Schlagwort-Archiv: Radioiodtherapie

Schilddrüsendiagnostik: Strahlenbelastung bei innovativer Methode gesenkt

Doktorandin der Klinik für Nuklearmedizin am UKJ erhält Forschungspreis

Gutartige Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet. Neben Medikamenten und Operationen steht Patienten die Therapie mit radioaktivem Jod zur Verfügung, die sogenannte Radiojodtherapie. Dabei wird die vergrößerte Schilddrüse von „innen“ bestrahlt. Um die erforderliche Menge an Radioaktivität für den einzelnen Patienten exakt zu ermitteln, wird die Therapie in einem sogenannten Radiojodtest simuliert. Dafür ist bisher oft das Isotop Jod-131 verwendet worden. Seit wenigen Jahren ist es jedoch auch möglich, ein anderes Isotop des Elements Jod, Jod-124, im Rahmen einer PET/CT-Untersuchung einzusetzen. Diese Kombination eines nuklearmedizinischen Diagnoseverfahrens (PET) mit Röntgendiagnostik (CT) liefert den Medizinern umfangreiche Bilder und Informationen. Schilddrüsendiagnostik: Strahlenbelastung bei innovativer Methode gesenkt weiterlesen

Krankenkassen müssen Kosten für vollstationäre Radioiodtherapien übernehmen

Vor einiger Zeit hatten wir bereits über eine Entscheidung des Sozialgerichts Dresden bzgl. der Kostenübernahme vollstationärer Radioiodtherapien berichtet (Sozialgericht Dresden, Aktenzeichen S 47 KR 439/12).

Die Kaufmännische Krankenkasse hatte sich geweigert die Kosten für den stationären Aufenthalt im Zusammenhang mit einer Radioiodtherapie zu übernehmen. Von der ersten Instanz, dem Sozialgericht Dresden, wurde sie jedoch zur Zahlung verurteilt. Gegen dieses Urteil hat die Kaufmännische Krankenkasse im Anschluss an das Verfahren Revision eingelegt.

Deshalb wurde der Sachverhalt noch einmal vor dem Bundessozialgericht verhandelt. Am 17. November 2015 ist dort ebenfalls zugunsten der Patientin geurteilt worden. Das bedeutet, die Kaufmännische Krankenkasse wurde erneut zur Kostenübernahme der vollstationären Radioiodtherapie verurteilt.

Weitere Details siehe: Bundessozialgericht, Urteil vom 17.11.2015, Aktenzeichen B 1 KR 18/15 R

Stationärer Aufenthalt bei Radioiodtherapie

Erst vor wenigen Monaten gab es ein Gerichtsurteil (Sozialgericht Dresden, Aktenzeichen S 47 KR 439/12), weil sich eine Krankenkasse zunächst geweigert hat die Kosten für den im Zusammenhang mit einer Radioiodtherapie der Schilddrüse notwendigen Krankenhausaufenthalt zu übernehmen.

Im Hinblick darauf ist eine aktuelle Meinungsäußerung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. interessant: Stellungnahme zum stationären Aufenthalt im Rahmen der Radioiodtherapie für gesetzlich krankenversicherte Patienten. Dort sind offenbar bereits mehrere solcher Fälle bekannt.

Nachtrag vom 20.01.16: Inzwischen gibt es zu diesem Sachverhalt auch ein Urteil des Bundessozialgerichts (Bundessozialgericht, Aktenzeichen B 1 KR 18/15 R)

Einfluß der Radioiodtherapie auf die Antikörpertiter von Schilddrüsenpatienten

Die vorliegende Doktorarbeit hat gezeigt, dass es durch eine Radioiodbehandlung zu Veränderungen der Antikörpertiter kommen kann. Autoimmunthyreoiditiden treten demnach mit erhöhter Inzidenz auf. Um Neuerkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren, ist deshalb eine Kontrolle der Antikörpertiter nach der Radioiodbehandlung sinnvoll.

Quelle: Sabine Altwein „Einfluss der Radioiodtherapie auf Tg-, TPO- und TSH-Rezeptor-Antikörpertiter bei Patienten mit Schilddrüsenautonomie und Autoimmunthyreopathie und mögliche Konsequenzen für das Qualitätsmanagement der Klinik für Nuklearmedizin“ Dissertation Marburg 2010, Fulltext

Radioiodtherapie: Wissenswertes für Patienten

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. Jochen Dressler (früher: Nuklearmedizinische Klinik der Henriettenstiftung Hannover, jetzt: im Ruhestand).

1. Was ist eine Radioiodbehandlung?

Radioiod, chemisches Kurzzeichen I-131, ist eine radioaktive Form des Iod, welches vom Körper genauso aufgenommen wird wie das natürliche in der Nahrung vorkommende Spurenelement. Bei der sogenannten Radioiodtherapie (Abkürzung: RIT) wird das Iod-Isotop I-131 einmalig in Form einer Kapsel oder als Flüssigkeit eingenommen. Es wird im Magen rasch ins Blut resorbiert und gelangt damit in das Zielorgan Schilddrüse, wo es an der Hormonsynthese teilnimmt:. Nach etwa 24 Stunden hat die Schilddrüse – je nach Funktionszustand – etwa 50% des eingenommenen radioaktiven Jod gespeichert, der Rest wird weit überwiegend über die Nieren innerhalb weniger Tage ausgeschieden. Das instabile Radionuklid Iod-131 zerfällt mit einer Halbwertzeit von 8 Tagen unter Aussendung von Beta-Strahlen, die eine Reichweite von nur 1 – 2 mm haben und damit ausschließlich im Schilddrüsengewebe wirken können. In sehr geringem Umfang liegt auch eine Gammastrahlung vor, die sich von der Körperoberfläche her mit entsprechenden Geräten gut nachweisen lässt, z.B. bei der Szintigraphie oder beim Radioiodtest. Radioiod ist damit ein „strahlendes“ Medikament mit großer Wirkung auf die Schilddrüse. Radioiodtherapie: Wissenswertes für Patienten weiterlesen