Warum Sich-Selbst-Informieren so wichtig ist

Heute erhalten Sie einen kleinen Einblick in meine Beratungsarbeit hinter den Kulissen der Homepage www.schilddruesenguide.de. Es geht um ein Thema, zu dem ich mit erheblichem Abstand die meisten E-Mails erhalte, und das betroffene Schilddrüsenpatienten beschäftigt wie kein anderes. Angesichts meiner persönlichen Krankheitserfahrungen fällt es mir selbst auch nicht so leicht darüber zu schreiben und die richtigen Worte zu finden – Behandlungsfehler.

Bevor es losgeht, möchte ich deshalb noch einmal deutlich machen, dass es mir ausgesprochen wichtig ist mit dieser Internetseite einen konstruktiven Austausch zwischen Ärzten und Patienten zum Thema Schilddrüse zu fördern. Mir geht es hier nicht um eine einseitige Ärzteschelte, sondern ich möchte an konkreten Beispielen verdeutlichen, welche Fehler in Bezug auf die Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen geschehen. Fehler, die von Ärzten gemacht werden. Fehler, an denen die Patienten (teilweise) selbst schuld sind. Fehler, die vermeidbar gewesen wären. Fehler, die nicht mehr passieren sollten. Warum Sich-Selbst-Informieren so wichtig ist weiterlesen

Regelmässige Auszeit hilft Streß abbauen

Ein viel diskutierter Aspekt ist die Frage, ob Streß bei genetischer Veranlagung den Ausbruch der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis begünstigt. Im Hinblick darauf gilt als gesichert, dass länger andauernder Stress das Immunsystem schwächen kann und der Körper dadurch empfindlicher gegenüber Infektionen wird. Ob Stress jedoch grundsätzlich die Anfälligkeit für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen erhöht, ist unklar. Dennoch wird vermutet, dass sich stressige Lebensphasen sowohl im Hinblick auf den Ausbruch als auch den Verlauf der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen ungünstig auswirken können. Regelmässige Auszeit hilft Streß abbauen weiterlesen

Wie man als Schilddrüsenpatient bares Geld sparen kann

72,57 EUR geben Schilddrüsenpatienten durchschnittlich pro Monat für Ihre Gesundheit aus. Quelle: Eigene Umfrage

Das Wichtigste ist es, dass Sie sich sehr gut informieren. Zu diesem Zweck gibt es im Internet inzwischen sehr viele kostenlose und umfangreiche Internetseiten zum Thema Schilddrüse so wie diese hier ;-).

Ergänzend dazu lohnt es sich aber durchaus das ein oder andere Buch zu lesen. Wernn Sie dabei sparen möchten haben Sie z.B. über Amazon (Marketplace) oder Weltbild (Booklooker) die Möglichkeit gebrauchte Bücher zu erwerben. Bücher ausleihen ist natürlich auch möglich, aber die öffentlichen Bibliotheken in kleineren Städten haben schilddrüsenspezifische Fachliteratur oft nicht vorrätig und die Mittel für Neuanschaffungen sind begrenzt. Eine bessere Alternative sind da Selbsthilfegruppen. Manchmal gibt es dort Büchertische oder Sie können sich von anderen Mitgliedern die Bücher ausleihen und sich interessante Kapitel kopieren.

Wenn ein Arzt mit Ihnen als Schilddrüsenpatient über Selbstzahlerleistungen spricht, sollten Sie dem eher kritisch begegnen. Denn die Bestimmung der Schilddrüsenwerte muss nicht als IGeL-Leistung selbst bezahlt werden. Auch Sonografie und Szintigrafie sind Leistungen die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

