Kategorie-Archiv: Zusatzbefunde “Nebenbaustellen” (Begleiterkrankungen)

Psychiatrische Fehldiagnose bei Hashimoto-Enzephalopathie

Die Hashimoto-Enzephalopathie ist eine ausgesprochen seltene und ÄrztInnen entsprechend wenig bekannte Erkrankung. Bei unklarer psychiatrischer Symptomatik in Verbindung mit hohen Schilddrüsenautoantikörperspiegeln sollte diese Differentialdiagnose jedoch in Erwägung gezogen werden. Einen englischsprachigen Fallbericht dazu haben Murugan Selvaraj Karthik, Kulothungan Nandhini, Viswanath Subashini, Ramasamy Balakrishnan (Hashimoto’s Encephalopathy Presenting with Unusual Behavioural Disturbances in an Adolescent Girl, National Institutes of Health (Gesundheitsministerium d. USA)) veröffentlicht.  Unter dem Titel “Der Schlangentanz” wurde der Fall auch von einer DocCheck-Bloggerin in deutscher Sprache noch einmal ausführlich dargestellt.

Keine spezielle Diät bei Hashimoto-Thyreoiditis notwendig!

Im Zusammenhang mit der Hashimoto-Thyreoiditis kann es bei einigen Betroffenen zu ernstzunehmenden Begleiterkrankungen kommen die sich in mehr oder weniger ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden zeigen. Dazu zählen beispielsweise Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulzerosa sowie eine Lactose- oder Fructose-Intoleranz. Diese Krankheiten erfordern neben einer ärztlichen Betreuung häufig auch die Berücksichtigung von Ernährungsempfehlungen.

Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen bei denen keine weiteren Erkrankungen diagnostiziert wurden sollten genauso wie Schilddrüsengesunde zunächst einmal eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost anstreben. Dies gilt insbesondere, wenn Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, ungewollte Gewichtsabnahme oder deutliches Übergewicht fehlen. Eine grundsätzliche Ernährungsumstellung ist dann nicht erforderlich! Keine spezielle Diät bei Hashimoto-Thyreoiditis notwendig! weiterlesen

Studie zu Kiefergelenkschmerzen bei PatientInnen mit Hashimoto-Thyreoiditis

Die Kieferorthopädie (Direktorin: Prof. Dr. Ursula Hirschfelder) des Universitätsklinikums Erlangen führt aktuell eine Studie durch bei der der Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion und einer Kiefergelenkserkrankungen erforscht wird. Für die Teilnahme an dieser Studie werden Probandinnen zwischen 18 und 65 Jahren gesucht die an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind.

Weitere Informationen unter kieferorthopaedie.uk-erlangen.de

Forscher stimulieren Kehlkopfmuskeln mit Licht

Medizinern der Universität Bonn ist es gelungen, die Kehlkopfmuskeln einer Maus mit Licht zu stimulieren. Möglicherweise ist es mit dieser Methode mittelfristig möglich, Kehlkopflähmungen beim Menschen zu therapieren. Diese können beispielsweise nach Schilddrüsen-Operationen auftreten und zu Problemen beim Sprechen sowie schwerer Atemnot führen.

Risiken der Schilddrüsenoperation

Muskeln reagieren auf Nervenimpulse, indem sie sich zusammenziehen. Durch Licht lässt sich diese Kontraktion normalerweise nicht auslösen. Vor einigen Jahrzehnten wurde jedoch in Grünalgen eine exotische Molekülgruppe entdeckt, die so genannten Kanal-Rhodopsine. Kanal-Rhodopsine sind Schleusen für elektrisch geladene Teilchen, die sich bei Beleuchtung öffnen. Wenn man Kanal-Rhodopsine geeignet verpackt und in einen Muskel injiziert, werden sie in die einzelnen Muskelzellen eingebaut. Sobald man eine solche Zelle nun mit Licht reizt, öffnen sich die Kanäle. Es strömen positiv geladene Ionen in die Muskelzelle, die so zur Kontraktion angeregt wird. Forscher stimulieren Kehlkopfmuskeln mit Licht weiterlesen

Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 3: Rekurrensparese

Definition

Klassifikation nach ICD-10:

Andere Bezeichnung: Stimmbandlähmung

Unter einer Rekurrensparese versteht man die Lähmung (Parese) der Stimmbänder als Folge einer Schädigung des Nervus laryngeus recurrens.

