Kategorie-Archiv: Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen

Häufig verkannt: Schilddrüsenentzündung nach der Entbindung

Anhaltende Erschöpfung und depressive Verstimmung nach der Geburt – nicht nur an den „Baby-Blues“ denken

Fast jede zwölfte Mutter entwickelt wenige Wochen nach der Entbindung eine Schilddrüsenentzündung. Grund für die Postpartum-Thyreoiditis, wie der Fachausdruck lautet, ist die hormonelle Stresssituation, der die mütterliche Schilddrüse während der Schwangerschaft ausgesetzt ist. Die Erkrankung äußert sich durch Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Nervosität und depressive Verstimmung. „Das wird oft schnell abgetan und als Baby-Blues fehlinterpretiert“, erklärt Professor Dr. med. Matthias Schmidt vom Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e. V (BDN). Ein Bluttest klärt, ob eine Schilddrüsenentzündung nach der Geburt vorliegt. Häufig verkannt: Schilddrüsenentzündung nach der Entbindung weiterlesen

Gefährlich bei Kinderwunsch: Viele junge Frauen leiden an Jodmangel

Die Jodversorgung ist in Deutschland nach wie vor nicht ausreichend. Insbesondere in der Gruppe junger Frauen zwischen 18 und 29 Jahren nimmt fast jede Zweite nur unzureichende Jodmengen zu sich. Dies ergab die aktuelle Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland. „Im Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft und Stillzeit ist dies problematisch“, sagt Professor Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe an der Universität München sowie Vorsitzender des Arbeitskreises Jodmangel e.V. (AKJ). Gefährlich bei Kinderwunsch: Viele junge Frauen leiden an Jodmangel weiterlesen

Mögliche Risiken für die Kinder schilddrüsenkranker Mütter

Vererbung der Veranlagung für die Entwicklung von Hashimoto oder Basedow
Quelle: pixabay.com
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Die Schilddrüsen-autoimmunerkrankung selbst wird nicht direkt vererbt. Aber die genetische Prädisposition, d.h. die Veranlagung für die Hashimoto-Thyreoiditis oder den Morbus Basedow wird weitergegeben.

Ob die Krankheit später beim Kind ausbricht, ist aber von weiteren Faktoren abhängig. Vereinzelt wird in der Literatur darauf hingewiesen, dass das Risiko höher ist, wenn die Mutter neben der autoimmunen Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) noch an weiteren Autoimmunerkrankungen leidet.

Übertragung der Schilddrüsenautoantikörpern

Die Autoantikörper der Schilddrüse (TSH, TG-AK, TRAK) können auf das ungeborene Baby übertragen werden. Das Risiko für eine Übertragung der Schilddrüsenautoantikörper hängt unter anderem von der Höhe des mütterlichen Antikörpertiters ab, weswegen es sinnvoll sein kann im Vorfeld der Schwangerschaft das Spurenelement Selen einzunehmen um diesen abzusenken. Dies funktioniert aber leider nicht bei allen Betroffenen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen.

Welchen Schaden die von der Mutter übertragenen Antikörper beim Baby anrichten können, ist bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt. Bei der Übertragung der beim Morbus Basedow vorkommenden TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) kann sich beim Kind möglicherweise eine vorübergende Schilddrüsenüberfunktion entwickeln, die allerdings nach wenigen Monaten nachlassen sollte, weil es sich dabei nicht um eine eigenständige Morbus Basedow-Erkrankung des Kindes handelt.

Neugeborenenscreening auf Schilddrüsenfehlfunktion

Damit möglicherweise bestehende Erkrankungen der Schilddrüse beim Säugling zeitnah diagnostiziert und therapiert werden können, gibt es in Deutschland seit fast 30 Jahren die Vorschrift, dass jedes Neugeborene kurz nach der Geburt (3. – 5. Tag) auf eine Schilddrüsenfehlfunktion untersucht wird. Dazu wird dem Baby ein Tropfen Blut aus der Ferse entnommen und im Labor untersucht.

