Kategorie-Archiv: Schilddrüsenkrebs

Patienten in Japan akzeptieren „Active Surveillance“ bei Schilddrüsenkrebs

In der Online-Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes ist am 04. Februar 2019 der Artikel “Patienten in Japan akzeptieren „Active Surveillance“ bei Schilddrüsenkrebs” erschienen. Auch in Deutschland wird seit längerem darüber diskutiert, ob papilläre Mikrokarzinome immer sofort operiert werden müssen oder ob auch ein abwartendes Beobachten gerechtfertigt sein kann. Die im Text erwähnte japanische Spezialklinik bietet PatientInnen mit einer Frühform von papillärem Schilddrüsenkrebs seit einigen Jahren eine sogenannte „Active Surveillance“-Strategie an, bei der auf die sofortige Schilddrüsenentfernung verzichtet wird.

Experte des Klinikums Lüdenscheid setzt Maßstäbe für die Behandlung von Schilddrüsenkrebs

Professor Rolf Larisch, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum Lüdenscheid, wird zukünftig landesweit Maßstäbe für die Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenkrebs setzen. Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin hat um seine Unterstützung bei der Erstellung einer sogenannten “S3-Leitlinie” zur Behandlung von Patienten mit einem Schilddrüsenkarzinom gebeten. Konkret soll Professor Larisch dabei für die Nachsorge der Patienten zuständig sein und die medizinische Vorgehensweise für die Therapie mit Schilddrüsenhormonen festlegen. “Wenn in Zukunft irgendwo in Deutschland Patienten mit Schilddrüsenkrebs behandelt werden, wird diese Leitlinie zum Einsatz kommen”, erklärt Professor Larisch. “Das ist schon eine große Ehre für mich.”  Experte des Klinikums Lüdenscheid setzt Maßstäbe für die Behandlung von Schilddrüsenkrebs weiterlesen

Was ist TIRADS?

TIRADS ist die Abkürzung für “Thyroid imaging reporting and database System”. Das ist ein 2009 eingeführtes, standardisiertes Verfahren* zur Beurteilung von Schilddrüsenknoten.

  • Tirads 1: Normale, gesunde Schilddrüse
  • Tirads 2: Benigner (gutartiger) Befund
  • Tirads 3: Wahrscheinlich benigner Befund
  • Tirads 4: Auffällig / Verdächtig
  • Tirads 5: Wahrscheinlich zu> 80 % maligner (bösartiger) Befund
  • Tirads 6: Gesicherter maligner Befund (Schilddrüsenkarzinom)

* Horvath E. u.a. “An Ultrasonogram Reporting System for Thyroid Nodules Stratifying Cancer Risk for Clinical Management”, Fulltext free

Innovatives Wissenschaftsprojekt soll neue Therapieformen für das papilläre Schilddrüsenkarzinom ermöglichen

Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt von Univ.-Prof. Dr. Rajalingam von der Universitätsmedizin Mainz

In Deutschland erkranken jährlich etwa 7000 Menschen an einem bösartigen Tumor in der Schilddrüse. Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist die am häufigsten auftretende Form dieser Krebserkrankung. Frauen sind öfter betroffen als Männer. In einem neuen Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz die Beschaffenheit der krankhaften Veränderungen (im Fachjargon Pathophysiologie) beim papillären Schilddrüsenkarzinom ergründen. Konkret wollen sie Muster identifizieren, die typisch für diese Krebserkrankung sind. Diese Muster wollen die Forscher nutzen, um neue diagnostische Biomarker und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die Deutsche Krebshilfe fördert dieses Forschungsprojekt für die Dauer von drei Jahren mit etwa 370.000 Euro. Innovatives Wissenschaftsprojekt soll neue Therapieformen für das papilläre Schilddrüsenkarzinom ermöglichen weiterlesen

Aktuelle Zahlen zu Schilddrüsenkrebs

Am 06. Dezember 2017 wurde vom Robert-Koch-Institut eine aktuelle Auswertung der fortlaufend zum Thema Schilddrüsenkrebs erhobenen Daten (Kapitel 3.24 Schilddrüse / Krebs in Deutschland) veröffentlicht.

Neu an Schilddrüsenkrebs erkrankten demnach fast dreimal so viele Frauen wie Männer (beispielsweise im Jahr 2014 rund 4.280 Frauen und 1.840 Männer). Am häufigsten von einer Neudiagnose betroffen sind Menschen im Lebensalter von 50 bis 55 Jahren. Als Risikofaktoren gelten insbesondere vorangegangene Strahlenbelastungen (Strahlentherapie, radioaktive Strahlung). Weitere Auslöser konnten indes noch nicht zweifelsfrei belegt werden.

Wird Schilddrüsenkrebs in der Schweiz überdiagnostiziert?

Schilddrüsenkrebs wird in der Schweiz immer häufiger diagnostiziert und operiert. Ein grosser Teil aller Schilddrüsenkrebsfälle scheint überdiagnostiziert und überbehandelt zu sein – so eine Studie der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital Bern, des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne und des Berner Instituts für Hausarztmedizin der Universität Bern.