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Sechs Monate nach der Diagnose geht es Ihnen immer noch nicht wieder richtig gut. Deshalb wollen Sie jetzt endlich auch zu einem der hochgelobten, privaten Schilddrüsenspezialisten über die Sie im Internetforum schon so viel Gutes gehört haben? Das von Ihrem Hausarzt bisher verordnete Schilddrüsenhormonpräparat hilft Ihnen einfach nicht und deshalb möchten Sie stattdessen das “natürliche”, aber selbst zu zahlende Schilddrüsenmedikament ausprobieren von dem sie dort gelesen haben? Vemeiden Sie überstürzte und teure Entscheidungen! Es braucht seine Zeit (manchmal ein bis zwei Jahre) bis eine Schilddrüsenerkrankung medikamentös gut eingestellt und das für Sie verträglichste Medikament in der richtigen Dosierung gefunden ist. Und nur sehr wenige Patienten kommen mit synthetischen Schilddrüsenhormonpräparaten überhaupt nicht zurecht.

Auch die Folgeerscheinungen verschwinden leider nicht von heute auf morgen. Beispielsweise Nährstoffdefizite treten bei Schilddrüsenerkrankten während der Einstellungsphase ausgesprochen häufig auf. Aber nicht immer sind die meist teuren Nahrungsergänzungsmittel wirklich erforderlich. Manchmal reicht schon eine gezielte Umstellung der Ernährung. Seriöse Texte zu diesem Thema beinhalten deshalb immer auch eine Aufzählung von Lebensmitteln in denen das Vitamin oder der Mineralstoff in einer größeren Menge vorkommt. Wenn das nicht ausreicht und Nährstoffpräparate notwendig sind. Bei schilddrüsenkranken Frauen ist z.B. ein behandlungsbedürftiger Eisenmangel ausgesprochen häufig. Nehmen Sie die Tabletten richtig ein und vermeiden Sie alles was die Aufnahme vermindern könnte, umso eher ist das Nährstoffdefizit ausgeglichen und umso geringer sind die Kosten.

Lassen Sie sich nicht verunsichern! Die meisten schilddrüsenkranken Patienten haben wirklich nur eine Schilddrüsenerkrankung und damit im Zusammenhang stehende Probleme wie die o.g. Nährstoffdefizite! Bevor Sie auf eigene Kosten Untersuchungen bezüglich möglicher weiterer Erkrankungen (Hämopyrrollaktamurie, Nebennierenschwäche, Östrogendominanz, Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc.) machen lassen, warten Sie ab bis Ihre Schilddrüsenwerte längere Zeit im Normalbereich sind und sprechen Sie mit einem Arzt Ihres Vertrauens über weiter bestehende Probleme. Bestimmte Laboruntersuchungen fallen während einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion falsch positiv aus ohne dass tatsächlich eine dieser Erkrankungen vorliegt.

Wenn Sie einfach nur mal eine Zweitmeinung hören möchten. Die Ärzte der Telefon-Sprechstunde des Forum Schilddrüse e.V. und der Expertenmakler der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. helfen Ihnen kostenfrei weiter.

Es lohnt sich genau hinzuschauen. Insbesondere wenn Sie vielleicht doch noch weitere Krankheiten haben und immer wieder Behandlungen benötigen. Überprüfen Sie (natürlich kostenlos), ob Ihnen ein Wechsel der Krankenkasse beim Geld sparen helfen kann, denn ein einheitlicher Krankenkassenbeitrag heisst nicht gleichzeitig auch einheitliche Leistungen. Von einigen Krankenkassen werden beispielsweise bestimmte alternative Heilverfahren wie Homöopathie, Akupunktur usw. bezahlt.

Außerdem gibt es bei freiverkäuflichen Medikamenten erhebliche Preisunterschiede, so dass es sich für Sie lohnt regelmässig (kostenlose) Medikamenten-Preisvergleiche anzustellen. Gut geplante, größere Bestellungen sind langfristig günstiger als viele kleine Bestellungen. Wichtig: Bestellsumme ab der die Versandkosten entfallen beachten!

Ob Blutdruckmessgerät oder Quecksilberthermometer – nicht alles was für Sie als Schilddrüsenpatient zeitweise sinnvoll ist müssen Sie gleich kaufen. Viele Apotheken verleihen solche und ähnliche medizinische Hilfsmittel kostenlos bzw. gegen eine geringe Gebühr oder führen Blutdruckmessungen unentgeltlich als Serviceleistung durch.

