Klage gegen den Pharmakonzern Merck geht in die nächste Runde

 

Für weitere Info’s bitte auf die Grafik klicken!

Der vor zwei Tagen, am 30. April 2019, auf deutschlandfunk.de veröffentlichte Artikel macht deutlich, die “Klage gegen den Pharmakonzern Merck geht in die nächste Runde“.

Ein französisches Gericht hatte erst vor wenigen Wochen im Schadenersatzprozess gegen das deutsche Pharmaunternehmen Merck KGaA eine Sammelklage von mehr als 4000 KlägerInnen abgewiesen. Es ist richtig, dass die betroffenen PatientInnen in Frankreich jetzt Widerspruch gegen das umstrittene Gerichtsurteil einlegen wollen.

Man kann nur hoffen, dass die wahren Hintergründe in der nächsten Instanz zweifelsfrei aufgeklärt werden. Bisher ist nicht viel mehr bekannt, als dass die Zusatzstoffe von Levothyrox® (wird in Deutschland unter dem Namen Euthyrox® vertrieben) geändert wurden. Konkret wurde Laktose durch Zitronensäure und Mannitol ersetzt. Der Hauptwirkstoff Levothyroxin-Natrium blieb unverändert.

Über die möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit schilddrüsenkranker Levothyrox®-NehmerInnen wird seitdem heftig gestritten. Im Hinblick darauf wird auch immer wieder zu Recht kritisiert, dass sich die ebenso schlecht informierten und von daher unvorbereiteten ÄrztInnen bisher zu wenig an die Seite ihrer leidtragenden PatientInnen gestellt haben beziehungsweise nicht selten sogar deren Glaubwürdigkeit angezweifelt und stattdessen auf die kaum überprüfbaren Aussagen der Merck KGaA vertraut haben.

Für mich ist unverständlich, dass nicht zuerst die Situation in Frankreich vollständig aufgearbeitet wird BEVOR man das geänderte Levothyrox® bzw. Euthyrox® auch in weiteren Ländern wie beispielsweise der Schweiz, der Türkei und aktuell auch in Deutschland einführt. Das führt unnötigerweise zu Unsicherheiten auf Seiten der betroffenen PatientInnen, beratenden ApothekerInnen und behandelnden Ärztinnen. Man geht ein vermeidbares Risiko gesundheitlicher Verschlechterungen bei Millionen SchilddrüsenpatientInnen ein. Außerdem werden überflüssige Kosten durch zusätzliche Arztbesuche, häufigere Blutabnahmen und eventuelle Dosisänderungen bzw. Medikamentenwechsel verursacht.

-Werbung-