Kategorie-Archiv: Morbus Basedow

Frauen sind deutlich häufiger als Männer von den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) betroffen. Zudem kommt es bei ihnen im Zusammenhang mit Phasen hormoneller Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) verstärkt zu Problemen. Der bereits 2015 in der Fachzeitschrift gyne veröffentlichte Artikel “Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen– Ätiologie, Epidemiologie und klinische Relevanz in der Frauenheilkunde” (PDF-Download) von Prof. Dr. Roland Gärtner ist im Hinblick darauf unverändert aktuell und ausgesprochen informativ.

Neues zu Teprotumumab – Wirkstoff zur Behandlung der Endokrinen Orbitopathie beim Morbus Basedow

Kurz der Hinweis auf den aktuellen Blog-Beitrag “Anhaltende Besserung einer Endokrinen Orbitopathie 1 Jahr nach Therapie-Ende mit dem IGF-1-Rezeptorantikörper Teprotumumab” (Autor: Prof. Dr. Helmut Schatz).

Prof. Dr. George Kahaly bietet übrigens im Rahmen der Endokrinologischen Ambulanz der Universitätsmedizin Mainz eine Spezialsprechstunde für die Endokrine Orbitopathie an.

Siehe dazu auch
→ 05.05.17 Möglicherweise Medikament zur Behandlung des Exophthalmus beim Morbus Basedow entdeckt.
Smith T., Kahaly G.J. u.a. “Teprotumumab for Thyroid-Associated Ophthalmopathy”, https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1614949

Möglicherweise Medikament zur Behandlung des Exophthalmus beim Morbus Basedow entdeckt

Heute wurde ein lesenswerter Artikel im Ärzteblatt veröffentlicht, der vielen Morbus Basedow Erkrankten Hoffnung auf die Zukunft machen dürfte: Morbus Basedow – Teprotumumab vermindert Exophthalmus.

Wirkungsmechanismus: Der untersuchte Antikörper Teprotumumab heftet sich  am Rezeptor für den Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) an, der die Vermehrung von bestimmten Zellen in der Augenhöhle fördert. Die Vermehrung dieser sogenannten Fibroblasten ist für das Hervortreten der Augäpfel beim Morbus Basedow verantwortlich.

→ 23.10.18: Neues zu Teprotumumab – Wirkstoff zur Behandlung der Endokrinen Orbitopathie beim Morbus Basedow

 

Autoimmunerkrankungen auf der Spur

Die für heute Abend geplante Sendung “Mein Körper – mein Feind. Autoimmunerkrankungen auf der Spur” (20.15 Uhr 3Sat) kann man sich vorab auch schon online ansehen.

Daran anschließend findet ab 21.00 Uhr auf 3Sat auch noch eine Diskussion bei scobel mit dem Thema “Irrtum im Immunsystem” statt. Gäste sind die Rheumatologin Dr. Gabriela Riemekasten, Hansjörg Schild (Professor am Institut für Immunologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz) und der Facharzt für Neurologie Dr. Heinz Wiendl.

Morbus Basedow: Tipps für die Zeit der thyreostatischen Therapie

Nach der Diagnose → Morbus Basedow wird zunächst versucht die überaktive Schilddrüse zu beruhigen. Dafür stehen die Schilddrüsenfunktion hemmende Medikamente, sogenannte Thyreostatika, zur Verfügung. Diese thyreostatische Therapie ist im Normalfall über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten notwendig.

Auf Nebenwirkungen der Thyreostatika achten

In der Regel wird die medikamentöse Therapie mit Thyreostatika von Morbus Basedow-PatientInnen problemlos vertragen. Es kann jedoch auch zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, weswegen Betroffene auf entsprechende Warnsignale achten sollten.

Nebenwirkungen der thyreostatischen Therapie beim Morbus Basedow
Nebenwirkungen der thyreostatischen Therapie beim Morbus Basedow

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Wenig erforscht – Zahnimplantate bei Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder der Morbus Basedow stellen eigentlich eine grundsätzliche Kontraindikation für das Einsetzen von Zahnimplantaten dar.

“Implantationen sind nur bei gravierenden Grunderkrankungen kontraindiziert. Zu diesen zählen: […] Autoimmunerkrankungen […] (Universitätsklinikum Giessen und Marburg GmbH “Dentale Implantate”, http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_mkg/4192.html, Zugriff am 20.10.15).

Trotzdem werden auch bei Schilddrüsenautoimmunerkrankten Zahnimplantate eingesetzt, weil die Patienten darauf bestehen und/oder weil es für den Zahnarzt lukrativ ist. Manchmal scheint auch eine Rolle zu spielen, dass Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow von Zahnärzten oft nicht als Autoimmunerkrankungen, sondern eher als Unterfunktion bzw. Überfunktion der Schilddrüse wahrgenommen werden.

Angesichts der ungeklärten Risiken und sehr hohen Kosten von 1500,- bis 2000,- EUR pro Implantat (die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden) sollte die Entscheidung aber sehr gut durchdacht sein.