Symptome

Die möglicherweise auftretenden Krankheitszeichen hängen davon ab, ob nur ein Stimmband betroffen ist oder ob eine beidseitige Stimmbandlähmung vorliegt.

Typisch für eine einseitige Rekurrensparese sind

  • Heiserkeit
  • Reizhusten

Bei einer beidseitigen Rekurrensparese kommt es zusätzlich zu

  • Atemnot
  • Atemgeräusche

Sehr selten können außer dem Nervus laryngeus recurrens auch noch weitere Nerven im Rahmen der Schilddrüsenoperation geschädigt worden sein. Dann können außerdem Schluckstörungen auftreten.

Ursachen

Der Nervus laryngeus recurrens verläuft direkt neben der Schilddrüse. Deshalb wird er bei Schilddrüsenoperationen gelegentlich (7 % vorübergehend, 1 % bleibend) in Mitleidenschaft gezogen. Desweiteren können Schilddrüsenkarzinome für eine Rekurrensparese verantwortlich sein.

Behandlung

Um eine Rekurrensparese in Folge einer Schädigung des Nervus laryngeus recurrens zu vermeiden, wird bei Schilddrüsenoperationen immer häufiger das sogenannte Neuromonitoring eingesetzt. Dabei werden Irritationen des Nervus laryngeus recurrens schon während des operativen Eingriffs mit Hilfe von elektrischen Impulsen sichtbar gemacht.

Direkt nach der Schilddrüsenoperation sollte ein HNO-Arzt die Beweglichkeit der Stimmbänder überprüfen, um eine Rekurrensparese auszuschliessen oder so früh wie möglich eine Behandlung einzuleiten.

Art und Weise der Behandlung der Rekurrensparese hängen anschliessend davon ab, ob es sich um eine ein- oder beidseitige Lähmung der Stimmbänder handelt. Bei einer einseitigen Stimmbandlähmung kann eine logopädische Stimmbandübungstherapie helfen die Auswirkungen der Rekurrensparese auf die Stimme zu verbessern. Auch eine Elektrostimulationstherapie ist möglich. Liegt hingegen eine beidseitige Rekurrensparese vor, kann ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) indiziert sein, um die Atemnot zu lindern.

→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 1: Wundheilungsstörungen
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 3: Rekurrensparese
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom

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Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus

Definition

Klassifikation nach ICD-10:

Andere Bezeichnung: Nebenschilddrüsenunterfunktion

Beim Hypoparathyreoidismus handelt es sich um einen Parathormonmangel aufgrund einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen. Die insgesamt vier Nebenschilddrüsen (Glandulae parathyroideae) liegen etwas unterhalb der Schilddrüse. Sie bilden das Parathormon. Dieses Hormon ist entscheidend, wenn es darum geht für einen ausreichend hohen Calciumspiegel im Blut zu sorgen. Wenn die Nebenschilddrüsen nicht richtig funktionieren bedeutet dies, dass sie zu wenig Parathormon ausschütten. Dies bezeichnen Ärzte als Hypoparathyreoidismus. Fehlt das Parathormon kommt es in der Folge zwangsläufig auch zu einem Calciummangel, der sogenannten Hypokalzämie.

