Kurz erklärt: Was ist das Autoimmunprotokoll?

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Das Autoimmunprotokoll (abgekürzt AiP) ist eine Ernährungsform die auf der Paleo-Diät (Paläolithikum = Altsteinzeit, Ernährung wie in der Steinzeit) basiert.

Eine diesen Grundsätzen widersprechende Ernährungsweise soll  – wissenschaftlich bewiesen ist das nicht – ein entscheidender Faktor bei der Entstehung des umstrittenen Leaky Gut-Syndrom sein. Das Leaky-Gut-Syndrom (durchlässiger Dünndarm) geht mit einem eher unklaren Beschwerdebild einher und ist entsprechend nicht fassbar. Die Zonulin-Bestimmung zur Diagnose des Leaky-Gut-Syndroms ist ebenfalls nicht allgemein anerkannt. Gluten wird als mögliche Ursache des Leaky-Gut-Syndroms diskutiert.

Das Leaky-Gut-Syndrom wird zwar zuweilen in Verbindung mit der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie der → Hashimoto-Thyreoiditis gebracht wird, aber ein solcher Zusammenhang konnte bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Nichtsdestotrotz wird von den Verfechtern eine Ernährung nach dem Autoimmunprotokoll zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Diese sieht unter anderem den Verzicht auf Getreide, Hülsenfrüchte, Kohlenhydrate, Zucker, Milch und Milchprodukte, Eier, Nüsse und Samen sowie Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Auberginen, Kartoffeln) vor. Erfolgreich?

Was das Autoimmunprotokoll angeht, ist es zusammenfassend so, dass es keinerlei wissenschaftliche Beweise für diese Theorie gibt und diese Ernährungsweise hier deshalb aktuell nicht empfohlen werden kann.


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