Fragwürdige Ernährungstipps für Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung die nach gegenwärtigem medizinischem Wissensstand nicht heilbar ist. Dass es mit einer Ernährungsumstellung möglich ist den Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis positiv zu beeinflussen wird zwar seit einigen Jahren hier und da behauptet – seriöse medizinische Studien die diesen Zusammenhang zweifelsfrei beweisen würden fehlen allerdings bisher.

Quelle: pixabay.com / User: congerdesign / Lizenz: CC0
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Von daher sind entsprechende Ernährungsempfehlungen durchaus kritisch zu betrachten. Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, was für Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen abhängig von den jeweiligen AutorInnen der diversen Fachartikel, Webseiten und Patientenratgeber alles an Nahrungsmitteln verboten wird.

Auf der Suche nach der “gesunden Schnittmenge” im Hinblick auf die richtige Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis ;-)

Grundsätzlich sollten nur biologisch einwandfreie und ökologisch produzierte Lebensmittel verzehrt werden. Herkömmliche Brot- und Backwaren sind angesichts von Gluten & Co selbstverständlich tabu. Auf Milchprodukte sollten Hashimoto-PatientInnen entweder aufgrund des hohen Jodgehalts oder einer weit verbreiteten Lactose-Intoleranz generell verzichten. Dasselbe gilt im Hinblick auf eine mögliche Fructose-Intoleranz für Obst. Lamm-, Schweine- oder Rindfleisch geht natürlich gar nicht. Fisch und Geflügel sind theoretisch essbar – mit Blick auf die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre (Schwermetalle im Fisch, multiresistente Keime im Geflügel) aber auch nicht wirklich mit gutem Gewissen. Bleibt noch Gemüse – mit folgenden Ausnahmen: Wegen der Senföle kein(e) Blumenkohl, Weißkohl, Broccoli, Chinakohl, Gartenkresse, Grünkohl, Kapuzinerkresse, Kohlrabi, Raps, Rettich, Rosenkohl, Rotkohl, Wirsing, Steckrüben und Zwiebeln. Wegen der Blausäure kein(e) Leinsamen, Limabohnen, Süßkartoffeln, Yamswurzeln, Maniok und Hirse. Wegen der Flavonoide kein(e) Sojabohnen, Kichererbsen, Rotklee, Erdnüsse, Cashewkerne und Walnüsse.

Fazit: Erbsen, Karotten und Mais (siehe Foto) sind nach meinem derzeitigen Kenntnisstand für Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen unbedenklich – ich habe allerdings auch noch nicht alle neu erschienenen Schilddrüsenbücher gelesen. ;-)