Symptome

Charakteristisch für einen Hypoparathyreoidismus sind ausgeprägte Calciummangelsymptome.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Muskelschmerzen bis hin zu ausgeprägten Muskelkrämpfen
  • Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen
  • Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Nervosität

Auffällig sind beim Hypoparathyreoidismus auch oft das Chvostek-Zeichen (Unkontrolliertes Zucken des Mundwinkels als Reaktion auf das Beklopfen des Nervus facialis-Stammes vor einem Ohrläppchen.) und/oder das Trousseau-Zeichen (Pfötchenstellung der Hand als Reaktion auf das Aufpumpen der Blutdruckmanschette an dem betreffenden Arm).

Ursachen

Die häufigste Ursache für einen Hypoparathyreoidismus ist eine Schilddrüsenoperation. Bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen werden die Nebenschilddrüsen dabei manchmal versehentlich entfernt. Bei bösartigen Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenkrebs, Karzinom der Schilddrüse) gibt es häufig keine andere Möglichkeit als neben der Schilddrüse auch die Nebenschilddrüsen mit zu entfernen.

Behandlung

Vorübergehender Hypoparathyreoidismus (bis zu 25 %)*: Versehentlich entfernte Nebenschilddrüsen können durch eine Autotransplantation (Verpflanzung innerhalb des eigenen Körpers) wieder einwachsen und nehmen nach einiger Zeit dann auch die Produktion des Parathormons wieder auf. Anfangs können z.B. intravenöse Calciumgaben erforderlich sein, aber langfristig reguliert sich auch der Calciumhaushalt wieder.

Bleibender Hypoparathyreoidismus (ca. 1 %): Wenn die Nebenschilddrüsen nach einer Schilddrüsenoperation auf Dauer nicht mehr richtig funktionieren oder alle vier Nebenschilddrüsen bei der Schilddrüsenoperation entfernt wurden, müssen die betroffenen SchilddrüsenpatientInnen lebenslang Calcium und Vitamin D in Tablettenform zu sich nehmen.

→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 1: Wundheilungsstörungen
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 3: Rekurrensparese
→ Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom

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Hashimoto-Thyreoiditis und Gluten bzw. glutenfreie Ernährung

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Ist Gluten eine mögliche Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis?

Seit einigen Jahren wird über den möglichen Zusammenhang von Hashimoto-Thyreoiditis und Gluten bzw. Gluten-Unverträglichkeit unter Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen in Deutschland teilweise heftig gestritten.

Der Ausgangspunkt für diese Auseinandersetzungen sind die Veröffentlichungen von zwei amerikanischen Autoren.

  • Chris Kresser veröffentlichte 2010 den Artikel “The Gluten-Thyroid Connection” in seinem Webblog.
  • Datis Kharrazian publizierte 2014 das Buch „Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln: Wenn Sie sich trotz normaler Blutwerte schlecht fühlen. Die 22 Muster der Schilddrüsenunterfunktion“.

Kresser und Kharrazian sehen Gluten, genauer gesagt Gliadin (Gluten besteht aus Glutenin und Gliadin) als eine der wesentlichen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis und empfehlen Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen entsprechend eine glutenfreie Ernährung.

Eine skandinavische Untersuchung ergab diesbezüglich, dass eine glutenfreie Ernährung keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf der Autoimmunthyreoiditis hat (Quelle: Metso, Hyytiä-Ilmonen, Kaukinen u.a. “Gluten-free diet and autoimmune thyroiditis in patients with celiac disease. A prospective controlled study.” Scand J Gastroenterol. 2012 Jan;47(1):43-8.)

In Deutschland wurde diese Theorie bislang weder aufgegriffen noch bestätigt oder widerlegt. Es gibt deshalb auch keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für einen eventuellen Zusammenhang zwischen Gluten bzw. Gluten-Unverträglichkeit und Hashimoto-Thyreoiditis.

