Schlagwort-Archiv: Schilddrüsendiagnostik

Laut Umfrage von Merck ist der Weg zur Diagnose für viele Schilddrüsenpatienten lang und stressig

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute seine Beteiligung an der 10. Internationalen Woche der Schilddrüsengesundheit (ITAW) vom 21. bis 27. Mai bekannt gegeben. Mit dieser jährlichen Aufklärungskampagne, die gemeinsam von Merck und TFI durchgeführt wird, sollen einige der weniger bekannten Aspekte von Schilddrüsenerkrankungen ins Rampenlicht gerückt werden. Laut Umfrage von Merck ist der Weg zur Diagnose für viele Schilddrüsenpatienten lang und stressig weiterlesen

“Schlucktest der Schilddrüse” ist kein Ersatz für eine seriöse Vorsorgeuntersuchung!

“Schlucktest der Schilddrüse” ist obsolet

Vor mehr als 30 Jahren wurde in den USA der sogenannte “Schlucktest der Schilddrüse” populär. Dieser Test sollte dem erfahrenen Arzt neben der Tastuntersuchung (Palpation) einen weiteren Anhaltspunkt für die Einschätzung der Lage und Größe der Schilddrüse sowie möglicherweise vorhandene größere Schilddrüsenknoten geben. Hintergrund waren die zu der Zeit noch weit verbreiteten Schilddrüsenvergrößerungen (Jodmangelstrumen) mit und ohne Knotenbildung. “Schlucktest der Schilddrüse” ist kein Ersatz für eine seriöse Vorsorgeuntersuchung! weiterlesen

Keine Studien zu Schilddrüsen-Check

Wer wissen möchte, ob seine Schilddrüse gut funktioniert, kann zum Beispiel einen sogenannten TSH-Test auf eigene Rechnung machen lassen. Ob so ein Test etwas nützt, ist jedoch fraglich. Der IGeL-Monitor bewertet die TSH-Bestimmung zum Schilddrüsen-Check mit „tendenziell negativ“.

Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten herausfinden, ob der TSH-Test bei Menschen ohne Beschwerden dazu beitragen kann, dass sie seltener oder weniger stark an der Schilddrüse erkranken oder an den Folgen der Krankheit sterben. Ergebnis: Die Bewertung des TSH-Tests zum Schilddrüsen-Check fiel „tendenziell negativ“ aus. Sie fanden keine Studien, die einen Nutzen untersucht haben, sehen es aber als wahrscheinlich an, dass es in der Folge einer TSH-Bestimmung zu indirekten Schäden kommen kann. Diese Bewertung gilt für nicht-schwangere Erwachsene ohne Beschwerden, die auf eine Schilddrüsen-Erkrankungen zurückgehen könnten. Welchen Nutzen und Schaden die IGeL für Schwangere hat, wurde also nicht untersucht. Keine Studien zu Schilddrüsen-Check weiterlesen

Schilddrüsendiagnostik: Strahlenbelastung bei innovativer Methode gesenkt

Doktorandin der Klinik für Nuklearmedizin am UKJ erhält Forschungspreis

Gutartige Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet. Neben Medikamenten und Operationen steht Patienten die Therapie mit radioaktivem Jod zur Verfügung, die sogenannte Radiojodtherapie. Dabei wird die vergrößerte Schilddrüse von „innen“ bestrahlt. Um die erforderliche Menge an Radioaktivität für den einzelnen Patienten exakt zu ermitteln, wird die Therapie in einem sogenannten Radiojodtest simuliert. Dafür ist bisher oft das Isotop Jod-131 verwendet worden. Seit wenigen Jahren ist es jedoch auch möglich, ein anderes Isotop des Elements Jod, Jod-124, im Rahmen einer PET/CT-Untersuchung einzusetzen. Diese Kombination eines nuklearmedizinischen Diagnoseverfahrens (PET) mit Röntgendiagnostik (CT) liefert den Medizinern umfangreiche Bilder und Informationen. Schilddrüsendiagnostik: Strahlenbelastung bei innovativer Methode gesenkt weiterlesen

Szintigrafie bei Schilddrüsenknoten

Schätzungen zufolge hat jeder dritte Deutsche einen oder mehrere Knoten in der Schilddrüse. Dabei handelt es sich entweder um heiße oder kalte Knoten.

