Schlagwort-Archiv: Morbus Basedow

Möglicherweise Medikament zur Behandlung des Exophthalmus beim Morbus Basedow entdeckt

Heute wurde ein lesenswerter Artikel im Ärzteblatt veröffentlicht, der vielen Morbus Basedow Erkrankten Hoffnung auf die Zukunft machen dürfte: Morbus Basedow – Teprotumumab vermindert Exophthalmus.

Wirkungsmechanismus: Der untersuchte Antikörper Teprotumumab heftet sich  am Rezeptor für den Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) an, der die Vermehrung von bestimmten Zellen in der Augenhöhle fördert. Die Vermehrung dieser sogenannten Fibroblasten ist für das Hervortreten der Augäpfel beim Morbus Basedow verantwortlich.

→ 23.10.18: Neues zu Teprotumumab – Wirkstoff zur Behandlung der Endokrinen Orbitopathie beim Morbus Basedow

 

Morbus Basedow: Tipps für die Zeit der thyreostatischen Therapie

Nach der Diagnose → Morbus Basedow wird zunächst versucht die überaktive Schilddrüse zu beruhigen. Dafür stehen die Schilddrüsenfunktion hemmende Medikamente, sogenannte Thyreostatika, zur Verfügung. Diese thyreostatische Therapie ist im Normalfall über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten notwendig.

Auf Nebenwirkungen der Thyreostatika achten

In der Regel wird die medikamentöse Therapie mit Thyreostatika von Morbus Basedow-PatientInnen problemlos vertragen. Es kann jedoch auch zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, weswegen Betroffene auf entsprechende Warnsignale achten sollten.

Nebenwirkungen der thyreostatischen Therapie beim Morbus Basedow
Nebenwirkungen der thyreostatischen Therapie beim Morbus Basedow

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Morbus Basedow

– Nachfolgend lesen Sie einen bezahlten Blogbeitrag (Gastartikel) –

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. med. B. L. Herrmann (Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologe und Diabetologe, Facharztpraxis und Labor, Bochum). Homepage: www.endo-bochum.de

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die vorwiegend Frauen betrifft und zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) führt. In ca. 40% der Fälle entsteht eine Augenbeteiligung (Endokrine Orbitopathie: E.O.). Der Morbus Basedow wird auch im englischsprachigen Raum als Graves` disease bezeichnet.

Geschichtlicher Hintergrund

Nach dem deutschen Erstbeschreiber Karl Adolph von Basedow (1840) wird die Krankheit benannt. Im englischsprachigen Raum wird die Krankheit nach dem Erstbeschreiber Robert James Graves (1835) als sogenannte Graves` disease bezeichnet. Karl von Basedow beschrieb in Merseburg erstmalig 1840 das sogenannte Merseburger Trias, welches den Symptomkomplex Kropf (Struma), Herzklopfen (Tachykardie) als auch die hervorstehenden Augen (Exophthalmus) bezeichnet. Initial hatte Robert James Graves die Erkrankung wegen des schnellen Pulsschlages bzw. des Herzklopfens als eine primäre Erkrankung des Herzens interpretiert. Durch die Augenbeteiligung, die durch Paul Julius Möbius (1886) erstmalig mitbeschrieben wurde und einen Zusammenhang mit der Schilddrüse sah, entstand der Ausdruck der endokrinen Orbitopathie mit besondere klinischen Zeichen wie dem sogenannten Möbius-Zeichen. Morbus Basedow weiterlesen

Antioxidantien bei Hashimoto und Basedow

Die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen wie die → Hashimoto-Thyreoiditis und der → Morbus Basedow werden nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen durch freie Radikale mit verursacht.

Deshalb wird umgekehrt davon ausgegangen, dass die gute Versorgung mit Antioxidantien vor diesen Krankheiten einen gewissen Schutz bieten oder die Erkrankungen in ihrem Verlauf positiv beeinflussen kann.

Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren sind besonders reich an Antioxidantien.
Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren sind besonders reich an Antioxidantien.
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Morbus Basedow: Informationen zum Krankheitsbild

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Jutta Knopp.

Bei Morbus Basedow (Autoimmunhyperthyreose) handelt es sich um eine eng mit der Hashimoto-Thyreoiditis verwandte Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fehlerhaft reagiert und sich gegen körpereigenes Gewebe – in diesem Falle die Schilddrüse – richtet. Das Immunsystem bildet bestimmte organspezifische Autoantikörper gegen die Schilddrüse und stimulieren diese zu einer stark übersteigerten Schilddrüsenhormonproduktion, so dass es zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt.