Dieses Neugeborenen-Screening umfasst die Bestimmung der TSH-Konzentration die bei Schilddrüsenfehlfunktionen wie einer Hyperthyreose oder Hypothyreose deutlich verändert sind. Schilddrüsenerkrankungen werden so sehr frühzeitig erkannt und können sofort behandelt werden. Dadurch sind beim Baby keine bleibenden Einschränkungen zu erwarten, sondern es kann sich altersgerecht normal entwickeln.

Schilddrüsenkranke Frauen haben vermehrt Probleme nach der Geburt eines Kindes

1. Auswirkungen einer Schwangerschaft auf die Schilddrüsenautoimmunerkrankung
Erhöhte Abwehrlage in der Frühschwangerschaft

Zu Beginn der Schwangerschaft ist die Abwehrlage der Mutter erhöht, weswegen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto und Basedow in der Frühschwangerschaft mit verstärkter Aktivität verlaufen können.

Besserung von Hashimoto und Basedow im Verlauf der Schwangerschaft

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft ist das Immunsystem der Mutter vermutlich durch den hohen Progesteron-Spiegel weniger aktiv, so dass sich die autoimmun bedingten Schilddrüsenkrankheiten Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow bessern können.

Aufflammen von Beschwerden nach der Entbindung

Frauen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis oder einem Morbus Basedow haben durch die hormonellen Umstellungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft häufig auch nach der Entbindung vermehrt gesundheitliche Probleme.

Nach Ende der Schwangerschaft kann es zunächst zu einer überschießenden Aktivität des Immunsystems kommen, welches plötzlich wieder in Gang kommt. Es kommt in dieser Zeit häufig zum Neuauftreten oder aber zu einer Verschlechterung bestehender Autoimmunerkrankungen.

„Der Grad der Immunsuppression im Verlauf einer Schwangerschaft beeinflußt den klinischen Verlauf von Autoimmunthyreopathien. Im Schwangerschaftsverlauf kommt es typischerweise zu einer Verbesserung der Schilddrüsenfunktion, auf die eine erneute Verschlechterung post partum folgt. Dieses immunologische „Rebound“-Phänomen liegt wahrscheinlich auch der postpartalen Schilddrüsendysfunktion bei genetisch prädisponierten, ansonsten gesunden Frauen zugrunde („Postpartum-Thyreoiditis“).“ (M. Bals-Pratsch, S. Reichel, B. Seifert, B. Zietz: „Autoimmunthyreopathie und Kinderwunschbehandlung – Überlegungen zu einem empirischen Behandlungskonzept“, J Repro med Endok 2005, 2(2): 90 – 95)

2. Änderungen des Schilddrüsenhormonbedarfs während und nach der Schwangerschaft

Im Verlauf einer Schwangerschaft ist es in der Regel notwendig die Schilddrüsenhormondosis nach oben zu korrigieren. Oft sind gegen Ende der Schwangerschaft 50 µg mehr notwendig als zu Beginn.

War während der Schwangerschaft der Schilddrüsenhormonbedarf der Mutter erhöht, reduziert sich der Bedarf an Schilddrüsenhormonen nach der Entbindung wieder auf ein normales Maß.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Laborwerte sind deshalb nicht nur während, sondern auch nach der Schwangerschaft besonders wichtig.

3. Risiko: Wochenbettdepression

Auch die sogenannte Wochenbettdepression ist bei Hashimoto- und Basedow-Erkrankten häufiger als bei schilddrüsengesunden Frauen.

Positive Schilddrüsenautoantikörper (TPO-AK), wenn sie während der Schwangerschaft gemessen werden, sind ein Risikofaktor für die Entwicklung einer postpartalen Depression (J. L. Kuijpens, H. L. Vader, H. A. Drexhage, W. M. Wiersinga, M. J. van Son, V. J. M. Pop: „Thyroid peroxidase antibodies during gestation are a marker for subsequent depression postpartum“, Eur J Endoc 2001, 5(145): 579 – 584).

Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone (Prolaktin, Östrogene, Progesteron, Androgene)

Im Verlauf der Hashimoto-Thyreoiditis und des Morbus Basedow kann es zu zahlreichen Wechselwirkungen zwischen Schilddrüsenhormonen und Sexualhormonen kommen. Störungen der Schilddrüsenhormone wie eine Unter- oder Überfunktion können den Monatszyklus beeinflussen oder auch der Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein. Diese Probleme treten gehäuft bei Frauen mit einer manifesten Hypothyreose auf, können aber auch schon bei latenten Störungen vorliegen. Dafür kann es mehrere, sehr unterschiedliche Gründe geben.

Prolaktin

Oftmals liegt es daran, dass das TRH nicht nur die Freisetzung von TSH fördert um die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen zu stimulieren, sondern gleichzeitig auch die Freisetzung von Prolaktin angeregt wird.

„Die Prolaktinsekretion wird von zahlreichen endokrinen Faktoren moduliert: Während das TRH, das Östradiol, das Oxytocin und das Angiotensin eine stimulierende Wirkung haben, entfalten das Progesterin, GABA, das Thyroxin, das Somatostatin und das Dopamin einen hemmenden Effekt.“ (W. Feichtinger „Schilddrüse aus der Sicht des Fertilitätsmediziners“, Schilddrüsenkonsens Wien-Niederösterreich, www.schilddruesengesellschaft.at, Zugriff am 01.10.2015)

Prolaktin ist ein Schwangerschaftshormon, welches die Milchbildung stimuliert. Bei nicht schwangeren Frauen kann ein Überschuss an Prolaktin zu anovulatorischen Zyklen (kein Eisprung) bis hin zu ausbleibender Regelblutung führen. Oft treten ausgeprägte Beschwerden im Bereich der Brüste auf (Spannungsgefühle, Schmerzen, Schwellungen, Milchfluss).

Dieser Prolaktinüberschuß normalisiert sich oft, wenn die Hypo- oder auch die Hyperthyreose mit Schilddrüsenhormonen ausgeglichen wird. Die Besserung von Zyklusstörungen kann jedoch einige Monate hinter der Schilddrüsenhormoneinstellung hinterherhinken. Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone (Prolaktin, Östrogene, Progesteron, Androgene) weiterlesen

Schilddrüsenkrank und schwanger – darauf sollen Sie achten

Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrollieren lassen

Während der Schwangerschaft sind die schilddrüsenspezifischen Laborwerte häufig verändert, da es zu Wechselwirkungen zwischen weiblichen Hormonen und Schilddrüsenhormonen kommt. Die Schilddrüsenparameter TSH, fT3 und fT4 sollten bei bestehender Schilddrüsenerkrankung deshalb ungefähr alle vier bis sechs Wochen kontrolliert werden. Tritt während der Schwangerschaft eine Über- oder Unterfunktion auf, sind manchmal noch kurzfristigere Laboruntersuchungen im Abstand von zwei Wochen erforderlich. Schilddrüsenkrank und schwanger – darauf sollen Sie achten weiterlesen

Ungewollte Kinderlosigkeit von schilddrüsenkranken Frauen

Schilddrüsenkranke Frauen haben ein erhöhtes Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden.

Wenn man sich mit dem Thema „Schilddrüse und Schwangerschaft“ beschäftigt, stösst man immer wieder auf regelrechte Horrormeldungen, die weniger zur Aufklärung als vielmehr zur Verunsicherung von schilddrüsenkranken Frauen mit Kinderwunsch bzw. schilddrüsenkranken Schwangeren beitragen.

Dazu ist grundsätzlich anzumerken, dass die Chancen für medikamentös gut eingestellte Frauen mit Schilddrüsenerkrankung schwanger zu werden und ein gesundes Kind zur Welt zu bringen fast genauso gut sind wie für Frauen ohne Schilddrüsenerkrankung. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass das Fehlgeburtsrisiko bei Frauen mit Schilddrüsenerkrankung erhöht ist.

