Kategorie-Archiv: Schilddrüsenknoten

Was ist TIRADS?

TIRADS ist die Abkürzung für “Thyroid imaging reporting and database System”. Das ist ein 2009 eingeführtes, standardisiertes Verfahren* zur Beurteilung von Schilddrüsenknoten.

  • Tirads 1: Normale, gesunde Schilddrüse
  • Tirads 2: Benigner (gutartiger) Befund
  • Tirads 3: Wahrscheinlich benigner Befund
  • Tirads 4: Auffällig / Verdächtig
  • Tirads 5: Wahrscheinlich zu> 80 % maligner (bösartiger) Befund
  • Tirads 6: Gesicherter maligner Befund (Schilddrüsenkarzinom)

* Horvath E. u.a. “An Ultrasonogram Reporting System for Thyroid Nodules Stratifying Cancer Risk for Clinical Management”, Fulltext free

Schilddrüsenknoten bleiben trotz Tastuntersuchung oft unentdeckt

Nuklearmediziner raten: Gezielt mit Ultraschall auf Gewebsveränderungen untersuchen

Etwa jeder Zweite über 60 Jahre hat mindestens einen Schilddrüsenknoten – oft ohne es zu wissen. Um Gewebsveränderungen frühzeitig zu erkennen, fordert der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) Haus- und Fachärzte dazu auf, ab dem 40. Lebensjahr gezielt mit Ultraschall auf Schilddrüsenknoten hin zu untersuchen. Liegen so genannte „heiße“ Schilddrüsenknoten vor, lassen diese sich bis zu 90 Prozent erfolgreich durch eine Radiojodtherapie verkleinern oder entfernen. Über ihre Erfahrungen mit Schilddrüsenknoten und der Radiojodtherapie berichtete eine Patientin auf einer Pressekonferenz des BDN am 27. September 2018 in Berlin. Zudem erklärten die Nuklearmediziner dort, welche diagnostischen Schritte Patienten mit Schilddrüsenknoten durchlaufen. Schilddrüsenknoten bleiben trotz Tastuntersuchung oft unentdeckt weiterlesen

Mit Radiofrequenzen, Laser und Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten – Bürger­hospital Frankfurt erweitert Leistungsspektrum

Die Mediziner des Bürger­hospitals Frankfurt behandeln Schilddrüsenknoten ab sofort auch mit Radiofrequenzen, Mikrowellen und Laser. Um dies zu ermöglichen, hat die Klinik für Endokrine Chirurgie ihr Leistungsangebot um die Sektion Thermoablation erweitert. Geleitet wird diese von Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Hüdayi Korkusuz, der 2012 als erster in Deutschland die Thermoablation zur Behandlung von Schilddrüsenknoten einsetzte und beständig weiterentwickelt. Mit Radiofrequenzen, Laser und Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten – Bürger­hospital Frankfurt erweitert Leistungsspektrum weiterlesen

Thermoablation von Schilddrüsenknoten

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. Dr. Hüdayi Korkusuz (Deutsches Zentrum für Thermoablation e.V., www.dzta.de)

Die Thermoablation von Schilddrüsenknoten als alternative Behandlungsmethode zur Schilddrüsenoperation und als alternative Behandlungsform zur Radiojodtherapie.

Neben einer Schilddrüsenvergrößerung gehören Schilddrüsenknoten zu den häufigsten Veränderungen in der Schilddrüse. In Deutschland sind diese Knoten in den meisten Fällen gutartig, das klinisch apparente Schilddrüsenkarzinom macht nur 0,1 bis 1% aller bösartigen Erkrankungen aus. Zur Therapie von Schilddrüsenknoten kann auch die Thermoablation eingesetzt werden, welche schon seit Jahren erfolgreich bei Leber-, Lungen- und Nierenerkrankungen eingesetzt wird. Thermoablation von Schilddrüsenknoten weiterlesen

Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern oder auch den USA deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt.  Über die möglichen Gründe, insbesondere ob hierzulande die Entscheidung zur operativen Entfernung der Schilddrüse zu leichtfertig getroffen wird, wird seit längerem teilweise kontrovers diskutiert.

Vor wenigen Tagen, am 08. Januar 2018, ist zu dieser Thematik ein aktueller Artikel im Deutschen Ärzteblatt publiziert worden. Autoren: Detlef F. Bartsch, Markus Luster, Heinz J. Buhr, Dietmar Lorenz, Christoph-Thomas Germer, Peter E. Goretzki. Titel: Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen. Direktlink: Dtsch Arztebl Int 2018; 115(1-2): 1-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0001,  aerzteblatt.de

Wird Schilddrüsenkrebs in der Schweiz überdiagnostiziert?

Schilddrüsenkrebs wird in der Schweiz immer häufiger diagnostiziert und operiert. Ein grosser Teil aller Schilddrüsenkrebsfälle scheint überdiagnostiziert und überbehandelt zu sein – so eine Studie der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin am Inselspital Bern, des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne und des Berner Instituts für Hausarztmedizin der Universität Bern.