Es ist die seltenere (ca. 1 – 6 % der Bevölkerung sind daran erkrankt), jedoch allgemein weitaus bekanntere Variante von autoimmuner Schilddrüsenerkrankung. Benannt wurde die Erkrankung nach Carl Adolph von Basedow, der die Erkrankung 1840 erstmals in Merseburg/Deutschland beschrieb. Im englischen Sprachraum ist Morbus Basedow als „Graves’ disease“ bekannt (benannt nach dem in Dublin/Irland praktizierenden Arzt Robert J. Graves, der die Krankheit bereits vor Basedow im Jahre 1835 beschrieb).

Am häufigsten von Morbus Basedow sind Frauen betroffen (Frauen erkranken 5-8 mal häufiger als Männer), die meisten erkranken zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr (das erklärt sich vermutlich aus den in diesem Alter häufigeren Hormonumschwüngen bedingt durch Schwangerschaften/Geburten/Wechseljahre). Seltener sind Kinder/Jugendliche betroffen.

Eine zentrale Rolle bei dieser Erkrankung nehmen die TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) ein, denn diese Antikörper sind letztendlich für die Krankheitsymptome verantwortlich, indem sie an den TSH-Rezeptoren der Schilddrüse andocken und die Schilddrüse zu einer übermäßigen Schilddrüsenhormonproduktion veranlassen. Daneben können die TRAK auch noch am Augenhintergrundgewebe andocken und dort eine endokrine Orbitopathie (EO) auslösen. Morbus Basedow: Informationen zum Krankheitsbild weiterlesen

Warum man bei Morbus Basedow nicht rauchen sollte

Das Rauchen erhöht grundsätzlich das Risiko eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung wie den → Morbus Basedow zu entwickeln, weil es beispielsweise das Wachstum der Thyreozyten (Schilddrüsenzellen) und damit die Entstehung einer Struma (Schilddrüsenvergrößerung) fördert.

Des weiteren scheint besonders das im Zigarettenrauch enthaltene giftige Thiocyanid ein Risikofaktor für die Entwicklung einer → endokrinen Orbitopathie sein. Das Risiko diese Augenerkrankung zu bekommen ist bei Rauchern deutlich höher als bei Nichtrauchern.

Buchrezension: Hashimoto & Basedow. Ganzheitliche Behandlung …

Heute folgt nun endlich die bereits am 12. Mai 2011 angekündigte Bewertung des Buches “Hashimoto & Basedow. Ganzheitliche Behandlung der Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse” von Dr. Berndt Rieger.

Riegers erstes Buch “Die Schilddrüse. Balance für Körper und Seele” hat mir gut gefallen und von daher habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass er ein aktuelles Buch speziell zu den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse geschrieben hat. Aber meine Erwartung wurde enttäuscht und um es direkt vorweg zu nehmen – ich finde das Buch ausgesprochen schlecht und möchte es deshalb hier ausdrücklich nicht weiterempfehlen!

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Berndt Rieger: Ganzheitliche Behandlungsstrategien bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse

Von Berndt Rieger gibt es ein aktuelles Buch (Neuerscheinung im Mai 2011) mit dem Titel “Hashimoto & Basedow. Ganzheitliche Behandlungsstrategien bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse” – entweder als Kindele-E-Book oder als Taschenbuchausgabe. Letztere habe ich mir soeben bestellt. ;-) Meine ausführliche Buchbesprechung veröffentliche ich dann hier, sobald ich das Buch gelesen habe …

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Neues Thyreostatikum für die Behandlung des Morbus Basedow entwickelt

Eine Fehlsteuerung im Immunsystem ist beim →  Morbus Basedow für die Bildung von TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) verantwortlich. Diese Antikörper docken an den eigentlich für das TSH vorgesehenen Rezeptoren an und blockieren diese, so dass sich das TSH dort nicht mehr verankern kann. Amerikanischen Forschern ist es jetzt erstmals gelungen ein Thyreostatikum zu entwickeln welches genau hier ansetzt, d.h. es antagonisiert den Rezeptor des Thyroidea Stimulating Hormon.

Quelle: Susanne Neumann, Elena Eliseeva, Joshua G. McCoy, Giorgio Napolitano, Cesidio Giuliani, Fabrizio Monaco, Wenwei Huang, and Marvin C. Gershengorn “A New Small-Molecule Antagonist Inhibits Graves’ Disease Antibody Activation of the TSH Receptor”, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , doi:10.1210/jc.2010-1935