Wie bereits erwähnt ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden grundsätzlich höher, wenn die Schilddrüsenerkrankung medikamentös gut eingestellt ist. Schon im Vorfeld einer Schwangerschaft sollte also darauf geachtet werden, dass die Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) im Normalbereich liegen. Eventuell vorhandene Zyklusstörungen sollten ebenfalls behandelt werden, da auch hormonelle Ungleichgewichte die nicht ursächlich auf die Schilddrüsenerkrankung zurückzuführen sind den Eintritt und den Fortbestand einer Schwangerschaft erschweren bzw. verhindern können. Tipp: Die mehrmonatige Einnahme eines Mönchspfefferpräparates kann Schilddrüsenpatientinnen helfen schwanger zu werden. Ungewollte Kinderlosigkeit von schilddrüsenkranken Frauen weiterlesen

Schilddrüse und Wechseljahre

Bei schilddrüsenkranken Frauen ist während der Wechseljahre fast immer eine Anpassung der Schilddrüsenhormondosis erforderlich.
Wechseljahre bei schilddrüsengesunden Frauen

Heute kommen die meisten Frauen zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr in die Wechseljahre. Mit dem Beginn der Wechseljahre geht die Produktion der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron langsam zurück. Dadurch kommt es zunächst zu Zyklusstörungen (unregelmässiger Zyklus, Zwischenblutungen) bis die Blutung schliesslich ganz ausbleibt. Auch wenn die Menopause meist bereits mit Anfang 50 eintritt, so sind die körperlichen Veränderungen oft erst im Alter von 60 Jahren vollständig abgeschlossen.

Aber obwohl zwei von drei Frauen unter wechseljahrsbedingten Beschwerden (Klimakterisches Syndrom) leiden sind diese nur bei jeder 10. bis 20. Frau so stark ausgeprägt, dass sie die Lebensqualtät und Leistungsfähigkeit deutlich einschränken.

Relativ häufige Symptome, die während der Wechseljahre auftreten, sind:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Nervosität, Gereiztheit, depressive Verstimmung, Ängstlichkeit
  • Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen
  • vermindertes Lustempfinden, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
Wechseljahre bei schilddrüsenkranken Frauen

Unabhängig von diesen auch bei schilddrüsengesunden Frauen vorhandenen Beeinträchtigungen während der Wechseljahre sind für schilddrüsenkranke Frauen zwei weitere Aspekte von entscheidender Bedeutung.

1. Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse beginnen häufig in Phasen hormoneller Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) oder können sich dadurch in ihrer Ausprägung verändern. Dies liegt am Einfluss der Sexualhormone auf das Immunsystem. Östrogen hat immunstimulierende und Progesteron immununterdrückende Eigenschaften. „Es ist bekannt, dass Autoimmunerkrankungen in Phasen der hormonellen Umstellung häufiger beginnen. […] Das bei einer bereits bestehenden Hashimoto-Thyreoiditis >>angeschlagene>> Gleichgewicht der Hormone kommt durch eine Dysbalance oder einen Mangel der weiblichen Hormone zusätzlich in Gefahr.“ (L. Brakebusch, A. E. Heufelder: „Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis“, Zuckschwerdt-Verlag, München 2004, Seite 133).

2. Die weiblichen Sexualhormone beeinflussen den Schilddrüsenhormonbedarf weil sie die Anzahl der Bindungsproteine für die Schilddrüsenhormone erhöhen. Gebundene Schilddrüsenhormone sind inaktiv. Wenn die körpereigene Produktion von Östrogen und Progesteron im Verlauf der Wechseljahre abnimmt sinkt als Folge häufig auch der Schilddrüsenhormonbedarf so dass die bis zu diesem Zeitpunkt eingenommene Schilddrüsenhormondosis schrittweise reduziert werden muss. „Die Wirkung der Schilddrüsenhormone auf die Körperzellen verstärkt sich, dies betrifft auch eine bis dahin klinisch unbemerkte, beginnende Überfunktion, die sich in den Wechseljahren bemerkbar macht.“ (L.-A. Hotze, Schilddrüse. Mehr wissen – besser verstehen. TRIAS-Verlag, Stuttgart 2008, Seite 176)

