Spezial: Depression und Burnout bei Hashimoto-Thyreoiditis

Dieses Themen-Spezial wurde am 03.05.19 neu erstellt.

Wenn als Folge der Hashimoto-Thyreoiditis eine deutliche Schilddrüsenunterfunktion eingetreten ist, geht das üblicherweise mit ausgeprägten und anhaltenden Krankheitssymptomen einher. Diesbezüglich leiden die Betroffenen oftmals übrigens sehr viel stärker unter den seelischen als unter den körperlichen Auswirkungen des Schilddrüsenhormonmangels. Allgemeine Antriebslosigkeit, Erschöpfungszustände, vermeintlich grundlose Traurigkeit und plötzliche Tränenausbrüche sind dabei nur einige der, die Lebensqualität von Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten, stark beeinträchtigenden Beschwerden.

Depressive Verstimmungen

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Zu einer Depression als Ausdruck der Hashimoto-Thyreoiditis kommt es nicht urplötzlich von heute auf morgen, sondern Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit und Weinerlichkeit beginnen ganz allmählich einen immer größeren Platz im eigenen Leben einzunehmen. Oft beginnen Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffene die Tage lustlos und langsam, tagsüber gibt es immer mal wieder Tränenausbrüche aus nichtigen Anlässen und kurze Momente der Hoffnungslosigkeit bevor es ihnen gegen Abend dann wieder besser geht. Wird die Schilddrüsenunterfunktion nicht ausreichend behandelt können ständige Grübeleien und starke Verzweiflung hinzukommen.

Aussagen von Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten:

  • “Ich fühle mich wie eine Schlaftablette. Morgens komme ich nicht mehr hoch, würde am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben.”
  • “Mir macht nichts mehr Spaß.”
  • “Ich habe einfach keine Lust zu gar nichts und kann mich zu überhaupt nichts mehr aufraffen.”
  • “Nach der Arbeit gehe ich nach Hause und das war’s. Einkaufen, zum Friseur, mit Freunden treffen, ins Kino gehen – daran ist nicht mehr zu denken. Abends bin ich einfach nur fertig!”
  • “Ich habe seit einiger Zeit total nah am Wasser gebaut. Mir kommen ständig die Tränen.”

Körperliche, seelische und geistige Erschöpfung

Wie wichtig Schilddrüsenhormone für die körperliche, seelische und geistige Gesundheit sind merken Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankte spätestens dann, wenn sie unter einer auffälligen Schilddrüsenunterfunktion leiden. Ständige Müdigkeit und anhaltende Erschöpfungszustände gehören dann tagtäglich dazu. Sie bessern sich weder wenn am Wochenende ausgeschlafen wird noch durch die Ruhe in einem mehrwöchigen Urlaub. Die Leistungsfähigkeit ist zunehmend eingeschränkt. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können hinzukommen und führen dazu, dass immer mehr Fehler gemacht werden. Überforderungsgefühle sind allgegenwärtig.

Aussagen von Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten:

  • “Mir wird im Moment alles Zuviel. Ich kann einfach nicht mehr.”
  • “Ich schaffe nicht die Hälfte von dem was ich mir vornehme.”
  • “Den ganzen Tag bin ich wie gerädert. Mir tut alles weh, ich habe keine Energie und ich bin nur noch müde.”
  • “Ich werde meinen vielfältigen Aufgaben nicht mehr gerecht, dabei wollte ich das immer – Kinder und Karriere. Und jetzt? Im Büro passieren mir unnötige Fehler und auch Zuhause vergesse ich wichtige Termine. Aber wenn mich jemand darauf anspricht, reagiere ich gereizt. Dabei haben sie Recht.”
  • “Ich habe keine Kraft mehr!”

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Depressive Verstimmungen und Erschöpfungszustände werden in der Regel besser wenn die Schilddrüsenunterfunktion medikamentös behandelt wird. Oft ist es allerdings so, dass bei Hashimoto-Thyreoiditis-Betroffenen auch noch eine behandlungsbedürftige Eisenmangelanämie hinzukommt die von den ÄrztInnen nicht immer sofort erkannt wird. Es dauert deswegen häufig eine längere Zeit bis die Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Schwäche und Antriebslosigkeit spürbar abklingen. Bei leichteren depressiven Verstimmungen kann es vorübergehend helfen pflanzliche Antidepressiva wie Johanniskraut einzunehmen. Bei einigen Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten ist die Belastbarkeit aufgrund der chronischen Schilddrüsenentzündung aber auch dauerhaft eingeschränkt. In dem Fall kann es sinnvoll sein sich psychotherapeutische Unterstützung zu holen.