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Psychiatrische Fehldiagnose bei Hashimoto-Enzephalopathie

Die Hashimoto-Enzephalopathie ist eine ausgesprochen seltene und ÄrztInnen entsprechend wenig bekannte Erkrankung. Bei unklarer psychiatrischer Symptomatik in Verbindung mit hohen Schilddrüsenautoantikörperspiegeln sollte diese Differentialdiagnose jedoch in Erwägung gezogen werden. Einen englischsprachigen Fallbericht dazu haben Murugan Selvaraj Karthik, Kulothungan Nandhini, Viswanath Subashini, Ramasamy Balakrishnan (Hashimoto’s Encephalopathy Presenting with Unusual Behavioural Disturbances in an Adolescent Girl, National Institutes of Health (Gesundheitsministerium d. USA)) veröffentlicht.  Unter dem Titel “Der Schlangentanz” wurde der Fall auch von einer DocCheck-Bloggerin in deutscher Sprache noch einmal ausführlich dargestellt.

Hashimoto-Enzephalopathie

In sehr seltenen Ausnahmefällen kommt es zu einer neurologischen Manifestation der Hashimoto-Thyreoiditis. Diese Ausbreitung auf Gehirn und Nervensystem wird auch als Hashimoto-Enzephalopathie bezeichnet.
Symptome der Hashimoto-Enzephalopathie

Hierbei treten Symptome wie Verwirrtheit, Depressionen, Zittern, Schwindel, Unruhezustände, Sprachstörungen, Halluzinationen und epileptische Anfälle auf. Bei einigen Betroffenen kommt es auch zu einer schlaganfallähnlichen Symptomatik.

Diagnose der Hashimoto-Enzephalopathie

Die Beschwerden treten unabhängig von der Schilddrüsenfunktionslage, also auch bei normalen Werten von TSH, fT3 und fT4 auf. Charakteristisch für dieses Krankheitsbild, welches noch weitgehend unbekannt ist, sind sehr hohe Konzentrationen von Schilddrüsenautoantikörpern. Auffällig sind außerdem oft Veränderungen im Elektroenzephalogramm (EEG, Aufzeichnung der Hirnströme).

Therapie der Hashimoto-Enzephalopathie

Behandelt wird die Hashimoto-Enzephalopathie mit TSH-suppressiver Thyroxintherapie, um das Autoimmungeschehen zu unterdrücken. Außerdem spricht diese Erkrankung in der Regel gut auf die Behandlung mit Kortison an, so dass sich die Beschwerden rasch zurückbilden.