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Hashimoto-Thyreoiditis bei Kindern – bei diesen Symptomen sollte man die Schilddrüse untersuchen lassen

Die Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmun bedingte Schilddrüsenentzündung, kann in jedem Lebensalter auftreten. Sie führt mittelfristig häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese kann sich mit folgenden Beschwerden bemerkbar machen:

  • Wachstumsstörungen
  • Infektanfälligkeit
  • Kälteempfindlichkeit und häufiges Frieren
  • plötzlich schlechte Schulleistungen
  • Unsicherheit und Ängstlichkeit
  • grundlose Traurigkeit
  • verspätet einsetzende Pubertät
  • Appetitlosigkeit
  • unerklärliche Gewichtszunahme
  • Bauchschmerzen und Verstopfung

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Wochenbettdepression: Schilddrüsenstörung kann die Ursache sein

Depressive Verstimmungen oder Reizbarkeit nach der Geburt – das können Anzeichen einer Wochenbettdepression sein. Möglicherweise ist aber auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion die Ursache, die sogenannte nachgeburtliche Hashimoto-Thyreoiditis. Wenn Frauen bis zu einem Jahr nach der Entbindung an diesen neu aufgetretenen Symptomen leiden, sollten sie ihre Schilddrüse überprüfen lassen, rät die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE).

Dies gilt besonders für Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Auffälligkeiten ihrer Schilddrüse gezeigt haben. Die Erkrankung ist gut behandelbar. Auf der Pressekonferenz der DGE am Dienstag, dem 11. September 2018 in Berlin, diskutieren Experten im Vorfeld der 3. Deutschen Hormonwoche über Schwangerschaft, Wochenbett und Empfängnis bei Patientinnen mit einer autoimmun bedingten Unterfunktion der Schilddrüse, der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis. Wochenbettdepression: Schilddrüsenstörung kann die Ursache sein weiterlesen

Wissenschaftler warnen: weit verbreiteter Jodmangel mindert die Intelligenz bei Kindern

Wissenschaftler befürchten, dass bis zu 50 Prozent aller Neugeborenen in Europa aufgrund eines Jodmangels nicht ihr volles kognitives Potenzial erreichen. Der Mikronährstoff Jod ist essentiell für die Entwicklung von Intelligenz bei Kindern und Jugendlichen. Mit der Krakauer Erklärung zu Jod (Krakow Declaration on Iodine) fordern Wissenschaftler des EU-finanzierten Projektes EUthyroid und mehrere Interessengruppen Entscheidungsträger in Europa auf jetzt politische Maßnahmen zu setzen, die dem weitverbreiteten Jodmangel entgegenwirken. Wissenschaftler warnen: weit verbreiteter Jodmangel mindert die Intelligenz bei Kindern weiterlesen

Doch kein Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und einer leichten Schilddrüsenunterfunktion?

Vor wenigen Wochen hatte ich auf folgende Veröffentlichung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hingewiesen: → Neue Hoffnung für Patienten mit Depressionen und Angst. Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse.

Eine weitere aktuelle Studie ist jetzt allerdings zu anderen Ergebnissen gekommen: Kim JS, Zhang Y, Chang Y u.a. “Subclinical Hypothyroidism and Incident Depression in Young and Middle-Age Adults.” J Clin Endocrinol Metab. 2018 May 1;103(5):1827-1833. (Abstract).

Die widersprüchlichen Ergebnisse wurden beispielsweise von Prof. Helmut Schatz (Subklinische Schilddrüsenunterfunktion nicht mit Depressionen assoziiert) im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. kommentiert.

Nicole Rolfsmeier:

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Verhängnisvolle, psychische Fehldiagnosen bei SchilddrüsenpatientInnen

Es ist unverändert an der Tagesordnung, dass ÄrztInnen anstelle einer Schilddrüsenerkrankung ein chronisches Erschöpfungssyndrom, einen Burnout, eine Depression oder eine Angststörung diagnostizieren.

PatientInnen die es wagen die ärztliche Einschätzung anzuzweifeln haben im Hinblick darauf allerdings meist schlechte Karten. Die vermeintlich uneinsichtige Gegenwehr gilt eher noch als Beweis für die psychische Erkrankung.

Aber was ist, wenn betroffene PatientInnen allen Grund haben sich zu wehren – eben weil die Diagnose schlichtweg falsch ist und statt der Psyche die Schilddrüse krank ist?


