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Aut-idem-Verbot für Levothyroxin-Natrium geplant

Der gemeinsame Bundesausschuss hat am 13. Mai 2014 ein Aut-idem-Verbot für sieben verschiedene Wirkstoffe und Wirkstoff-Kombinationen beschlossen. Darunter auch für Levothyroxin-Natrium sowie die Kombination von Levothyroxin-Natrium und Kaliumiodid.

Ausführliche Informationen dazu gibt es unter Arzneimittel-Richtlinie/Abschnitt M und Anlage VII: Einleitung eines Stellungnahmeverfahrens – Bestimmung von Arzneimitteln, deren Ersetzung durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ausgeschlossen ist (1. Tranche) auf der Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschusses. Direktlink wurde gelöscht, weil die Seite am 05.07.18 nicht mehr erreichbar war.
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Was bedeutet „aut idem“?

Die lateinischen Worte “aut idem” bedeuten übersetzt „oder ein Gleiches“. Damit teilt der Arzt dem Apotheker mit, dass er auch ein anderes als das verordnete Medikament an den Patienten abgeben darf. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es sich dabei um ein wirkstoffgleiches Arzneimittel handelt.

In Deutschland sind Apotheker seit 2004 (gemäß Paragraph 129 des Fünften Buchs des Sozialgesetzbuchs) verpflichtet, bei einer aut-idem-Verordnung durch den Arzt nur das jeweils günstigste Medikament der entsprechenden Wirkstoffgruppe an den Patienten abzugeben. Dadurch erhofft man sich eine deutliche Kostenersparnis bei den finanziellen Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente.

Wie eine solche aut-idem-Verordnung in der Praxis auszusehen hat, wurde zwischen dem Deutschen Apothekerverband und den Spitzenverbänden der Krankenkassen im Anschluss an diese gesetzliche Regelung vertraglich festgelegt. Konkret sieht es hierzulande derzeit so aus, dass auf den Vordrucken für Kassenrezepte sogenannte aut-idem-Felder vorgedruckt sind. Das bedeutet, es gilt die oben ausgeführte aut-idem-Regelung. Möchte der Arzt hingegen ausschließen, dass der Patient ein anderes als das von ihm verordnete Medikament erhält, muss er das aut-idem-Feld durchstreichen. Damit verbietet er dem Apotheker den Austausch des Arzneimittels.

Für Schilddrüsenpatienten ist diese aut-idem-Regelung von besonderer Bedeutung. Auch wenn beispielsweise alle T4-Monopräparate den gleichen Wirkstoff enthalten, so können sich die Schilddrüsenhormonpräparate doch in der Bioverfügbarkeit unterscheiden. Das bedeutet, einige Präparate wirken etwas schwächer als andere. Es ist individuell unterschiedlich, ob sich dies auch in Schwankungen im Wohlbefinden und/oder bei den Schilddrüsenwerten zeigt. Empfindliche Personen sollten aber vorsichtshalber darauf achten, dass das einmal gewählte Schilddrüsenhormonpräparat nicht gewechselt wird und im Zweifelsfall darauf bestehen, dass der Arzt das aut-idem-Feld durchstreicht.

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Häufig verwendete, medizinische Begriffe und Abkürzungen (A bis M)

Apothekenpflicht: Bestimmte Arzneimittel dürfen nur in Apotheken und dort nur durch Fachkräfte an den Endverbraucher abgegeben werden.

Arzneimittelrecht: Das Arzneimittelrecht regelt die Herstellung, klinische Prüfung und Abgabe von Arzneimitteln.

Ätiologie: Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen einer Krankheit.

aut idem = oder ein Gleiches. Der Arzt erlaubt dem Apotheker durch das Anbringen der Wörter „aut idem“ auf einem Rezept, ein anderes als das namentlich verordnete, aber wirkstoffgleiches Arzneimittel abzugeben. Will der Arzt ein bestimmtes Medikament eines bestimmten Herstellers verordnen, muss er dies durch das aut idem-Kreuz auf dem Rezept deutlich machen.

AWMF = Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

benigne = gutartig

BID = lat. bis in die (zwei Mal pro Tag).

CR = engl. complete remission. Vollremission, d.h. vollständiger Rückgang der Krankheit.

EbM = engl. evidence-based medicine (auf Beweismaterial gestützte Heilkunde). Die Entscheidung über eine medizinische Behandlung soll nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden.

Einsichtsrecht: Jeder Patient hat das Recht, seine beim Arzt oder im Krankenhaus erfassten Untersuchungs- und Behandlungsunterlagen einzusehen.

Epidemiologie: Die Wissenschaft, die sich mit der Verbreitung, den Ursachen und Folgen von Krankheiten in einer Gruppe beschäftigt.

GdB = Grad der Behinderung

GKV = Gesetzliche Krankenversicherung

Generikum: Ein Arzneimittel, welches eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikaments ist.

IGeL = Individuelle Gesundheitsleistungen. Ärztliche Leistungen, die nicht durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen werden sondern gegen Selbstzahlung angeboten werden. Sie sind medizinisch nicht unbedingt sinnvoll.

Inzidenz: Die Anzahl der Neuerkrankungen in einer Bevölkerungsgruppe an einer bestimmten Krankheit während einer genau definierten Zeitspanne.

Klinische Studie: Eine unter kontrollierten Bedingungen mit kranken Patienten und/oder gesunden Probanden durchgeführte Untersuchung. Das Ziel ist es Krankheiten und Therapien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen.

Leitlinien: Dabei handelt es sich um spezifische Entscheidungshilfen für Ärzte. Sie werden von den wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (siehe AWMF), der ärztlichen Selbstverwaltung (Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung) oder von Berufsverbänden entwickelt und verbreitet. Anders als Richtlinien sind sie für die Ärzte nicht bindend.

maligne = bösartig

MDK = Medizinischer Dienst der Krankenkassen. Dabei handelt es sich um den sozialmedizinischen Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

→ Häufig verwendete, medizinische Begriffe und Abkürzungen (N bis Z)

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