Schilddrüsenknoten können sich bei der → Sonografie als echoarm (dunkel), echonormal oder echoreich (hell) darstellen. Heiße Knoten sind in der Regel echonormal oder echoreich. Kalte Knoten sind häufig – nicht immer – echoarm (dunkel). Aber eine Sonografie als alleiniges Diagnoseverfahren ist zu unsicher. Deswegen sollte immer zusätzlich eine → Szintigrafie durchgeführt führen.

Die Szintigrafie ermöglicht die Unterscheidung zwischen heißen und kalten Schilddrüsenknoten.
Die Szintigrafie ermöglicht die Unterscheidung zwischen heißen und kalten Schilddrüsenknoten.

Die Strahlenbelastung bei einer Szintigrafie der Schilddrüse ist sehr gering. Sie entspricht ungefähr 0,5 msv. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung der wir ausgesetzt sind liegt bei 1 – 3 msv pro Jahr. Es besteht also wirklich kein nennenswertes, gesundheitliches Risiko, wogegen der diagnostische Nutzen klar im Vordergrund steht. Die Szintigrafie ist ein schmerzfreies und nebenwirkungsarmes Untersuchungsverfahren. Szintigrafie bei Schilddrüsenknoten weiterlesen

Kosten der Schilddrüsendiagnostik

Zu diesem Thema gibt es einen aktuelleren Artikel → “Schilddrüsendiagnostik … das kostet die Untersuchung der Schilddrüse” (30.09.2015)

Abrechnung der Schilddrüsenwerte über die gesetzlichen Krankenversicherungen

Bestimmung der Schilddrüsenhormone

  • TSH: 3,00 EUR
  • fT3: 4,10 EUR
  • fT4: 4,10 EUR

Wenn zusätzlich zum TSH die Gesamthormonkonzentrationen T3 und T4 bestimmt werden entstehen Kosten von 4,50 EUR. Die Bestimmung der Gesamthormonkonzentrationen ist medizinisch nicht empfehlenswert, belastet das Laborbudget des Arztes aber deutlich weniger und wird deswegen häufig veranlasst. Seit 2007 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen neben der Analyse des TSH nur noch die Bestimmung der freien Schilddrüsenhormone. Die einmalige Kontrolle der Schilddrüsenparameter (TSH, fT3 und fT4) kostet seitdem 11,20 EUR! Kosten der Schilddrüsendiagnostik weiterlesen

Informationen zum TSH-Referenzbereich

Weil häufiger nachgefragt wird wie der Stand der Dinge im Hinblick auf den TSH-Referenzbereich ist, möchte ich kurz auf eine aktuelle Veröffentlichung mit dem Titel “The Normal TSH Reference Range: What Has Changed in the Last Decade?” aufmerksam machen. Diese ist als Volltext kostenfrei abrufbar. Im Literaturverzeichnis des Artikels von Bernadette Biondi finden sich zudem zahlreiche Verweise auf weitere Veröffentlichungen zum Thema.

Bernadette Biondi “The Normal TSH Reference Range: What Has Changed in the Last Decade?“, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, September 1, 2013 vol. 98 no. 9 3584-3587, Fulltext free

Was bedeuten die ICD-10 Diagnoseschlüssel?

ICD-10 steht für die aktuelle International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme). Dabei handelt es sich um ein weltweit anerkanntes, medizinisches Diagnose-Klassifikationssystem, welches von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt wurde. In Deutschland sind alle Ärzte verpflichtet, die von ihnen gestellten Diagnosen nach ICD-10 zu verschlüsseln. Was bedeuten die ICD-10 Diagnoseschlüssel? weiterlesen