Neues zu Teprotumumab – Wirkstoff zur Behandlung der Endokrinen Orbitopathie beim Morbus Basedow

Kurz der Hinweis auf den aktuellen Blog-Beitrag “Anhaltende Besserung einer Endokrinen Orbitopathie 1 Jahr nach Therapie-Ende mit dem IGF-1-Rezeptorantikörper Teprotumumab” (Autor: Prof. Dr. Helmut Schatz).

Prof. Dr. George Kahaly bietet übrigens im Rahmen der Endokrinologischen Ambulanz der Universitätsmedizin Mainz eine Spezialsprechstunde für die Endokrine Orbitopathie an.

Siehe dazu auch
→ 05.05.17 Möglicherweise Medikament zur Behandlung des Exophthalmus beim Morbus Basedow entdeckt.
Smith T., Kahaly G.J. u.a. “Teprotumumab for Thyroid-Associated Ophthalmopathy”, https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1614949

Fragwürdige Berichterstattung zur Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist zunehmend häufiger ein Thema in den Boulevardmedien – auch in unserem Nachbarland Österreich. Am 18.09.18 erschien beispielsweise im Kurier (österreichische Tageszeitung) der Artikel Hashimoto: Die neue Volkskrankheit. Dieser hat nicht nur in unserem Nachbarland für Kopfschütteln gesorgt. Klare Worte gab es hingegen vom Präsidenten der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft Dr. Wolfgang Zechmann (Leserbrief). Vielen Dank dafür!

 

Buch-Neuerscheinung: Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis bei Kindern und Jugendlichen

Nicole Wobker: Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis bei Kindern und Jugendlichen (Amazon-Partnerlink)

Das circa 80seitige E-Book (Preis 3,49 EUR) ist als Erstinformation für Eltern gedacht bei deren Kind eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert worden ist. Es enthält alle wichtigen Informationen über die Schilddrüse, mögliche Schilddrüsenfehlfunktionen sowie insbesondere das oft unterschätzte Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis. Es soll Eltern dahingehend aufklären dieser chronischen Schilddrüsenerkrankung ihres Kindes die nötige Aufmerksamkeit zu schenken sowie ein grundlegendes Verständnis für die erforderlichen Diagnose- und Therapieschritte ermöglichen. Die allgemeinverständlichen Erläuterungen aller wichtigen Fachbegriffe sowie ihnen dabei helfen mit den behandelnden ÄrztInnen auf Augenhöhe zu kommunizieren und mit ihnen gemeinsam die jeweils bestmöglichen Entscheidungen für die Gesundheit ihres Kindes zu treffen. Ergänzt werden die Fakten zur Hashimoto-Thyreoiditis sowohl durch zahlreiche praktische Tipps als auch eine Vielzahl von Links zu weiterführenden Informationen.

Geplante Einführung einer geänderten Formulierung von Euthyrox® auch in Deutschland

Am 26. Juli 2018 wurde von der Merck KGaA die Pressemitteilung “Merck erhält die Empfehlung zur Zulassung für die neue Formulierung von Euthyrox® in 21 EU-Ländern” veröffentlicht.

Einige Monate zuvor, am 19. April 2018, fand eine Sitzung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur “Geplanten Einführung einer geänderten Formulierung von Levothyroxin-Tabletten” statt, deren Protokoll unter dem Link nachzulesen ist.

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Rezepturänderung von Levothyrox®

 

Wochenbettdepression: Schilddrüsenstörung kann die Ursache sein

Depressive Verstimmungen oder Reizbarkeit nach der Geburt – das können Anzeichen einer Wochenbettdepression sein. Möglicherweise ist aber auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion die Ursache, die sogenannte nachgeburtliche Hashimoto-Thyreoiditis. Wenn Frauen bis zu einem Jahr nach der Entbindung an diesen neu aufgetretenen Symptomen leiden, sollten sie ihre Schilddrüse überprüfen lassen, rät die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE).