Ist die Schilddrüsenerkrankung erst einmal gut eingestellt ist, brauchen Sie als Schilddrüsenpatient oft wirklich nur vier Mal jährlich zum Arzt um sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen. Doppelte Dosisstärke aufschreiben lassen und die Tabletten dann halbieren. Dadurch können Sie zweimal jährlich die Praxisgebühr und die Medikamentenzuzahlung sparen. Wenn Sie Ihre Medikamente online bestellen können Sie die Medikamentenzuzahlung grundsätzlich sparen.

Schilddrüsenkrank erfolgreich – Prominente Vorbilder

Letzte Woche hatte ich den Artikel einer überregional erscheinenden Tageszeitung verlinkt. DIE WELT ist eine Publikation der Berliner Axel Springer AG. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich was um alles in der Welt ;-) das mit dem Thema dieser Internetseite zu tun hat. Ganz einfach … Der Verlag wurde 1946 von Axel Springer (1912 – 1985) gegründet. Axel Springer war über Jahrzehnte der erfolgreichste deutsche Verleger – und er war schilddrüsenkrank. Keiner von denen die morgens ihre Schilddrüsenhormontablette eingenommen und ansonsten nicht viel von ihrer Schilddrüsenerkrankung gemerkt haben, sondern jemand der zeitlebens mit gesundheitlichen Einbrüchen zu kämpfen hatte.

Hier mal ein Zitat aus einer Biografie über Axel Springer:

“[…] Fieberschübe, Grippeanfälle, Schweißausbrüche passieren in kürzeren Abständen. Die Mittel, die er gegen die Unterfunktion der Schilddrüse nehmen muß, schwächen die Abwehrkräfte des Körpers. Der ständig Fröstelnde neigt zu Depressionen, und nicht alle sind gespielt. Schlafstörungen sind für ihn fast schon normal, die hatte er immer schon, aber früher hat er sie leichter verkraftet, weil er jünger war. Eher unachtsam schluckt er die Tabletten, die ihm seine Frau genau nach Plan hinlegt, was sie nie vergißt. Manchmal nimmt er sechs, manchmal nur zwei, manchmal alle auf einmal. Doch nur mit ganz genauen Dosierungen, die immer wieder vom Arzt aufgrund seiner aktuellen Werte bestimmt werden müssen, hätte das ganze Sinn gemacht. Die Spontaneität, die ihn auszeichnete, ist nicht hilfreich, wenn es gilt, stur nach Plan vorzugehen, also zum Beispiel regelmässig Tabletten einzunehmen. Unruhe treibt ihn, stärker als früher, als es die positive Unruhe des Kreativen war, die ihn nicht stillsitzen ließ. […] Apotheker an den Orten, an denen sich der erschöpfte Verleger in seinen letzten Lebensjahren aufhält, haben immer eine große Menge der Medikamente vorrätig, die er braucht. Es ist inzwischen nicht nur die Schilddrüse, die ihn durch ihre Unterfunktion immer wieder schwächt und für Infektionen anfällig macht. Es bereitet ihm Mühe zu gehen, weil die Muskelschwäche nicht zu beheben ist. […] Er sah zwar schlimm aus, fahl und mit Flecken im Gesicht, und nur mühsam konnte er sich aufrecht halten. Aber ihm fehlte eigentlich nichts, meint die ausgebildete Krankenschwester, was nicht ein paar Wochen jodhaltige Luft auf Sylt, die ihm ja immer schon geholfen hat, geheilt hätten. Anständige Ernährung dazu und viele Spaziergänge. […]” Entnommen aus dem Buch “Der Verleger. Der Fall Axel Springer” von Michael Jürgs

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Aber auch andere prominente Vorbilder leiden an Erkrankungen der Schilddrüse.

