Mein Engagement für eine bessere Behandlung schilddrüsenkranker PatientInnen

Krankheiten der Schilddrüse gelten allgemein als harmlose Bagetellerkrankungen. Die Meinung der meisten Ärzte ist, dass Schilddrüsenerkrankungen nur mit wenigen vorübergehenden (!) gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen und dass sie insgesamt problemlos behandelbar sind.

Ich selbst habe andere Erfahrungen gemacht. Als bei mir die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis gestellt wurde, hatte ich bereits einen jahrelangen Leidensweg hinter mir. Ich litt unter quälenden Krankheitssymptomen, meine Lebensqualität war praktisch nicht mehr vorhanden und für mich das absolut Schlimmste – ich war nicht mehr arbeitsfähig. Diese Tatsachen wurden von den behandelnden Ärzten aber weitgehend ignoriert. Stattdessen erhielt ich lediglich ein Rezept für ein Schilddrüsenhormonpräparat und mir wurde mitgeteilt, dass ich in einem Jahr zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte und für eine Schilddrüsensonografie wiederkommen sollte. Selbstverständlich habe ich im Anschluss daran weitere Ärzte aufgesucht, aber die Erfahrungen die ich dort gemacht habe waren ähnlich. Zwischen der Überzeugung der Ärzte und dem was ich damals tagtäglich durch die Hashimoto-Thyreoiditis erlebte waren unüberbrückbare Unterschiede.

Also habe ich alles gelesen was ich zur Hashimoto-Thyreoiditis finden konnte. Ein Buch speziell zur Hashimoto-Thyreoiditis gab es 2002 noch nicht. Aber im Internet ging es zunehmend los. Deshalb habe ich dort unaufhörlich nach Informationen gesucht und nach meinem Gefühl wirklich alles ausprobiert was eine Verbesserung meiner Gesundheit versprach. Manches hat mir geholfen – vieles aber auch nicht!

Irgendwann habe ich dann parallel dazu angefangen meine erste Zusammenfassung zum Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis im Internet zu veröffentlichen. Ich hatte ursprünglich nicht vor mich längerfristig für andere SchilddrüsenpatientInnen zu engagieren, aber die Resonanz auf diese erste Veröffentlichung zur Hashimoto-Thyreoiditis war überwältigend. Es war, als hätte ich in ein Wespennest gestochen – ich erhielt unzählige E-Mails von anderen Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten denen es genauso ging wie mir. Dieser Austausch mit anderen Schilddrüsenpatienten hat mir selbst damals sehr geholfen. Also habe ich weitergemacht …

Mein Ziel ist es hier umfangreiche Informationen zur Hashimoto-Thyreoiditis zu veröffentlichen und damit Menschen zu helfen, denen es in diesem Moment so schlecht geht wie es mir damals gegangen ist.

Ich selbst bin heute nicht gesund, aber ich habe wieder eine ganz gute Lebensqualität erreicht und ich kann auch wieder arbeiten. Obwohl ich täglich ein Schilddrüsenhormonpräparat einnehme und unterstützende Naturheilverfahren anwende, sind einige Einschränkungen allerdings auch bei mir geblieben und deshalb verspreche ich Ihnen hier auch nicht, ich hätte die Lösung für alle mit der Hashimoto-Thyreoiditis im Zusammenhang stehenden Probleme gefunden oder behaupte, dass man die Hashimoto-Thyreoiditis heilen kann. Das mag nicht sonderlich öffentlichkeitswirksam sein, aber es ist das was ich nach 10 Jahren Arbeit in der Schilddrüsenselbsthilfe für die Wahrheit halte. Und ich bin überzeugt davon, dass es richtig und wichtig ist sich auf Augenhöhe um einen konstruktiv-sachlichen Austausch mit Ärzten zu bemühen. Weder eine allgemeine Ärzteschelte noch die unreflektierte Verbreitung von zweifelhaften Informationen sind meiner Ansicht nach zielführend die Behandlungssituation für uns SchilddrüsenpatientInnen zu verbessern. Im Gegenteil!


Nicole Rolfsmeier:

Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis (Amazon-Partnerlink). Ratgeber für PatientInnen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse

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