Dies gilt besonders für Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Auffälligkeiten ihrer Schilddrüse gezeigt haben. Die Erkrankung ist gut behandelbar. Auf der Pressekonferenz der DGE am Dienstag, dem 11. September 2018 in Berlin, diskutieren Experten im Vorfeld der 3. Deutschen Hormonwoche über Schwangerschaft, Wochenbett und Empfängnis bei Patientinnen mit einer autoimmun bedingten Unterfunktion der Schilddrüse, der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis. Wochenbettdepression: Schilddrüsenstörung kann die Ursache sein weiterlesen

CD83-Protein ist essentiell für die Kontrolle von Autoimmunreaktionen

Regulatorische T-Zellen, kurz „Tregs“ genannt, sorgen dafür, dass das Immunsystem keine körpereigenen Zellen oder Gewebe angreift. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Oberflächenprotein CD83. Immunologen der FAU ist es nun gelungen, dieses Protein näher unter die Lupe zu nehmen und seine herausragende Bedeutung bei der Regulation von Autoimmunreaktionen zu beweisen. Die in Fachkreisen vielbeachtete Studie kann wichtige Impulse für die krankheitsorientierte Grundlagenforschung und langfristig für die Entwicklung von neuen Verfahren zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen geben. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „JCI insight“* veröffentlicht. CD83-Protein ist essentiell für die Kontrolle von Autoimmunreaktionen weiterlesen

Wissenschaftler warnen: weit verbreiteter Jodmangel mindert die Intelligenz bei Kindern

Wissenschaftler befürchten, dass bis zu 50 Prozent aller Neugeborenen in Europa aufgrund eines Jodmangels nicht ihr volles kognitives Potenzial erreichen. Der Mikronährstoff Jod ist essentiell für die Entwicklung von Intelligenz bei Kindern und Jugendlichen. Mit der Krakauer Erklärung zu Jod (Krakow Declaration on Iodine) fordern Wissenschaftler des EU-finanzierten Projektes EUthyroid und mehrere Interessengruppen Entscheidungsträger in Europa auf jetzt politische Maßnahmen zu setzen, die dem weitverbreiteten Jodmangel entgegenwirken. Wissenschaftler warnen: weit verbreiteter Jodmangel mindert die Intelligenz bei Kindern weiterlesen

Mit Radiofrequenzen, Laser und Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten – Bürger­hospital Frankfurt erweitert Leistungsspektrum

Die Mediziner des Bürger­hospitals Frankfurt behandeln Schilddrüsenknoten ab sofort auch mit Radiofrequenzen, Mikrowellen und Laser. Um dies zu ermöglichen, hat die Klinik für Endokrine Chirurgie ihr Leistungsangebot um die Sektion Thermoablation erweitert. Geleitet wird diese von Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Hüdayi Korkusuz, der 2012 als erster in Deutschland die Thermoablation zur Behandlung von Schilddrüsenknoten einsetzte und beständig weiterentwickelt. Mit Radiofrequenzen, Laser und Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten – Bürger­hospital Frankfurt erweitert Leistungsspektrum weiterlesen

Schilddrüsenhormone beeinflussen die Heilung von Skelettmuskeln

Das Allan-Herndon-Dudley-Syndrom ist eine seltene und schwerwiegende Erkrankung, von der ausschließlich Männer betroffen sind. Die Betroffenen leiden schon als Kinder an Entwicklungsstörungen, die sich unter anderem in Muskelschwäche und -krämpfen niederschlagen. Bislang gibt es keine etablierte Therapie. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen konnten nun im Rahmen einer Forschungskooperation erstmals einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und einer gestörten Schilddrüsenhormon-Aufnahme im Muskel der Patienten aufzeigen. Hierüber berichtet das renommierte Fachmagazin Stem Cell Reports. Schilddrüsenhormone beeinflussen die Heilung von Skelettmuskeln weiterlesen

Doch kein Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und einer leichten Schilddrüsenunterfunktion?

Vor wenigen Wochen hatte ich auf folgende Veröffentlichung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hingewiesen: → Neue Hoffnung für Patienten mit Depressionen und Angst. Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse.

Eine weitere aktuelle Studie ist jetzt allerdings zu anderen Ergebnissen gekommen: Kim JS, Zhang Y, Chang Y u.a. “Subclinical Hypothyroidism and Incident Depression in Young and Middle-Age Adults.” J Clin Endocrinol Metab. 2018 May 1;103(5):1827-1833. (Abstract).

Die widersprüchlichen Ergebnisse wurden beispielsweise von Prof. Helmut Schatz (Subklinische Schilddrüsenunterfunktion nicht mit Depressionen assoziiert) im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. kommentiert.

Nicole Rolfsmeier:

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