Die Anzahl Schilddrüsenkrebsdiagnosen steigt in der Schweiz. Die wachsende Zahl ist am ehesten als Folge von zufällig oder durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckte Schilddrüsenknoten zu erklären. Dabei werden oft kleine „Krebse“ gefunden, die aufgrund ihres relativ harmlosen Gewebetyps der betroffenen Person zu Lebzeiten keine Beschwerden bereiten würden. Viele dieser Personen werden möglicherweise überbehandelt. Das schlussfolgern Forschende des Inselspitals Bern, des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (IUMSP) der Universität Lausanne und des Berner Instituts für Hausarztmedizin der Universität Bern (BIHAM). Wird Schilddrüsenkrebs in der Schweiz überdiagnostiziert? weiterlesen

Schilddrüsenknoten – gutartig oder bösartig? Ultraschall-basierte Methode verbessert die Diagnose

Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Knoten in der Schilddrüse. Doch sind diese bösartig oder gutartig? Das zu unterscheiden ist nicht einfach. Die diagnostische Differenzierung ist jedoch maßgeblich für die Therapiewahl – noch immer werden dafür viele Schilddrüsenknoten operiert. Eine Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) macht Hoffnung auf eine operationsfreie Diagnose. Sie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer Ultraschall-basierten Messung der Gewebeelastizität, der Strain Elastografie (SE), die differenziertere Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert.
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Schilddrüsenknoten bleiben oft unbemerkt

Da die Schilddrüse in der Regel weiterhin normal arbeitet, werden Schilddrüsenknoten von den PatientInnen zunächst meist nicht wahrgenommen.

Schilddrüsenknoten wachsen häufig sehr langsam. Erst wenn die Knoten in der Schilddrüse mit der Zeit größer werden, bemerken die PatientInnen das etwas nicht stimmt. Manchmal ist dann bereits eine kleine Beule am Hals fühl- oder sogar sichtbar.

Außerdem können noch verschiedene andere Symptome von Schilddrüsenknoten hinzu kommen. Zum Beispiel

  • Schluckbeschwerden
  • Kloßgefühl
  • Heiserkeit
  • Räusperzwang
  • Druckgefühl bzw. Schmerzen beim “Draufdrücken”

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Thermoablative Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenknoten

Begriffsklärung Thermoablation

thermo, griech. thermos = warm, heiß

Ablation, lat. ablatio = Abtragung, Ablösung

Als Thermoablation bezeichnen Ärzte die Entfernung von Gewebe (hier: Knoten in der Schilddrüse) mit Hilfe von Hitze.

Unterschiedliche thermoablative Verfahren

Thermoablation ist ein Oberbegriff unter dem verschiedene Methoden zur Behandlung von gutartigen Schilddrüsenknoten zusammengefasst werden.

Thermoablative Therapien sind:

  1. HIFU = Ablation mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall,  nicht-invasiv (ohne Verletzung der Haut) → mehr dazu
  2. RFA = Radiofrequenzablation,
    örtliche Betäubung,  minimal-invasiv mittels einer Sonde Österreichische Schilddrüsengesellschaft (Prof. Dr. Harald Dobnig): Radiofrequenz- und Laserablation, auch: RITA = radiofrequenz-induzierte Thermoablation
  3. MWA = Mikrowellenablation,
    örtliche Betäubung,  minimal-invasiv mittels einer Sonde → mehr dazu
  4. LITT = laserinduzierte Thermotherapie,
    Vollnarkose

Bei Schilddrüsenknoten die krebsverdächtig sind ist die Thermoablation als Behandlungsmethode nicht geeignet. Das bedeutet, immer wenn der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs besteht, muss eine herkömmliche Schilddrüsenoperation durchgeführt werden. Thermoablative Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenknoten weiterlesen

Chirurgische Therapie der Struma nodosa

Im Deutschen Ärzteblatt wurden aktuell gleich zwei Artikel zur chirurgischen Therapie der Struma nodosa veröffentlicht.

N. Rayes, D. Seehofer, P. Neuhaus: “Chirurgische Therapie bei beidseitiger benigner Struma nodosa: Abwägung zwischen Radikalität und Komplikationen“, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(10): 171-8; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0171

R. Gärtner: “Struma nodosa: Umsichtige Indikation zur Operation“, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(10): 169-70; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0169

Heiße oder kalte Knoten in der Schilddrüse sind ein relativ häufiger Befund. Aber auch wenn diese nur selten bösartig sind, haben viele betroffene PatientInnen Angst vor Schilddrüsenkrebs. Die Folge ist, dass sie gemeinsam mit ihren behandelnden ÄrztInnen oft vorschnell die Entscheidung zu einer operativen Entfernung der Schilddrüse treffen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf das vor wenigen Monaten veröffentlichte Interview mit Prof. Dr. Georg Brabant hinweisen, der sich zu diesem Umstand äussert und auf die Frage eingeht, wann eine Operation der Schilddrüse wirklich indiziert ist.

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