Kennen Sie die in Hamburg erscheinende Wochenzeitschrift DIE ZEIT die in den Druckereien der Axel Springer AG entsteht. Herausgeber ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Helmut Schmidt (*1918). Helmut Schmidt ist den meisten sicher bekannt aus seiner Zeit als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1974 – 1982). Kurz davor war er übrigens am Morbus Basedow erkrankt. Helmut Schmidt ist Ehrenmitglied der 1995 gegründeten Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.

Die Autobiografie von Helmut Schmidt “Ausser Dienst. Eine Bilanz” ist erst kürzlich erschienen.

Aber wo wir schon bei den bekannten deutschen Zeitungen sind … ein Zitat aus dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL

“[…] Jede Überproduktion wirkt wie starker Stress. Das Herz schlägt schnell und bis zum Hals, Hitzegefühl und innere Unruhe quälen den Patienten. Er verliert rasch Gewicht. Seine Hände zittern, die Selbstkontrolle wird immer schwieriger, schließlich unmöglich. Kanzler-Aspirant Helmut Schmidt über den inneren Zustand des Basedow-Kranken: “Beschissen.” Er muß es wissen. Mindestens ein Jahr, von Mitte 1971 bis Frühjahr 1972, laborierte der starke Mann aus Hamburg an einer — unerkannten und fehlbehandelten — Überfunktion der winzigen Drüse, die “auch den stärksten Minister umschmeißen kann” (“Bild”). Monatelang fiel Schmidt immer wieder ins Bett des Koblenzer Bundeswehr-Zentral-Krankenhauses, bis die Militärärzte endlich die richtige Diagnose stellten; sie waren nicht drauf gekommen, weil bei Schmidt zwei der drei typischen Merseburger Zeichen, Kropf und Froschaugen, fehlten. […]”

Entnommen aus dem Text “Trügerische Trias”, DER SPIEGEL, 13.05.1974

Liest sich auch nicht gerade wie “Schilddrüsenkrank – das macht doch nichts!”, oder?

Aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb gehören sowohl Helmut Schmidt als auch Axel Springer zu den beeindruckensten Charakteren der Gegenwart bzw. jüngeren deutschen Geschichte. Sie sind Menschen, die das Land bewegten!

Wohlfühlgewicht (nicht) in Sicht

SalattellerTheoretisch ist alles ganz einfach. Während einer Schilddrüsenunterfunktion läuft der gesamte Stoffwechsel auf Sparflamme und man nimmt an Gewicht zu. Durch die Therapie mit Schilddrüsenhormonen normalisiert sich der Stoffwechsel und man verliert die in Unterfunktion zugenommenen Pfunde. Schön wär’s!!! Schade nur, dass das so einfach nicht funktioniert …

Was also tun, wenn das Hüftgold nicht auf wundersame Weise dahinschmilzt?

Um trotz Schilddrüsenerkrankung erfolgreich abzunehmen, werden zwei Dinge empfohlen

1. Sport, weil dadurch die schilddrüsenunterfunktionsbedingte, metabolische Verlangsamung des Stoffwechsels ausgeglichen wird. Geeignet sind besonders Ausdauersportarten wie Spazieren gehen, Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Bereits durch täglich 30 bis 60 Minuten Bewegung wird einer Insulinresistenz entgegengewirkt.

2. Eine niedrig glykämische Ernährung, die auf Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Nachspeisen und gesüßte Getränke verzichtet und stattdessen aus fettarmen Eiweißprodukten sowie Obst und Gemüse besteht. Dadurch werden Blutzuckerspitzen, ein Anstieg der Insulinausschüttung und eine damit vernundene vermehrte Umwandlung von Kohlehydraten in Körperfett vermieden. Wohlfühlgewicht (nicht) in Sicht weiterlesen

Unverträglichkeit der zahnärztlichen Lokalanästhesie

Für alle planbaren, zahnmedizinischen Eingriffe sollte grundsätzlich eine Euthyreose (ausgeglichene Schilddrüsenstoffwechsellage) angestrebt werden, da es bei manifesten Hypo- und Hyperthyreosen häufiger zu Komplikationen kommt.

