Sara’s Erfahrungsbericht I: In meinem Leben spielt Hashimoto kaum noch eine Rolle!

Es gab eine Zeit, da hätte ich nie gedacht, dass ich das einmal so schreiben würde. Oder dass ich einfach wieder ganz normal leben und alles das machen kann, was ich machen will. Denn jahrelang hat die → Hashimoto-Thyreoiditis mein Leben bestimmt. Es hat sich wirklich alles nur um diese autoimmune Entzündung der Schilddrüse und die daraus resultierende Schilddrüsenunterfunktion gedreht.

Nicht weil ich mich da hineingesteigert oder unbedingt hätte krank sein wollen. Ich hasse es, wenn die Hashimoto-Thyreoiditis als Modekrankheit dargestellt wird und es fast als “in” gilt auch eine Autoimmunthyreoiditis zu haben! Ich hätte gut und gerne auf das alles verzichten können, was jetzt hoffentlich dauerhaft hinter mir liegt. Wirklich sicher bin ich mir nicht.

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Nein, es ging mir viele Jahre sehr elend und ich konnte wirklich nicht. Jedenfalls nicht so wie ich gewollt hätte. Ich habe lange lediglich in einem Minijob gearbeitet (dabei wollte ich nie “nur” Hausfrau sein), unter Schwierigkeiten meinen Haushalt bewältigt – so gut es eben ging – (irgendetwas ist immer liegengeblieben) und meine sozialen Kontakte nicht richtig gepflegt (ich habe mich immer mehr zurückgezogen).

Und das Schlimmste an dieser Zeit war, dass mir das kaum jemand geglaubt hat, dass es mir wirklich so schlecht geht. Es war wirklich keine Frage von, stell dich nicht so an, du musst dich zusammenreißen, dann geht es schon. Verstanden haben das die wenigsten und ich selbst auch nicht. Ich habe mich von fast allen allein gelassen gefühlt und immer nur gekämpft. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Lange sah es so aus, als würde ich es einfach nicht schaffen. Als würde ich nie wieder ein beschwerdefreies Leben führen können. Als wäre die Zeit der Unbeschwertheit, des auf Partys gehen und in den Urlaub fahren vorbei. Mein Leben erschien mir unendlich anstrengend.

Aber ich habe es geschafft. Das Buch Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis von Nicole hat mir dabei geholfen.

Nach einem schlimmen Leidensweg, unzähligen Irrwegen und jahrelangem einen Schritt vor und zwei Schritte zurückgehen habe ich dadurch viele Zusammenhänge erst wirklich verstanden.

Ich bin froh, dass es mir momentan wieder gut geht. Trotz oder besser mit Hashimoto-Thyreoiditis. Ich habe aufgehört dagegen anzukämpfen, immer nur am liebsten die Zeit zurückdrehen zu wollen und dass alles wieder so ist wie vorher. Für mich gibt es kein Leben mehr ohne Hashimoto-Thyreoiditis.

Aber das ist jetzt okay. Ich gehe einmal im Jahr zum Hausarzt, lasse aktuelle Schilddrüsenwerte machen und hole mir dann dreimal alle drei Monate ein neues Rezept für meine Schilddrüsenhormone. Alles andere hat sich inzwischen so eingespielt, dass mein Alltag durch die Hashimoto-Thyreoiditis nicht mehr beeinträchtigt wird. Die morgendliche Einnahme der Schilddrüsenhormone, die Nahrungsergänzungsmittel nach dem Mittagessen ohne die es (immer noch) nicht geht. Auch die notwendige Ernährungsumstellung ist mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen bzw. mein Körper hat sich daran gewöhnt. Aber das Wichtigste was ich gelernt habe bzw. lernen musste, ist ein anderer Umgang mit mir selbst. Nicht mehr die Erwartungen der anderen erfüllen zu sollen und selbst zu wollen, sondern so zu leben, dass es mir möglichst gut dabei geht.

Ja, mein Leben hat sich durch die Hashimoto-Thyreoiditis verändert, aber es wird durch diese Schilddrüsenerkrankung nicht mehr eingeschränkt. Ich habe die Kontrolle über mein Leben wieder zurückgewonnen!


Nicole Rolfsmeier:

Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis (Amazon-Partnerlink). Ratgeber für PatientInnen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse

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