Beispielsweise Mathias Beyer (Forum Schilddrüse e.V.) meint: “Keine glutenarme oder glutenfreie Ernährung bei Hashimoto notwendig. Es wurde diskutiert, ob man eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, wie Hashimoto-Thyreoiditis, eventuell durch das Reduzieren glutenhaltiger Speisen behandeln könnte. Entsprechende Studien verliefen allerdings diesbezüglich nicht ermutigend. Es ergibt sich bisher kein Grund, Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis generell glutenarm oder sogar glutenfrei zu ernähren. Einzelverläufe, nach denen sich Hashimoto-Patient(inn)en mit Beschwerden trotz ausgeglichener Unterfunktion der Schilddrüse durch Ernährungsumstellung subjektiv besser fühlen, sind unserer Erfahrung nach jedoch oft leider nur von kurzer Dauer. Diese Beobachtungen sollten auf keinen Fall zu einer dauerhaften, massiven Einschränkung der Ernährung der Betroffenen führen.” Quelle: forum-schilddruese.de

Hierzulande geht man deswegen unverändert davon aus, dass eine genetische Veranlagung, chronische Infektionen, langandauernde, stressige Lebensphasen, Veränderungen der Sexualhormone (Schwangerschaft, Wechseljahre) sowie eine übermäßige Jod-Aufnahme die entscheidenden Faktoren im Hinblick auf die Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis sind. Spezielle Ernährungsempfehlungen für Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen gibt es demzufolge nicht.

Hashimoto-Thyreoiditis und Gluten bzw. glutenfreie Ernährung weiterlesen

Psychische Erkrankungen – Oft Fehldiagnosen bei Schilddrüsenpatienten!

Schilddrüsenhormone haben Eigenschaften, welche die Psyche beeinflussen können. Und als Folge einer veränderten psychischen Grundstimmung wird auch das Verhalten verändert, so dass Störungen im Schilddrüsenhormonhaushalt zu deutlichen Wesensveränderungen führen können.

Eine Schilddrüsenüberfunktion (zu viel an Schilddrüsenhormonen, Hyperthyreose) kann sich folgendermassen zeigen:

  • Unruhe (Rastlosigkeit)
  • Übersprudeln vor Ideen
  • Ungeduld (Reizbarkeit)
  • Wutausbrüche schon bei kleinsten Anlässen
  • emotionale Labilität
  • Schlaflosigkeit

„Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sind oft sehr nervös und hektisch. Da ihre innere Uhr schneller tickt, scheint ihnen alles viel zu langsam zu gehen. Das scheinbar träge Tempo der Mitmenschen veranlasst sie zu Unbeherrschtheit und häufigen Nörgeleien. Die Nächte verbringen sie oft schlaflos. Am Tag sind sie noch zusätzlich gereizt. Nicht selten reichen schon nichtige Anlässe, dass es zu Streit und Wutausbrüchen kommt. Die Mitmenschen empfinden die Wesensveränderungen des Betroffenen als belastend, und da sie meist nicht ahnen, dass sich eine Krankheit dahinter verbirgt, ziehen sie sich häufig beleidigt und enttäuscht zurück. Für den Patienten ist das eine heftige Kränkung, die ihn noch weiter in seine Probleme treibt.” (H. Kovacs: „Schilddrüse“, Südwest-Verlag, München 2002, Seite 63 ff. Wenn die Schilddrüse zu viel tut) Psychische Erkrankungen – Oft Fehldiagnosen bei Schilddrüsenpatienten! weiterlesen

Auswirkungen von Schilddrüsenhormonen auf die Funktionsfähigkeit von Magen und Darm

Ein → Zuviel oder Zuwenig an Schilddrüsenhormonen  kann sich in vielfältigen Magen-Darm-Symptomen äußern.
Magen-Darm-Symptome bei einer Unterfunktion der Schilddrüse

Im Rahmen der Schilddrüsenunterfunktion kommt es aufgrund der verlangsamten Darmmotilität zu Verstopfung. Auch Völlegefühl, Übelkeit, Appetitverlust und Blähungen können auftreten. Durch die ödematöse Verdickung der Darmschleimhaut entstehen Resorptionsstörungen, die eine ausreichende Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen verhindern. Sehr häufig kommt es im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion auch zu einer gestörten Gallenproduktion.