Bei einer Hyperthyreose werden aufgrund des beschleunigten Stoffwechsels Anästhetika schneller abgebaut, so dass nachreguliert werden muss. Bei einer Hypothyreose besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Betäubungsmitteln, so dass bei diesen Patienten Lokalanästhetika länger wirken. Deshalb ist es sehr wichtig den Zahnarzt auf die bestehende Schilddrüsenerkrankung hinzuweisen.

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Ein weiterer Aspekt ist, dass einige der in der Zahnmedizin angewendeten Lokalanästhetika Adrenalin- oder Noradrenalinzusätze enthalten. Diese können auch bei ansonsten gut eingestellten schilddrüsenkranken Patienten zu einer kurzzeitigen Überfunktionssymptomatik führen. Jedem Zahnarzt stehen aber alternative Betäubungsmittel zur Verfügung die im Allgemeinen problemlos vertragen werden.

Erhöhtes Karies-Risiko durch Xerostomie (Mundtrockenheit)

Das Spülen mit Birkenzucker (Xylitol) regt den Speichelfluss an und beugt Karies vor.
Das Spülen mit Birkenzucker (Xylitol) regt den Speichelfluss an und beugt Karies vor.

Bei von Xerostomie (Mundtrockenheit) betroffenen Schilddrüsenpatienten besteht, ausgelöst durch Mineralverluste des Zahnschmelzes, ein erhöhtes Karies-Risiko. Deshalb sind vorbeugende Maßnahmen sehr wichtig!

Mögliche Ursachen sind

  • Eine strahlenbedingte Mundtrockenheit, die gelegentlich im Zusammenhang mit den bei Schilddrüsenkrebs durchgeführten Radioiodtherapien (meist erst nach mehreren) auftritt. Die Entzündung der Speicheldrüsen führt zur Mundtrockenheit. (W. Dörr, K.A. Grötz, D. Riesenbeck “Supportive Maßnahmen in der Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich: Strahlenkaries und kaufunktionelle Rehabilitation”, Gemeinsame Stellungnahme von DGZMK, DEGRO und DGZ “Zahnärztliche Betreuung von Patienten mit tumortherapeutischer Kopf-Hals-Bestrahlung”).
  • Das Sjögren-Syndrom (Sicca-Syndrom), eine Autoimmunerkrankung welche mit der Hashimoto-Thyreoiditis und dem Morbus Basedow gehäuft auftritt. Die Mundtrockenheit entsteht durch eine Zerstörung der Speicheldrüsen.
  • Eine Mundtrockenheit, die als rückbildungsfähiges Symptom bei einer längerfristig unzureichend behandelten Schilddrüsenunterfunktion auftreten kann.

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Zahnschäden kann in diesen Fällen vorgebeugt werden durch:

  • Spülen mit Birkenzucker (Xylitol). Eine praktische Alternative sind Bonbons mit Xylitol.
  • Anwendung von Fluoridkonzentraten
  • Sorgfältige Mundhygiene
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • Speichelanregende Maßnahmen (Zitronenscheiben lutschen, Kaugummi kauen)

Informationen zur Schilddrüsengröße

Mit Hilfe der Sonografie wird die Schilddrüsengröße bestimmt. Dazu wird zunächst für jeden Schilddrüsenlappen die Länge, Breite und Tiefe gemessen und daraus dann das Volumen nach folgender Formel berechnet:

Länge (cm) x Breite (cm) x Tiefe (cm) x 0,5 = Volumen (cm3)

Anschließend werden beide Werte addiert. Dieses Verfahren, die Schilddrüsengröße mittels zweidimensionalem Ultraschall zu ermitteln ist nicht sehr genau, so dass Ärzte zu oft deutlich voneinander abweichenden Ergebnisse kommen. Manchmal werden auch nur Höhe und Breite bestimmt – die Tiefe wird dann auf einen Wert von 1 cm festgelegt ohne dass sie tatsächlich individuell gemessen worden wäre.

