Spezial: Symptome Schilddrüsenfehlfunktion

Dieses Themen-Spezial wurde am 11.04.19 neu erstellt.

Schilddrüsenfehlfunktion = Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion

Es gibt eine ganze Reihe an unterschiedlichen Symptomen die durch eine Schilddrüsenerkrankung, oder genauer gesagt eine fehlerhafte Funktion der Schilddrüse, ausgelöst werden können. Welche Beschwerden im Einzelnen auftreten, hängt insbesondere davon ab, ob eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion besteht. Beides sind Schilddrüsenfehlfunktionen die bedeuten, dass die Schilddrüse entweder zu viele oder zu wenige Schilddrüsenhormone herstellt. Wenn es zu einem Überschuss an Schilddrüsenhormonen (Schilddrüsenüberfunktion, Hyperthyreose) kommt, läuft der Körper ständig auf Hochtouren. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Schilddrüsenunterfunktion, Hypothyreose) ist es genau andersherum – alle körperlichen Vorgänge laufen verlangsamt ab.

Symptome Schilddrüsenunterfunktion

Haut, Haare und Nägel: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Bereich um die Augen herum häufig geschwollen. Die Haut ist trocken und rissig. Die Haare sind spröde und stumpf. → Eine Schilddrüsenfehlfunktion beeinträchtigt auch Haare, Haut und NägelSchilddrüsenbedingte Veränderungen der Haut

Herz-Kreislauf-System: Eine Unterfunktion der Schilddrüse geht oft mit unspezifischen Beschwerden wie einem allgemeinen Schwäche- oder Schwindelgefühl einher. Manchmal ist die Erklärung dafür ein zu niedriger Blutdruck oder auch ein langsamer Puls (weniger als 70 Schläge/Min.). Nicht selten haben die PatientInnen auch das unangenehme Gefühl nicht richtig durchatmen zu können. → Herz-Kreislauf-Probleme bei Schilddrüsenerkrankungen

Energie- und Fettstoffwechsel: Die ungewollte Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung ist eines der auffälligsten Symptome als Folge einer Schilddrüsenunterfunktion. Hinzu kommt ein ständiges Kältegefühl. PatientInnen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse frieren auch in warmer Umgebung. Daneben sind anhaltende Müdigkeit bis hin zur völligen Erschöpfung sowie eine ausgeprägte Antriebslosigkeit typisch. → Themen-Spezial: Abnehmen trotz Hashimoto-Thyreoiditis

Magen-Darm-System: Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen bewirkt ein unklares Beschwerdebild im Magen-Darm-Bereich. Neben Appetitlosigkeit und Übelkeit sind Bauchschmerzen oft im Zusammenhang mit einer hartnäckigen Verstopfung häufig. → Auswirkungen von Schilddrüsenhormonen auf die Funktionsfähigkeit von Magen und Darm

Muskeln und Gelenke: Eine Schilddrüsenunterfunktion geht oft mit Muskelschwäche einher. Die Betroffenen haben beispielsweise Probleme eine Wasserflasche zu öffnen oder einen schweren Gegenstand hochzuheben. Aber auch Muskelverspannungen bis hin zu hartnäckigen Muskelverhärtungen sind häufig. Zu Gelenkschmerzen kommt es insbesondere dann wenn die Unterfunktion der Schilddrüse die Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis ist. → Muskel- und Gelenkschmerzen bei der Hashimoto-Thyreoiditis

Nervensystem und Psyche: PatientInnen die an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden sind sehr empfindlich. Sie sind weinerlich, mutlos und neigen zur Melancholie. Auch Depressionen sind häufig. Gelegentlich zeigt sich aber auch eine unerklärliche Reizbarkeit bei der die Betroffenen selbst den Eindruck haben, dass ihnen in dem Moment alles zu viel wird. Charakteristisch für eine Schilddrüsenunterfunktion sind auch Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Von innerer Unruhe, über Schreckhaftigkeit bis hin zu einer ungewohnten Ängstlichkeit sind vielfältige psychische Symptome möglich. → Psychische Erkrankungen – Oft Fehldiagnosen bei Schilddrüsenpatienten!

Sexualhormone: Fast alle Betroffenen einer Schilddrüsenunterfunktion leiden unter Zyklusstörungen. Dazu zählen das prämenstruelle Syndrom oder auch ein gravierender Eisenmangel aufgrund von ungewohnt heftigen Blutungen bis hin zu ungewollter Kinderlosigkeit. → Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone (Prolaktin, Östrogene, Progesteron, Androgene)

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Symptome Schilddrüsenüberfunktion

Haut, Haare und Nägel: Typisch für eine Überfunktion der Schilddrüse ist eine feucht-warme Haut, die auch übermäßig gerötet sein kann. Neben schnell fettenden Haaren ist auch Haarausfall häufig.

Herz-Kreislauf-System: Von einer Schilddrüsenüberfunktion betroffene PatientInnen haben häufig einen schnellen Puls und verspüren ein unangenehmes Herzrasen. Es kann durch den Überschuss an Schilddrüsenhormonen sogar zu Herzrhythmusstörungen bis hin zu Vorhofflimmern kommen. Der Blutdruck ist fast immer erhöht. Die Lebensqualität stark beeinträchtigend können auch Atemprobleme sein.

Energie- und Fettstoffwechsel: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist häufig eine Gewichtsabnahme trotz normaler Ernährung zu beobachten. Hinzu kommt ein vermehrtes Schwitzen mit einer ausgeprägten Hitzeintoleranz, d.h. in warmer Umgebung fühlen sich PatientInnen mit einer Überfunktion der Schilddrüse meist unwohl.

Magen-Darm-System: Heißhungerattacken folgen oft unspezifische Bauchschmerzen und häufige weiche Stühle, die sich auch zu mehrmals täglichen Durchfällen verschlimmern können.

Muskeln und Gelenke: Eine Überfunktion der Schilddrüse geht mit Muskelschwäche und Kraftlosigkeit einher. Auffälligstes Zeichen bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist aber das Muskelzittern beispielsweise der ausgestreckten Hände.

Nervensystem und Psyche: Schlaflosigkeit, Unruhe und Ungeduld, Reizbarkeit bis hin zu Wutausbrüchen schon bei kleinsten Anlässen – die emotionale Labilität von PatientInnen mit einer Schilddrüsenüberfunktion ist nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für das Umfeld eine Belastung.

Sexualhormone: Zu den häufigeren durch eine Überfunktion der Schilddrüse ausgelösten Zyklusstörungen gehören ausbleibende Blutungen. Auch eine ungewollte Kinderlosigkeit ist nicht selten.

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