsam sich vor einem Eingriff eine Zweitmeinung einzuholen.

→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 1: Wundheilungsstörungen
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 3: Rekurrensparese
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom

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