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Muskel- und Gelenkschmerzen bei der Hashimoto-Thyreoiditis

Dieser Artikel wurde am 12.09.18 aktualisiert.

Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankte klagen im Unterschied zu den Betroffenen anderer Schilddrüsenerkrankungen vergleichsweise häufig über anhaltende Gliederschmerzen. Treten die Schmerzen zeitlich begrenzt in Schüben auf und wechseln sich mit längeren beschwerdefreien Phasen ab kann dies bereits ein Hinweis darauf sein, dass der der Hashimoto-Thyreoiditis zugrundeliegende Autoimmunprozeß die Ursache dafür ist.

Bestehen die Muskel-, Gelenk- und Sehnenschmerzen dauerhaft könnte dies im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenfehlfunktion stehen. Sowohl eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose = Überschuss an Schilddrüsenhormonen) als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose = Mangel an Schilddrüsenhormonen) kann derartige Krankheitssymptome verursachen. Manchmal ist die Einleitung einer Schilddrüsenhormontherapie noch nicht erfolgt – oft sind die PatientInnen aber auch vermeintlich gut mit einem Schilddrüsenhormonpräparat eingestellt und trotzdem nicht beschwerdefrei. Dann muss man sehen ob es hier noch weitere Optimierungsmöglichkeiten gibt. Das ledigliche Erreichen des vom jeweiligen Labor ermittelten Referenzbereichs ist oft nicht genug, d.h. weitere Verbesserungen sind oft schon aufgrund geringer Dosisänderungen möglich. Muskel- und Gelenkschmerzen bei der Hashimoto-Thyreoiditis weiterlesen

Die Ursache für die Hashimoto-Thyreoiditis

… kenne ich leider nicht. Und angesichts der Vielfalt der derzeit diskutierten – möglicherweise in Frage kommenden – Auslöser für die → Hashimoto-Thyreoiditis sowie der im Hinblick darauf unzureichenden Studienlage empfinde ich es als unseriös wenn jemand etwas anderes behauptet.

Zur Verdeutlichung habe ich in der nebenstehenden Grafik die möglichen Ursachen für die Hashimoto-Thyreoiditis kurz zusammengefasst.  Die Ursache für die Hashimoto-Thyreoiditis weiterlesen

Laborwerte zur Einschätzung der Schilddrüsenfunktionslage

Gerade neu diagnostizierte SchilddrüsenpatientInnen verstehen oft nicht richtig, was die Ärztin/der Arzt genau meint, wenn sie/er von einer → Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse spricht und welche Bedeutung im Hinblick darauf die Schilddrüsenwerte haben. Deshalb nachfolgend eine ausführliche Erläuterung der Zusammenhänge.

Fehlfunktionen der Schilddrüse

Wenn die Ärztin/der Arzt eine Schilddrüsenfehlfunktion oder eine falsche Einstellung mit Schilddrüsenhormonen bzw.  Schilddrüsenhemmern diagnostiziert hat, kann dies entweder bedeuten,

  1. dass zu wenige Schilddrüsenhormone zur Verfügung stehen. Dieser Mangel an Schilddrüsenhormonen wird als Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose bezeichnet.
  2. oder dass im Körper zu viele Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Ein solcher Überschuss an Schilddrüsenhormonen wird auch Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose genannt.
Schilddrüsenfunktionslage und Schilddrüsenwerte

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Schilddrüsenkrankheiten sind Frauenkrankheiten

Vielleicht haben Sie schon einmal irgendwo gelesen, dass Frauen beispielsweise an einer Hashimoto-Thyreoiditis zehnmal häufiger erkranken als Männer. Und genau diese Tatsache ist mitverantwortlich dafür, dass Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen sehr häufig medizinisch ausgesprochen schlecht betreut werden.

Auch heutzutage werden Frauen immer noch sehr viel eher als Männer für psychisch labil, wenig belastbar, schmerzempfindlich und wehleidig gehalten. In Kombination mit den oft unklaren und nicht immer eindeutigen Beschwerden einer Schilddrüsenfehlfunktion liegt die vorschnelle Vorverurteilung durch Ärztinnen auf der Hand “Von der Erkrankung der Schilddrüse kommen Ihre Beschwerden nicht und … im Zweifelsfall müssen wir auch mal an psychosomatische Ursachen denken.” Häufig ein Irrtum, der dazu führt, dass die notwendige Behandlung unterbleibt und Leidenswege von SchilddrüsenpatientInnen unnötig verlängert werden. Schilddrüsenkrankheiten sind Frauenkrankheiten weiterlesen