Die Anzahl Schilddrüsenkrebsdiagnosen steigt in der Schweiz. Die wachsende Zahl ist am ehesten als Folge von zufällig oder durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckte Schilddrüsenknoten zu erklären. Dabei werden oft kleine „Krebse“ gefunden, die aufgrund ihres relativ harmlosen Gewebetyps der betroffenen Person zu Lebzeiten keine Beschwerden bereiten würden. Viele dieser Personen werden möglicherweise überbehandelt. Das schlussfolgern Forschende des Inselspitals Bern, des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (IUMSP) der Universität Lausanne und des Berner Instituts für Hausarztmedizin der Universität Bern (BIHAM). Wird Schilddrüsenkrebs in der Schweiz überdiagnostiziert? weiterlesen

Schilddrüsenknoten – gutartig oder bösartig? Ultraschall-basierte Methode verbessert die Diagnose

Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Knoten in der Schilddrüse. Doch sind diese bösartig oder gutartig? Das zu unterscheiden ist nicht einfach. Die diagnostische Differenzierung ist jedoch maßgeblich für die Therapiewahl – noch immer werden dafür viele Schilddrüsenknoten operiert. Eine Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) macht Hoffnung auf eine operationsfreie Diagnose. Sie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer Ultraschall-basierten Messung der Gewebeelastizität, der Strain Elastografie (SE), die differenziertere Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert.
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Schilddrüsenkrebs: Genom-Analysen seltener Tumorarten bieten Ansatzpunkte für Therapie

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) und Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE)

Schilddrüsenkrebs gehört zu den selteneren Krebsarten. Die allermeisten Formen sind gut behandelbar und haben eine sehr gute Prognose. Einige seltenere Formen sind jedoch wesentlich aggressiver in ihrem Wachstum und sprechen oft nicht gut auf die Behandlung mit den bisher bekannten Therapien an. Aktuelle Forschungen zur Analyse des Genoms dieser Tumoren liefern jetzt neue Einsichten in die Krebsentstehung und bieten aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) Anhaltspunkte für neue Therapieansätze.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 7000 Menschen an einem bösartigen Tumor in der Schilddrüse. Experten vermuten, dass dieser Krebs sogar noch häufiger ist. „Rund 90 Prozent der Schilddrüsentumore stellen sogenannte differenzierte papilläre oder follikuläre Schilddrüsenkarzinome dar. Diese können durch eine Operation – meist in Kombination mit einer Behandlung mit radioaktivem Jod – sehr gut behandelt werden“, sagt Professor Dr. med. Matthias M. Weber, Leiter der Endokrinologie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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Schilddrüsenkarzinomregister

Die Schilddrüsenzentren in Würzburg, München und Augsburg bauen seit ungefähr zwei Jahren eine gemeinsame Datenbank, insbesondere zu den selteneren Formen von Schilddrüsenkrebs, auf. Dieses Schilddrüsenkarzinomregister finden Sie derzeit auf den Seiten des Universitätsklinikums Würzburg.

Im Hinblick darauf ist auch interessant, dass die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. bereits vor einigen Wochen mitgeteilt hat, dass sich am 6. Oktober 2016 außerdem eine unabhängige Studiengruppe für “Seltene Tumore der Schilddrüse” in Marburg gegründet hat.

Erstmalig in Deutschland: Schilddrüsenkrebs durch Hitze zerstört

Die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum hat als erste Klinik überhaupt Metastasen eines Schilddrüsenkarzinoms durch Thermoablation behandelt.

Schilddrüsenknoten sind ein sehr häufiges Phänomen. Fast 20 Prozent aller Deutschen haben einen oder mehrere. Während die meisten dieser Geschwulste gutartig sind, handelt es sich bei rund 0,2 Prozent um bösartige Karzinome. Nach einer Schilddrüsenoperation und anschließender Radiojodtherapie sind die betroffenen Patienten in der Regel erfolgreich therapiert. In seltenen Fällen wirkt die Radiojodtherapie jedoch nicht. Bisher waren dann erneute Operationen oder eine Chemotherapie notwendig.

Im Deutschen Zentrum für Thermoablation von Schilddrüsenknoten der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt wurde jetzt eine Patientin mit Metastasen eines Schilddrüsenkarzinoms erfolgreich mittels Thermoablation therapiert. „Wenn sich die sehr guten Ergebnisse bei weiteren Einsätzen bestätigen, haben wir eine hervorragende Alternative für die Behandlung von Halsmetastasen von Schilddrüsenkrebs für Patienten, bei denen eine Radiojodtherapie, Operation oder Chemotherapie nicht möglich ist“, erklärt Prof. Frank Grünwald, Leiter des Thermoablationszentrums. „Das Verfahren ist effektiv und im Vergleich mit einer Operation oder Chemotherapie sehr nebenwirkungsarm“, ergänzt PD Dr. Huedayi Korkusuz, der die Behandlung durchgeführt hat. Erstmalig in Deutschland: Schilddrüsenkrebs durch Hitze zerstört weiterlesen