Das Spurenelement Selen vorsichtig dosieren!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.04.19 aktualisiert.

Über Sinn und Zweck der zusätzlichen Einnahme des Spurenelements Selen bei der → Hashimoto-Thyreoiditis wurde zwischenzeitlich schon viel geschrieben. Auch auf die jeweils aktuelle Studienlage zum Anwendungsgebiet von Selen bei Schilddrüsenerkrankungen ist bereits in etlichen Veröffentlichungen eingegangen worden. Dieser Artikel beschreibt im Gegensatz dazu ganz konkret was bei der Einnahme eines Selen-Präparates zu beachten ist.

Welches Selen-Präparat ist empfehlenswert?

Das Spurenelement Selen liegt in den unterschiedlichen Selen-Präparaten entweder als organische Verbindung (Selenmethionin, „Selenhefe“) oder als anorganische Verbindung (Natriumselenit) vor.

Bei längerfristiger Einnahme von Selen, insbesondere in höheren Dosierungen, gilt Natriumselenit als gesundheitlich unbedenklicher. Andererseits scheint es nach meiner Erfahrung so zu sein, dass Selenmethionin von SchilddrüsenpatientInnen oft besser als Natriumselenit vertragen wird. Ein bis zwei Stunden nach der Einnahme von hochdosiertem Natriumselenit – insbesondere wenn es auf leeren Magen eingenommen wird, kann es zu starken Magenschmerzen kommen.


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Wie wird das Selen-Präparat richtig dosiert?

Der Tagesbedarf an Selen liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei 30 bis 70 µg Selen pro Tag. Bei der unterstützenden Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten wie der Hashimoto-Thyreoiditis werden allerdings deutlich höhere Dosierungen von 200 bis 300 µg Selen täglich eingesetzt. Von noch höheren Dosierungen ist ausdrücklich abzuraten!

Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Selen-Einnahme einschleichend zu beginnen. Beispielsweise

  • 1. Woche: einmal täglich 50 µg Selen
  • 2. bis 4. Woche: 100 µg Selen pro Tag
  • 5. bis 12. Woche: 200 µg Selen pro Tag

Das Spurenelement Selen sollte grundsätzlich – auch bei Hashimoto-Thyreoiditis – nicht dauerhaft, sondern immer nur kurmässig für 3 bis 6 Monate eingenommen werden. Vorausgesetzt das Selen wird problemlos vertragen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Selen-Therapie ist im allgemeinen gut verträglich, aber es gibt auch Ausnahmen.

Magenschmerzen: Kurz nach der Einnahme von Selen kann es bei empfindlichen Personen zu stärkeren Magenschmerzen kommen. Diese treten besonders dann auf, wenn das Selen auf nüchternen Magen z.B. zusammen mit dem Schilddrüsenhormonpräparat eingenommen wurde. Aber auch die bei Hashimoto-Thyreoiditis empfohlene hohe Dosierung von 200 – 300 µg Selen kann im Einzelfall nicht vertragen werden. Natriumselenit-Präparate scheinen im Hinblick auf die Magenverträglichkeit problematischer zu sein als Selenmethionin-Präparate.

Überfunktionssymptome: Bei einigen SchilddrüsenpatientInnen treten als Folge der Selen-Einnahme Beschwerden auf, die für eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) charakteristisch sind. Dazu gehören insbesondere Unruhezustände sowie Angst- und Panikattacken. In diesen Fällen sollte das Selen-Präparat nach Rücksprache mit dem Arzt niedriger dosiert oder ganz abgesetzt werden.

Selen-Vergiftung: Unangenehmer Körpergeruch, trockene Haut, Haarausfall oder übelriechender Durchfall können auf eine Selen-Vergiftung hindeuten. Diese Gefahr besteht allerdings nicht bei den weiter oben genannten Dosierungen, sondern erst wenn viel zu große Mengen Selen (mehr als 750 µg Selen pro Tag) eingenommen werden.

Wann muss eine Untersuchung des Selen-Spiegels im Blut erfolgen?

Der Selen-Spiegel im Blut wird auch bei SchilddrüsenpatientInnen nur selten untersucht. Das liegt daran, dass die Laboranalyse des Selen-Wertes relativ teuer ist und dem Arzt nur ein begrenztes Laborbudget zur Verfügung steht. Bei der empfohlenen dreimonatigen Einnahme von maximal 200 µg Selen täglich ist das auch nicht unbedingt notwendig. Der Selen-Spiegel wird eigentlich nur kontrolliert um eine mögliche Überversorgung mit dem Spurenelement Selen nach einer länger als sechs Monate durchgeführten Therapie mit einem hochdosierten Selen-Präparat auszuschließen.

Selen beeinflusst Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis positiv


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