Neuauflage der Broschüre „Die Schilddrüse – kleines Organ mit großer Wirkung“

Quelle: Feministisches FrauenGesundheitsZentrum e.V.
Quelle: Feministisches FrauenGesundheitsZentrum e.V.

Die Schilddrüse in guten Händen? – Davon sind Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Schilddrüse auch 2017 immer noch weit entfernt

Neun von zehn SchilddrüsenpatientInnen sind weiblich. Frauen haben zehnmal häufiger eine Autoimmunerkrankung, sei es die Hashimoto Thyreoiditis oder der Morbus Basedow. Sie werden viermal häufiger als Männer an der Schilddrüse operiert und erkranken auch viermal häufiger an Schilddrüsenkrebs. Demzufolge sind Frauen bei unzureichender Diagnostik und Behandlung besonders betroffen. Sie müssen oft jahrelang mit Symptomen leben, ehe die Störungen als Ursache erkannt werden.

In dem Zusammenhang ist es nicht nachvollziehbar, dass die TSH-Messung, die eigentlich Teil des Check-up 35 sein sollte, nun im IGel-Monitor (→ Keine Studien zu Schilddrüsencheck) als tendenziell negativ bewertet wird. Zwar wird hier die Einschränkung gemacht „bei Frauen ohne Symptome.“ Dies ist jedoch schwer zu beurteilen. Bisher hat sich in unserer Beratung gezeigt, dass in der ärztlichen Praxis eine Verbindung diverser körperlicher Symptome mit der Schilddrüse oft nicht hergestellt wird.

Viele unserer Beratungsthemen z.B. Endometriose, Kinderwunsch, Myome und depressive Verstimmungen weisen eine Verbindung zur Funktion der Schilddrüse auf. Schilddrüsensymptome sind oft nicht klar von Wechseljahresanzeichen zu trennen. Die Schilddrüse könnte die Ursache für das frühe Auftreten der Wechseljahre sein. Schilddrüsenhormone gehören zu den am meisten verordneten Arzneimitteln für Frauen. Eine reine Labormedizin, die an sich gesunde Menschen über ein Screening an eng gefasste Normwerte anpasst, ist nicht ratsam. Natürlich wollen wir keine Übermedikation. Diese wird jedoch nicht dadurch verhindert, dass für eine notwendige Diagnose Untersuchungen wie der TSH Test nicht durchgeführt werden.

Was sollte sich ändern? Der TSH-Wert, der unter Umständen sehr schwanken kann, sollte mehrfach überprüft werden, bevor eine Therapie-Entscheidung getroffen wird. Frauen sollen nicht sinnlos Schilddrüsenhormone schlucken. Um dies einzuschränken, ist eine fortlaufende genauere Überprüfung der Therapie erforderlich. Dafür braucht es mehr Wissen über die Schilddrüse bei den HausärztInnen und mehr Spezialpraxen. Wir bieten Beratungen und Informationsveranstaltungen an, um Frauen zu unterstützen, alle für sie wichtigen Aspekte zu erkennen und einzubeziehen.

Sehr hilfreich ist die aktualisierte Broschüre „Die Schilddrüse – kleines Organ mit großer Wirkung“. Sie bietet Grundinformationen zu Störungen der Schilddrüse, Selbsthilfetipps und stellt unterschiedliche, auch alternative Möglichkeiten der Behandlung vor.

„Die Schilddrüse – kleines Organ mit großer Wirkung“ 64 Seiten, ist zum Preis von 7 Euro (plus Versandkosten) zu beziehen über das FFGZ e.V. oder den Buchhandel, ISBN-Nummer: 978-3-930766-22-2

Quelle: ffgz.de