Das Ergebnis wird in Relation zu den Richtwerten gesetzt. Diese legen meist nur fest, dass bei Männern die Schilddrüse bis 25 ml und bei Frauen bis 18 ml groß sein darf. Das Problem: es gibt zwar die genannten Obergrenzen, aber es gibt keine einheitlichen Untergrenzen. Es ist also nur geklärt, wann eine Schilddrüse zu groß, nicht aber wann eine Schilddrüse zu klein ist. Hintergrund ist die Fokussierung vieler Ärzte auf die Diagnose einer Struma (Schilddrüsenvergrösserung). Krankheiten die zu einer Verkleinerung des Organs führen wie z. B. eine atrophe Hashimoto-Thyreoiditis finden bislang nur wenig Beachtung und auch einem sehr kleinen Organ wird häufig kein Krankheitswert beigemessen. Aber wie sollen unverändert ausreichend Schilddrüsenhormone produziert werden können, wenn immer weniger funktionsfähiges Schilddrüsengewebe vorhanden ist?

Schilddrüsengröße bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Schilddrüsengröße bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Einige Ärzte sehen eine mögliche Untergrenze für das Schilddrüsenvolumen eines Erwachsenen bei ca. 10 ml. „Normalerweise ist die Schilddrüse bei der gesunden Frau etwa 15-18 g schwer, beim Mann etwa 20-25 g. Wird die Schilddrüse durch die Hashimoto-Thyreoiditis kleiner, kommt es zur Unterfunktion. Die Gewichtsgrenze bzw. Volumengrenze, bei der die Unterfunktion einsetzt liegt etwa bei 10 g bzw. 10 ml. Dies ist ein empirischer Erfahrungswert. Es gibt jedoch Patienten, die mit 8 g noch eine völlig normale Schilddrüsenfunktion haben, andere haben mit 20 g bzw. 20 ml schon eine Unterfunktion. Insoweit ist die Größe allein nicht aussagekräftig. Es muss immer die Funktion der Schilddrüse gemessen werden (TSH-Wert). “ (L. A Hotze: “Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse – mögliche Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten, Mainz-Kasteler Arzt-Patienten-Seminar 2002)

Ein anderer Ansatz berücksichtigt die Größe der Schilddrüse in Abhängigkeit vom Körpergewicht nach folgender Formel:

Minimales Schilddrüsenvolumen = 0,12 x kg Körpergewicht

Eine Schilddrüse die kleiner ist als das so berechnete minimale Schilddrüsenvolumen wird demnach als atrophisch bezeichnet.

Auch die Versorgung mit dem Spurenelement Jod hat einen Einfluss auf die Schilddrüsengrösse. Ein Jodmangel führt zum einen zu einer Vermehrung der Schilddrüsenzellen (Hyperplasie) und zum anderen zu einer Vergrößerung der einzelnen Schilddrüsenzellen (Hypertrophie). Durch die inzwischen optimale Jodversorgung in Deutschland haben die Schilddrüsenvolumina insgesamt abgenommen, so dass die o. a. Werte vermutlich etwas nach unten korrigiert werden müssen.

