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Forscher stimulieren Kehlkopfmuskeln mit Licht

Medizinern der Universität Bonn ist es gelungen, die Kehlkopfmuskeln einer Maus mit Licht zu stimulieren. Möglicherweise ist es mit dieser Methode mittelfristig möglich, Kehlkopflähmungen beim Menschen zu therapieren. Diese können beispielsweise nach Schilddrüsen-Operationen auftreten und zu Problemen beim Sprechen sowie schwerer Atemnot führen.

Risiken der Schilddrüsenoperation

Muskeln reagieren auf Nervenimpulse, indem sie sich zusammenziehen. Durch Licht lässt sich diese Kontraktion normalerweise nicht auslösen. Vor einigen Jahrzehnten wurde jedoch in Grünalgen eine exotische Molekülgruppe entdeckt, die so genannten Kanal-Rhodopsine. Kanal-Rhodopsine sind Schleusen für elektrisch geladene Teilchen, die sich bei Beleuchtung öffnen. Wenn man Kanal-Rhodopsine geeignet verpackt und in einen Muskel injiziert, werden sie in die einzelnen Muskelzellen eingebaut. Sobald man eine solche Zelle nun mit Licht reizt, öffnen sich die Kanäle. Es strömen positiv geladene Ionen in die Muskelzelle, die so zur Kontraktion angeregt wird. Forscher stimulieren Kehlkopfmuskeln mit Licht weiterlesen

Neuer Kehlkopfschrittmacher lindert Atemnot bei gelähmten Stimmbändern

Am Würzburger Universitätsklinikum wurde im Oktober dieses Jahres erstmals einer Patientin erfolgreich ein Kehlkopfschrittmacher eingepflanzt. Von der neuen Technologie erhoffen sich vor allem viele Schilddrüsen-operierte eine bessere Atemluftversorgung. Für die Implantation des Systems hat der Würzburger HNO-Experte Prof. Rudolf Hagen als Weltneuheit ein Verfahren entwickelt, bei dem die Schrittmacherelektrode durch ein Endoskop in den Kehlkopf eingeführt werden kann.

Atmen, Schlucken, Sprechen – die zwei im Kehlkopf untergebrachten Stimmbänder sind an essentiellen Körperfunktionen beteiligt. Werden die sie versorgenden Nerven – die so genannten Rekurrenznerven geschädigt, kann es zu einer Lähmung der Stimmbänder kommen. Hervorgerufen werden solche Nervenschäden zum Beispiel durch Virusinfektionen, Hals- und Brustraumverletzungen oder durch Tumore. Aber auch bei Eingriffen an der Schilddrüse, die weltweit jährlich zu Tausenden durchgeführt werden, kann es zu einer Schädigung des Stimmbandnerven kommen, da der Nerv in unmittelbarer Nachbarschaft zur Drüse verläuft. Sind beide Stimmbänder gelähmt, können die Betroffenen durch die dann fast geschlossene Stimmritze meist nur noch schwer atmen. Neuer Kehlkopfschrittmacher lindert Atemnot bei gelähmten Stimmbändern weiterlesen