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme
Magen-Darm-Symptome bei einer Überfunktion der Schilddrüse

Da Schilddrüsenhormone eine anregende Wirkung auf die Darmmotilität haben führt eine Schilddrüsenüberfunktion fast immer zu Durchfall oder häufigen, weichen Stühlen. Der Überschuss an Schilddrüsenhormonen kann darüber hinaus krampfartige Magen-Darm-Beschwerden zur Folge haben. Manchmal tritt ein regelrechter Heißhunger auf. Die Passage der Lebensmittel durch den Dünn- und Dickdarm ist deutlich verkürzt, so dass es zu einer mangelhaften Ausnutzung der Nahrung mit daraus folgenden Nährstoffdefiziten kommt. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann eine gestörte Gallenproduktion zur Folge haben.

  • Heißhunger
  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Durchfälle
  • Gewichtsabnahme

Die bereits genannten Störungen im Magen-Darm-System sind bei guter Einstellung mit Schilddrüsenhormonen voll rückbildungsfähig.

Zusätzlich zu den durch eine Schilddrüsenfunktionsstörung verursachten gastro-intestinalen Beschwerden gibt es einige Erkrankungen des Verdauungsapparates, die gehäuft zusammen mit der Hashimoto-Thyreoiditis auftreten und ähnliche Symptome verursachen können.

Dazu zählen Krankheiten wie perniziöse Anämie, Autoimmunhepatitis (chronische, autoimmune Leberentzündung), Zöliakie, Morbus Crohn und Colitis ulzerosa. Auch eine Lactoseintoleranz tritt häufig auf.

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Hypoglykämien (Unterzuckerungen)

Im Zusammenhang mit Funktionsstörungen der Schilddrüse entstehen bei einigen Betroffenen häufiger Störungen im Zuckerstoffwechsel. Das müssen besonders Personen, die zusätzlich unter einem Diabetes leiden, berücksichtigen.
Hyperthyreose führt zu Insulinresistenz

Bereits eine versteckte → Überfunktion der Schilddrüse (subklinische Hyperthyreose) kann zu einer verstärkten Insulinresistenz führen, so dass die Blutzuckerwerte ansteigen. Außerdem wird insgesamt weniger Insulin produziert und die Insulinsensitivität ist vermindert.

Hypothyreose führt zu Hypoglykämien

Bei einer→ Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kommt es entgegengesetzt zu Hypoglykämien (Unterzuckerungen). Diese äußern sich in allgemeinen Symptomen wie Übelkeit und Schwindel, aber auch Symptome wie Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Tachykardie, Unruhe, Nervosität, Aggressivität und Hungergefühl (adrenerge Symptome) können auftreten. In seltenen Fällen kann es zu neuroglucopenischen Symptomen wie Bewusstseins-, Konzentrations-, Seh-, Sprach-, Gedächtnisstörungen, Krampfanfällen und Lähmungen kommen.

Ausgelöst werden diese Hypoglykämien häufig durch den Verzehr kohlenhydrat- oder zuckerreicher Lebensmittel (Bsp.: Brötchen mit Marmelade, Kuchen, Kekse usw.), die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Daraufhin produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, welches den Blutzuckerspiegel wieder absenkt.

Da Schilddrüsenhormone die Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin vermindern, reagieren die Körperzellen bei einer Schilddrüsenunterfunktion, also fehlenden Schilddrüsenhormonen verstärkt auf Insulin. Als Erste-Hilfe-Maßnahme eignet sich der Verzehr von Traubenzucker oder das Trinken süßer Limonaden wie z. B. Cola, die den Blutzuckerspiegel rasch wieder ansteigen lassen. Häufiger auftretende Hypoglykämien sollten allerdings durch einen Diabetologen abgeklärt werden.

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