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Häufiger diskutiert wird auch die Veränderung des Schilddrüsenvolumens in Abhängigkeit von den Sexualhormonen, insbesondere den Östrogenen. Eine ältere Studie ergab, dass das Schilddrüsenvolumen bei Frauen im Zyklusverlauf zunimmt und in der zweiten Zyklushälfte signifikant größer ist als in der ersten Zyklushälfte (L. Hegedüs, S. Karstrup, N. Rasmussen: „Evidence of cyclic alterations of thyroid size during the menstural cycle in healthy women“, Am J Obstet Gynecol 1986, 155: 142 – 145). Auch während einer Schwangerschaft nimmt das Schilddrüsenvolumen zu. Ergänzend dazu sei erwähnt, das die verbreitete Einnahme oraler Kontrazeptiva (Mischpräparate aus Östrogenen und Gestagenen) zu einer Verkleinerung des Schilddrüsenvolumens zu führen scheint. Im Rahmen einer aktuelleren Studie wurde festgestellt, dass das Schilddrüsenvolumen von Frauen die Kontrazeptiva einnahmen kleiner war als das von Frauen, die keine Kontrazeptiva einnahmen. Im Durchschnitt 11,1 ml gegenüber 12,1 ml (N. Knudsen, I. Bülow, P. Laurberg, H. Perrild, L. Ovesen, T. Jorgensen: „Low goitre prevalence among users of oral contraceptives in a population sample of 3712 Women“, Clin Endoc 2002, 57: 71 – 76). Diese scheinbar widersprüchlichen verdeutlichen den notwendigen Forschungsbedarf.

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata) ist eine vermutlich autoimmun verursachte entzündliche, meist schubförmig verlaufende Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) bei der es zur Zerstörung der Schutzschicht der Nervenfasern (Myelinscheiden) kommt.

Da die charakteristischen Entzündungsherde überall im ZNS auftreten können sind die unterschiedlichsten Krankheitssymptome (z.B. Sehstörungen, Kribbelparästhesien, Spastiken, Lähmungen, Erschöpfungszustände) möglich. Es gibt unterschiedliche Krankheitsverläufe: die schubförmig remittierende MS, die primär progrediente MS, die sekundär progrediente MS und die extrem seltene fulminant verlaufende MS.

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Der Erkrankungsbeginn liegt häufig zwischen dem 15. und 40 Lebensjahr, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer an einer Multiplen Sklerose erkranken. Die Krankheitsursache konnte noch nicht eindeutig geklärt werden – als Auslöser angenommen wird eine Kombination von genetischer Disposition und äußeren Faktoren. Diskutiert wird darüber hinaus, daß ein gemeinsamer Defekt des Immunsystems der Grund dafür sein könnte, daß eine Multiple Sklerose und die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow, Hashimoto Threoiditis) gehäuft zusammen auftreten.

Was hilft bei Verstopfung?

Zu den Hauptsymptomen bei Schilddrüsenunterfunktion zählt eine hartnäckige, oft über Monate anhaltende Verstopfung. Aber auch trotz ausreichender (?) Behandlung mit Schilddrüsenhormonen beeinträchtigen quälende Verdauungsprobleme oftmals weiterhin die Lebensqualität der Betroffenen. Nur die wenigsten sprechen mit ihrem Arzt darüber.

10 Tipps gegen Verstopfung
  1. Ausreichend trinken, mindestens 2 Liter pro Tag
  2. Verdauungsfördernde Ernährung: Vollkornbrot, Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamen, Trockenobst, Rhabarber, Weintrauben, Rote Bete (auch als Saft), Sauerkraut (auch als Saft), Molke, Kefir, Brottrunk, Kombucha
  3. Vermeidung von stopfenden Nahrungsmitteln, z.B. Schokolade, Kekse, Kuchen, Weißbrot
  4. Vermeidung von entwässernden Getränken, z.B. Kaffee, Cola, Rotwein
  5. Regelmäßige Bewegung
  6. Bauchmassagen mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn
  7. Stuhlgang nicht aufschieben
  8. Stuhlentleerung immer zu einer bestimmten Tageszeit einplanen (z.B. morgens nach dem Frühstück)
  9. Kurzfristige Einnahme von sanften Abführmitteln (ohne Gewöhnungseffekt): Sennesblättertee
  10. Stärkere Abführmittel nur im Ausnahmefall: Glauber-/Bittersalz

Wichtig: Die Schilddrüsenhormondosis kann sich durch verschiedene Umstände immer mal ändern, auch wenn Sie bereits jahrelang gut eingestellt waren. Also im Zweifelsfall immer zum Arzt gehen und neue Schilddrüsenwerte machen lassen!


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