Lockerung der Zahnimplantate aufgrund von Knochenmasseverlusten

Einige Morbus Basedow-Betroffene die sich vor dem Auftreten der Schilddrüsenerkrankung Zahnimplantate haben einsetzen lassen berichten, dass sich diese aufgrund eines Verlustes an Knochenmasse gelockert hätten und es zu Entzündungsreaktionen kam, so dass die Zahnimplantate schon nach wenigen Jahren wieder entfernt werden mussten. Eine Schilddrüsenüberfunktion führt sowohl zu einem gesteigerten Knochenaufbau als auch Knochenabbau. Allerdings überwiegt im Allgemeinen der Verlust an Knochenmasse. Mit der Hyperthyreose geht zudem oft eine erhöhte Kalziumausscheidung einher. Als Folge kann es, insbesondere bei einem längere Zeit deutlich erhöhten fT3-Wert, zu gelockerten Zähnen als Folge des Knochenmasseverlustes kommen.

Länger anhaltende Entzündungsreaktionen im Bereich der Zahnimplantate

Von Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten liegen mir Berichte dahingehend vor, dass es kurz nach dem Einsetzen der Implantate zu teilweise sehr massiven Entzündungsreaktionen sowie ausgeprägten Schwellungen im Gesicht gekommen sein soll, die auch von den behandelnden Zahnärzten als ungewöhnlich stark beschrieben wurden. Erst nach einigen Wochen bis Monaten ist es zu einer deutlichen Besserung gekommen.

Selbstverständlich kann man aus diesen Erfahrungsberichten von Schilddrüsenpatienten keine Regel ableiten, aber mein Eindruck ist, dass Hashimoto-Erkrankte langfristig weniger Probleme mit Zahnimplantaten haben als Basedow-Erkrankte.

Unabhängig davon bleibt es aber eine Tatsache, dass sowohl der Morbus Basedow als auch die Hashimoto-Thyreoiditis Autoimmunerkrankungen sind. Abschließend möchte ich deshalb auf nachfolgende Aussage des Vizepräsidenten der Berliner Bundeszahnärztekammer Prof. Dr. Dietmar Oesterreich  verweisen “Bei Patienten mit […] Autoimmunerkrankungen […] sollte man sehr kritisch darüber nachdenken, ob ein Implantat sinnvoll ist.” (http://www.welt.de/gesundheit/article136643324/Die-wichtigsten-Antworten-zu-Zahnimplantaten.html, Zugriff am 20.10.15).

Dieser Artikel wurde am 20.10.15 aktualisiert!

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Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone (Prolaktin, Östrogene, Progesteron, Androgene)

Im Verlauf der → Hashimoto-Thyreoiditis und des → Morbus Basedow kann es zu zahlreichen Wechselwirkungen zwischen Schilddrüsenhormonen und Sexualhormonen kommen. Störungen der Schilddrüsenhormone wie eine Unter- oder Überfunktion können den Monatszyklus beeinflussen oder auch der Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein. Diese Probleme treten gehäuft bei Frauen mit einer manifesten Hypothyreose auf, können aber auch schon bei latenten Störungen vorliegen. Dafür kann es mehrere, sehr unterschiedliche Gründe geben. Schilddrüsenbedingte Störungen der Sexualhormone (Prolaktin, Östrogene, Progesteron, Androgene) weiterlesen

Morbus Basedow

– Nachfolgend lesen Sie einen bezahlten Blogbeitrag (Gastartikel) –

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. med. B. L. Herrmann (Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologe und Diabetologe, Facharztpraxis und Labor, Bochum). Homepage: www.endo-bochum.de

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die vorwiegend Frauen betrifft und zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) führt. In ca. 40% der Fälle entsteht eine Augenbeteiligung (Endokrine Orbitopathie: E.O.). Der Morbus Basedow wird auch im englischsprachigen Raum als Graves` disease bezeichnet.

Geschichtlicher Hintergrund

Nach dem deutschen Erstbeschreiber Karl Adolph von Basedow (1840) wird die Krankheit benannt. Im englischsprachigen Raum wird die Krankheit nach dem Erstbeschreiber Robert James Graves (1835) als sogenannte Graves` disease bezeichnet. Karl von Basedow beschrieb in Merseburg erstmalig 1840 das sogenannte Merseburger Trias, welches den Symptomkomplex Kropf (Struma), Herzklopfen (Tachykardie) als auch die hervorstehenden Augen (Exophthalmus) bezeichnet. Initial hatte Robert James Graves die Erkrankung wegen des schnellen Pulsschlages bzw. des Herzklopfens als eine primäre Erkrankung des Herzens interpretiert. Durch die Augenbeteiligung, die durch Paul Julius Möbius (1886) erstmalig mitbeschrieben wurde und einen Zusammenhang mit der Schilddrüse sah, entstand der Ausdruck der endokrinen Orbitopathie mit besondere klinischen Zeichen wie dem sogenannten Möbius-Zeichen. Morbus Basedow weiterlesen

Antioxidantien bei Hashimoto und Basedow

Die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen wie die → Hashimoto-Thyreoiditis und der → Morbus Basedow werden nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen durch freie Radikale mit verursacht.

Deshalb wird umgekehrt davon ausgegangen, dass die gute Versorgung mit Antioxidantien vor diesen Krankheiten einen gewissen Schutz bieten oder die Erkrankungen in ihrem Verlauf positiv beeinflussen kann.

Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren sind besonders reich an Antioxidantien.
Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren sind besonders reich an Antioxidantien.
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