Schilddrüse und Schwangerschaft

Schon bei schilddrüsengesunden Frauen kommt es im Verlauf der Schwangerschaft zu Veränderungen ihrer Schilddrüse. Aber während sich eine gesunde Schilddrüse an die veränderten Anforderungen anpassen kann, müssen schilddrüsenkranke Schwangere mit einer Anpassung ihrer Schilddrüsenhormondosis auf den veränderten Schilddrüsenhormonbedarf reagieren.
Größenzunahme der Schilddrüse

Die auffälligste Veränderung bei schilddrüsengesunden Frauen ist eine Größenzunahme der Schilddrüse, welche hauptsächlich im Zusammenhang mit den vermehrt gebildeten Östrogenen steht. Östrogene stimulieren eine vermehrte Eiweißbildung in der Leber. Auch das Thyroxin bindende Globulin, welches die Schilddrüsenhormone bindet, steigt an. Dadurch werden die Schilddrüsenhormone in größerer Menge gebunden, was zur Folge hat, dass die Menge der freien Schilddrüsenhormone im Blut abfällt. Dies bedingt einen Anstieg des TSH (Thyroidea Stimulating Hormon) . Da Östrogene außerdem eine Sensibilisierung der Schilddrüsenzellen gegenüber dem TSH bewirken, wird der wachstumsstimulierende Reiz des TSH verstärkt.

Leichte Schilddrüsenüberfunktion zu Beginn

Bei schilddrüsengesunden und schilddrüsenkranken Frauen kommt es manchmal in den ersten Wochen der Schwangerschaft zu einer leichten Überfunktion der Schilddrüse. „Zu Beginn der Schwangerschaft, bis etwa zum dritten und vierten Schwangerschaftsmonat, kann es durch das Schwangerschaftshormon HCG zu einer leichten Überfunktion kommen. Das HCG wirkt ähnlich wie TSH und stimuliert die Schilddrüse zu einer gesteigerten Produktion von Hormonen.“ (L. Hotze: „Schiddrüse. Mehr wissen – besser verstehen“, TRIAS-Verlag, München 2008, Seite 173 Was Frauen wissen sollten). Diese vorübergehende Schwangerschaftshyperthyreose ist normalerweise nicht behandlungsbedürftig. Aber aus diesem Grund ist es auch nicht sinnvoll, die Schilddrüsenhormondosis sofort nach Kenntnis der Schwangerschaft zu erhöhen.

Ansteigender Bedarf an Schilddrüsenhormonen

Der Schilddrüsenhormonbedarf steigt in der Schwangerschaft an. Für bereits schilddrüsenerkrankte und substitutionspflichtige Schwangere bedeutet dies, daß sie im Verlauf der Schwangerschaft eine höhere Dosis ihres Schilddrüsenhormonmedikaments benötigen. Oft ist gegen Ende der Schwangerschaft eine bis zu 50 % höhere Dosis zur Beibehaltung einer euthyreoten Stoffwechsellage erforderlich (E. K. Alexander, E. Marqusee, J. Lawrence, P. Jarolim, G. A. Fischer, P. R. Larsen: „Timing and magnitude of increases in levothyroxine requirements during pregnancy in women with hypothyroidism”, N Engl J Med 2004, 351: 241 – 249).

Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie rät zu Aufklärung. Jodmangel gefährdet Mutter und Kind

Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann fatale Folgen haben: Ist die werdende Mutter nicht ausreichend mit dem für die Schilddrüse wichtigen Spurenelement versorgt, kann dies eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Beim Kind kann der Mangel Sprach- und Hörbeeinträchtigungen verursachen, die geistige Entwicklung verzögern und die Motorik einschränken. Diese Risiken sind vermeidbar, so die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Durch eine Hormonmessung im mütterlichen Blut in der frühen Schwangerschaft lässt sich ein Jodmangel nachweisen und entsprechend behandeln. Entgegen den allgemeinen Empfehlungen sollten Schwangere den Test bereits zu Beginn der Schwangerschaft durchführen, rät die DGE. Bislang übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie rät zu Aufklärung. Jodmangel gefährdet Mutter und Kind weiterlesen